| Französisch (Français) | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Frankreich, Kanada, Belgien, Schweiz, Luxembourg, Kanalinseln und 50 weiteren Ländern (besonders Afrika, Ozeanien, Antillen) | |
| Sprecher | Geschätzte 290 Millionen (davon 74 Millionen Muttersprachler) | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | Siehe: Amtssprache | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: | fr | |
| ISO 639-2: | (B) fre | (T) fra |
| ISO 639-3 (SIL): | fra | |
Die französische Sprache (= la langue française, Eigenbezeichnung français) gehört zum italischen Zweig der romanischen Gruppe der indogermanischen Sprachen. Damit ist diese Sprache unter anderem mit dem Italienischen, Spanischen, Katalanischen, Portugiesischen und Rumänischen verwandt. Französisch gilt als Weltsprache, da sie von weit über 100 Millionen Sprechern in über 50 Ländern gesprochen wird.[1] Französisch ist unter anderem offizielle Sprache in Frankreich, Kanada, Haiti und zahlreichen Ländern in Zentralafrika, während es in Nordafrika und in arabischsprachigen Staaten als Nebensprache weit verbreitet ist. Zudem ist es eine der Amtssprachen der EU[2], Amtssprache der Afrikanischen Union und der Organisation Amerikanischer Staaten und eine der sechs Amtssprachen sowie mit Englisch alleinige Arbeitssprache der UNO[3].
Inhaltsverzeichnis |
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| Die französischsprachige Welt Dunkelblau: Muttersprache |
| Land | Anzahl der Sprecher1) | Akzente und Sprachvariationen | ||
|---|---|---|---|---|
| Muttersprache | ||||
| Frankreich | 61 Millionen | Klassisches Französisch | ||
| Kanada | 6,7 Millionen | Quebecer Französisch, Akadisches Französisch, Neufundländisches Französisch, Michif, Französisch in Kanada | ||
| Belgien | 4,2 Millionen | Belgisches Französisch | ||
| Schweiz | 1,5 Millionen | Schweizer Französisch | ||
| Guadeloupe2) | 450.000 | Klassisches Französisch | ||
| Haiti | 400.000 | |||
| Luxemburg | 22.200 | |||
| Monaco | 17.000 | |||
| Amtssprache | ||||
| Elfenbeinküste | 18 Millionen | |||
| Aostatal, Italien | 100.000 | |||
| Gabun | 38.000 | |||
| Madagaskar | 35.000 | |||
| Republik Kongo | 28.000 | |||
| Dschibuti | 15.000 | |||
| Nebensprache | ||||
| Marokko | ca. 33 Millionen | |||
| Algerien | 10-32 Millionen | |||
| Tunesien | ca. 10 Millionen | |||
| Mauretanien | ca. 3 Millionen | |||
| Mauritius | 48.000 | |||
| Sprachliche Minderheiten | ||||
| Libanon | ca. 4 Millionen | |||
| Louisiana, Maine, New Hampshire und Vermont, USA | 1,64 Millionen | Akadisches Französisch, Cajun, Französisch in den USA | ||
| Andorra | 15.000 | |||
1) Es werden nur die Länder in Betracht gezogen, deren Anzahl der Sprecher mehr als 10.000 beträgt.
2) Guadeloupe gehört als sog. DOM-ROM (département d'outre-mer, région d'outre-mer) zu Frankreich.
Aufgrund der internationalen Verbreitung gibt es auch landestypische Eigenheiten der französischen Sprache:
Neben Deutsch und Englisch gilt Französisch als eine der drei Haupt-Amtssprachen der Europäischen Union. Ferner wird diese Organisation durch die Tatsachen beeinflusst, dass die EU von einem französischen Außenminister erfunden worden war und der Hauptsitz der EU sich im flämisch- und französischsprachigen Brüssel befindet. Allerdings verschwindet der Einfluss des Französischen auf die Arbeitswelt innerhalb der EU aufgrund der wachsenden Relevanz des Englischen stetig.
Französisch ist eine indogermanische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: langues d’oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und Langues d’oc im Süden Frankreichs. Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprache ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Patois, den französischen Dialekten. Das Französische wird den langues d’oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus dem Raum Ile de France zurück. Sie grenzen sich von den Langues d’oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Verwendung des Wortes Ja - Oc im Süden und Oïl im Norden. Zudem ist bei den Langues d’oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker ausgeprägt. Daneben gibt es das Franko-Provenzalische, das mitunter als selbständig gegenüber den anderen beiden gallo-romanischen Sprachen eingestuft wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es auch als Dialekt der Langues d’oc angesehen.
