Franklin Delano Roosevelt [ˈfɹæŋklɪn ˈdɛlənoʊ ˈɹoʊzəvɛlt] (* 30. Januar 1882 in Hyde Park, New York; † 12. April 1945 in Warm Springs, Georgia) war von 1933 bis zu seinem Tod 1945 der 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Er war Kandidat der Demokratischen Partei und wurde nach seiner ersten Amtszeit dreimal wiedergewählt (1936, 1940, 1944) – er ist damit der einzige Präsident der USA, der länger als zwei Wahlperioden amtierte. Aufgrund der kritischen außenpolitischen Lage, bedingt durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, entschied sich Roosevelt für eine dritte und vierte Amtszeit zu kandidieren und setzte sich somit über die von George Washington eingeführte freiwillige Selbstbeschränkung hinweg. Erst seit einer Verfassungsänderung im Jahre 1951 gibt es eine formale Begrenzung auf zwei Amtszeiten.
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Franklin D. Roosevelt war entfernt mit dem republikanischen 26. US-Präsidenten Theodore Roosevelt verwandt (Cousin 5. Grades). Er entstammte einer der wohlhabendsten und vornehmsten Familien New Yorks. Sein Vater James Roosevelt war überwiegend im Eisenbahnbau tätig. Er unternahm häufig Europareisen, meist in Begleitung seiner gesamten Familie. Daher verbrachte Franklin D. Roosevelt einen Teil seiner Kindheit in Europa. Zwischen 1891 und 1896 ( also zwischen seinem 9. und 14. Lebensjahr ) hielt er sich mehrere Monate in der deutschen Kurstadt Bad Nauheim auf, wo er auch für einige Zeit die Schule besuchte.
Roosevelt war Mitglied der Holland Lodge No. 8 der Freimaurer in New York. Verheiratet war er seit dem 17. März 1905 mit Eleanor Roosevelt, einer Verwandten (Nichte von Theodore Roosevelt). Sie wurde später selbst zu einer bekannten Person des öffentlichen Lebens.
1910 wurde Roosevelt in den Senat des Staates New York gewählt – als erster demokratischer Senator seit mehr als dreißig Jahren. Zwei Jahre später wurde er Unterstaatssekretär im Marineministerium. Während des Ersten Weltkriegs setzte er sich entschieden für den Kriegseintritt der USA ein und trieb den Ausbau der Marine voran.
Der Demokratische Nationalkonvent wählte Roosevelt 1920 als Anwärter auf die Vizepräsidentschaft unter dem demokratischen Präsidentschaftsanwärter James M. Cox. Die Demokraten verloren jedoch die Präsidentschaftswahlen 1920.
Im Sommer 1921 erkrankte Roosevelt schwer. Seine Krankheit wurde seinerzeit als Poliomyelitis angesehen. Neuere Forschungen (Universität Texas, 2003) anhand der Krankenakten haben ergeben, dass es sich möglicherweise um das damals noch weitgehend unbekannte Guillain-Barré-Syndrom gehandelt hat, eine seltene Nervenkrankheit, die zu Lähmungen führt. Roosevelt konnte seither auch mit Krücken nur mühsam gehen und war weitgehend auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Zusammen mit seinem Freund und Kanzleipartner Basil O'Connor gründete er zwei Stiftungen zur Hilfe für Poliokranke.
Nach der Wahlniederlage von 1920, auch bedingt durch seine Krankheit, betätigte sich Roosevelt einige Jahre nicht politisch. 1926 beschloss er, seine politische Karriere wieder aufzunehmen.
Die Vorwahlen der Demokratischen Partei zum Anwärter auf das Amt des Gouverneurs von New York gewann Roosevelt. Im November 1928 gewann er die Gouverneurswahlen. 1930 wurde Roosevelt mit einer Stimmenmehrheit von über 7.000.000 Stimmen erneut zum Gouverneur gewählt und besiegte den republikanischen Kandidaten Charles H. Tuttle.
Dem Börsenkrach von 1929 (Schwarzer Freitag) folgte eine Weltwirtschaftskrise. In der US-amerikanischen Ausformung wurde sie als „Great Depression“ (dt. „Große Depression“) bezeichnet. Im Zuge dieser Krise gewann Roosevelt, zuvor seit 1929 Gouverneur des Staates New York, die Präsidentschaftswahl 1932 gegen den republikanischen Kandidaten und amtierenden Präsidenten Herbert C. Hoover, dem die Schuld an der Krise gegeben und mangelnder Mut zu Entscheidungen vorgeworfen wurde. Von Roosevelt erwartete man vor allem radikale Reformen, um die weit verbreitete soziale Not zu lindern und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Unter dem Schlagwort New Deal führte er einschneidende Wirtschaftsreformen zugunsten größerer sozialer Verantwortung durch. Allgemein gab es in den 1930er-Jahren eine für US-Verhältnisse stark ausgeprägte linke soziale Bewegung, die Popular Front.
