Die Frankfurter Landwehr war eine den Stadtmauern von Frankfurt am Main vorgelagerte Landwehranlage, mit deren Bau Ende des 14. Jahrhunderts begonnen wurde.
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Die Landwehr zog sich im Abstand von zwei Kilometern um die Stadt; sie bestand im wesentlichen aus undurchdringlichen Hecken ("Gebück") und Gräben. Der Stadtteil Dornbusch verdankt seinen Namen der Tatsache, dass zu Verteidigungszwecken Dornbüsche gepflanzt wurden. An strategisch wichtigen Stellen erfolgte die Errichtung von Warttürmen.
Sie folgte im weiteren Verlauf dem Sumpfgelände vor dem Bornheimer Hang, wandte sich längs des kleinen Riederbruchs (etwa Südzipfel Ostpark) nach Osten, umschloss die Riederhöfe und traf etwa in Höhe des heutigen Osthafens auf den Main.
Entsprechend waren im Süden bei Sachsenhausen Befestigungsanlagen mit Gräben, Hecken, Zäunen und kleinen Wällen sowie der Sachsenhäuser Warte errichtet worden. Im Südosten ist die Oberräder Landwehr jüngst von der Stadt und der Regionalpark Süd-West GmbH wiederhergestellt worden. Der historische Graben, der 1441 angelegt wurde, ist sichtbar und durch einen Steg begehbar gemacht worden, so dass dieses Denkmal ohne weitere Beschädigung besichtigt werden kann.
1333 gestattete Kaiser Ludwig IV. die Erweiterung der Stadt. Es wurde im folgenden Jahrhundert eine neue Stadtmauer errichtet und die alte Befestigung, die Staufenmauer geschleift oder überbaut. Der ernstliche Bau der neuen Stadtbefestigung begann im Jahre 1400 und dauerte bis 1428. Teil der Stadtmauer war der heute noch erhaltene Eschenheimer Turm, der heute allerdings mitten in der Frankfurter Innenstadt steht.
Im Jahr 1393 beschloss der Rat der Stadt den Bau der Landwehr, der von König Wenzel gebilligt wurde. 1396 wurde mit der Anlage begonnen, deren Ausführung sich über die nächsten 150 Jahre erstreckte. Das Ziel der Landwehr war außer der militärischen Verteidigung auch die optische Abgrenzung des eigenen Gebietes insbesondere gegenüber den Grafen von Hanau, mit denen es immer wieder politische Streitigkeiten gab.
Im Jahre 1476 errichtete die Stadt an der nordöstlichen Grenze der Gemeinden Bornheim und Seckbach weitere Landwehranlagen (Gräben und Hecken). So entstand die Bornheimer Landwehr, die 1478 mit dem Bau der Friedberger Warte abgeschlossen wurde. Die Bornheimer Landwehr wurde zehn Jahre später zur Bornheim-Seckbacher Landwehr ausgebaut.
Die Warttürme waren befestigte Beobachtungstürme und ähnelten einer kleinen Burg. Sie verfügten über einen Aussichtsturm, einen Wehrhof, über Mannschaftsgebäude, Waffenlager und Brunnen. Vom Turm aus konnte der Wächter die Umgebung beobachten und bei Gefahr die Stadt warnen, tagsüber mit Fahnen und nachts mit Fackeln.
Erhalten sind vier Warttürme: die Friedberger Warte, die Sachsenhäuser Warte, die Galluswarte und die Bockenheimer Warte.
Die Berger Warte war kein Wartturm der Landwehr, sondern nur eine Geleitwechselstation.
In das System der Landwehr waren auch wehrhafte Gehöfte eingegliedert (im Uhrzeigersinn): Gutleuthof, Hellerhof, Kühhornshof, Riederhof, Schafshof, Riedhof und Sandhof. Diese sind fast verschwunden, vom Riederhof ist noch das Eingangsportal nahe dem Ratswegkreisel an der Hanauer Landstraße erhalten. Im Kühhornshof / Bertramshof befindet sich heute der Hessische Rundfunk, hier ist noch das Hauptgebäude, ein ehemaliger Wohnturm erhalten. Auch vom Riedhof in Sachsenhausen ist nur noch die Pferdetränke aufzufinden.
Staufenmauer • Frankfurter Stadtbefestigung von 1333: Fahrtor - Galgentor - Bockenheimer Tor - Eschenheimer Tor - Friedberger Tor - Allerheiligentor - Schaumaintor - Kuhhirtentor - Affentor - Wallservitut - Wallanlagen • Landwehr: Galluswarte - Bockenheimer Warte - Friedberger Warte - Sachsenhäuser Warte
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