Roosevelt ist vor allem für seine staatsinterventionistische Sozial- und Wirtschaftspolitik und als Führerpersönlichkeit während der Zeit des Zweiten Weltkrieges bekannt (insgesamt über 600 Vetos gegen den Congress[1]). Aber auch schon lange vor dem Krieg hatte er sich Verdienste um die Etablierung einer gerechteren Weltordnung erworben. In der Amtseinführungsrede vor dem Kongress im März 1933 verkündete er seine außenpolitische Vision der „Good Neighbour Policy“ („Außenpolitik der Guten Nachbarschaft“). Seine Leitlinie beruhte dabei auf dem kategorischen Imperativ. Roosevelt war davon überzeugt, dass die weltweiten imperialistischen Überdehnungen der USA den revolutionären Ursprungsidealen seines Landes zuwiderliefen.
Die kooperativen, gutnachbarschaftlichen und gleichberechtigten Austauschbeziehungen der ländlichen Gemeinden Amerikas untereinander waren das Modell, nach dem die USA unter Roosevelt auch die internationalen Beziehungen eingerichtet wissen wollten. Aus diesem sehr pragmatischen, vom „common-sense“ (Vernunft) geprägten Ansatz heraus war für Roosevelt die Außenpolitik immer auch eine unmittelbare Funktion einer auf Ausgleich, Entwicklung und Gerechtigkeit gegründeten humanen Gesellschaftspolitik im Innern.
Dies musste den Präsidenten zwangsläufig zu einem natürlichen Antagonisten der europäischen Diktatoren Hitler und Mussolini und des japanischen Kaiserreiches machen.
Anstelle eines engen Nationalismus suchte Roosevelt dem Gedanken der globalen Abhängigkeit aller von allen („One World“) in seiner Außenpolitik zur Geltung zu verhelfen. Diesem sollten sich auch die weltweiten industriellen und die Finanzinteressen der amerikanischen Konzerne unterordnen:
Wenige Monate bevor er starb, schrieb Roosevelt:
Mit diesen Worten hat Roosevelt seine Vision von den internationalen Beziehungen und von der Außenpolitik der USA am konzentriertesten zusammengefasst.
Es ist daher kein Zufall, dass Roosevelt noch in den Kriegsjahren an die Ausarbeitung einer gerechten Nachkriegsordnung heranging und die Gründung der Vereinten Nationen (1945) in San Francisco 1944 vorantrieb.
Trotz formaler Neutralität (Neutralitätsgesetze) unterstützte Roosevelt Großbritannien seit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939, unter anderem mit dem Leih- und Pachtgesetz, das die leihweise Lieferung von Waffen und Material bis hin zu ganzen Kriegsschiffen an England ermöglichte. Wegen dieser Aktivitäten zog er sich den Widerstand des America First Committees zu, das 1940/41 für eine isolationistische US-Politik eintrat. Erst der japanische Angriff auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii und die deutsche Kriegserklärung vom 11. Dezember 1941 sorgten für einen Stimmungsumschwung in den USA und ermöglichten es Roosevelt, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzutreten. Er begründete mit dem Office of the Coordinator of Information den Vorläufer der CIA.
Während des Krieges berief er sich mit einer bewussten Zielrichtung gegen Hitler und die Nationalsozialisten gerne auf seine „jüdischen Ahnen“. Dabei handelt es sich nicht um eine rein rhetorische Floskel. Jüdische Vorfahren wurden in seiner, im 17.Jahrhundert aus den Niederlanden nach Nordamerika eingewanderten Familie von Heraldikern nachgewiesen, lagen aber Generationen zurück. Der Name „Roosevelt“ ist abgeleitet vom früheren Familiennamen „Rosenveldt“ (Rosenfeld).
Mit dem britischen Premier Winston Churchill einigte er sich auf den Grundsatz „Germany first“, also auf den Vorrang des Krieges gegen Adolf Hitlers Deutsches Reich (siehe Zeit des Nationalsozialismus). Auf der Konferenz von Casablanca im Januar 1943 setzte er gegen Churchills Bedenken die Forderung nach der bedingungslosen militärischen Kapitulation des Deutschen Reiches durch.
In der Atlantik-Charta, welche die Gründungsurkunde der Vereinten Nationen vorwegnahm, einigte er sich mit Churchill auf die Grundsätze einer Nachkriegsordnung. Sie sollte auf den „Vier Freiheiten“ begründet sein. Diese hatte er bereits in einer Rede vom 6. Januar 1941 skizziert:
Als wichtigstes Mittel, diese Freiheiten in der internationalen politischen Ordnung nach dem Krieg zu realisieren, sah er die Gründung der Vereinten Nationen an. Um auch die Sowjetunion in die Weltorganisation einzubinden, war er auf den Konferenzen von Teheran und Jalta zu erheblichen Zugeständnissen an Stalin bereit.
Wenige Wochen nach der Konferenz von Jalta, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, starb Franklin Delano Roosevelt am 12. April 1945 im Alter von 63 Jahren an einer Hirnblutung. Sein Amt übernahm sein dritter Vizepräsident Harry S. Truman.
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