In vielen afrikanischen Ländern wird Französisch als Zweitsprache verwendet. In diesen Ländern ist die Sprache häufig durch einen Akzent gefärbt.
Gallo-romanische Sprachen:
In Gallien gab es drei große Völker mit eigenen Sprachen, die Kelten, welche die Römer Gallier nannten, die Aquitanier im Südwesten und die Belger im Norden. Die Romanisierung erfolgte in zwei Schritten. Das Lateinische gelangte ab dem Jahre 122 v.Chr. mit der Gründung von Aquae Sextiae (heute: Aix-en-Provence) und Narbonne in der Provinz des römischen Reiches Gallia Narbonensis (heute: Provence) nach Südfrankreich. Ab dem Jahre 58 v.Chr. mit der Eroberung Nordgalliens durch Gaius Iulius Caesar erreichte das Lateinische auch das restliche Gallien
Innerhalb eines Zeitraums von vier Jahrhunderten setzte sich das Lateinische gegenüber den einheimischen festlandkeltischen (= gallischen) Dialekten durch. Die Romanisierung geschah zunächst in Städten, Schulen und Verwaltungen, erst später in den abgelegenen Gebieten Galliens. Die keltischen Sprachen verschwanden nicht spurlos, sondern fanden mit schätzungsweise deutlich über 240 Wortstämmen Eingang in das gesprochene Vulgärlatein. Infolge der späteren Durchsetzung des Lateinischen in den ländlichen Regionen Galliens blieben vor allem Begriffe keltischer Herkunft aus der Landwirtschaft im Vulgärlatein erhalten, welche auch im heutigen Französisch weiter verwendet werden (z.B. la charrue = der Pflug, le mouton = das Schaf usw.). Aber auch die Zählweise der Kelten im Zwanziger-System (Vigesimalsystem) ist in der französischen Sprache teilweise noch zu finden (soixante et onze,...,quatre-vingts usw.). Einen solchen Einfluss einer untergehenden Sprache auf die sich durchsetzende Sprache nennt man Substrat.
Die gallorömische Bevölkerung im Norden Galliens kam mit germanischen Stämmen durch Handelsbeziehungen, aber auch durch Söldnerdienste der Germanen in der römischen Armee, in Kontakt. Bereits dadurch fanden neben dem keltischen Substrat etliche Wörter germanischen Ursprungs Eingang in die französische Sprache. Einen solchen Vorgang einer friedlichen Beeinflussung durch nachbarschaftliche Kontakte wird Adstrat genannt.
Einen stärkeren Einfluss übte der westgermanische Stamm der Franken aus. Die Franken eroberten im 5. Jahrhundert (endgültiger Sieg über eine römische Restprovinz 486 n. Chr. durch Chlodwig I) das Gebiet Galliens und prägten den französischen Wortschatz entscheidend mit. Um die 700 Wortstämme wurden von den Franken übernommen (z. B. la halle = die Halle, la salle = der Saal usw.). Hierbei vollzog sich der geschichtlich bemerkenswerte Vorgang, dass sich die Franken sprachlich dem Vulgärlatein der besiegten gallo-romanischen Bevölkerung bis auf wenige verbleibende fränkische Einflüsse anpassten. Der Verbleib einiger Wörter aus der Sprache der Sieger in der sich durchsetzenden Sprache der Besiegten nennt man Superstrat. Dieser Vorgang zog sich vom 5. bis zum 9. Jahrhundert hin. Noch Karl der Große (Krönung 800 n. Chr.) sprach als Muttersprache Fränkisch. Nur ganz im Norden Galliens konnte durch die fränkische Eroberung die germanische Sprachgrenze in das heutige Belgien hinein verschoben werden, welche heute das Land in Flandern und Wallonien teilt. Die ungebrochene Dominanz des Vulgärlateinischen erklärt sich unter anderem aus dem nach wie vor hohen Prestige des Lateinischen, sowie aus der weitgehenden Übernahme der römischen Verwaltung. Auch die fränkischen Lex Salica, in welcher sich römisches Rechtsdenken mit germanischen Zügen verbunden hat, begünstigte diese Entwicklung.
Zur Zeit Karls des Großen wich die Aussprache des Vulgärlateins erheblich von der Schreibweise ab. Auf Grund dessen veranlasste er - angeregt durch Alkuin - die karolingische Bildungsreform, wodurch Latein mit dem Ziel einer klassischen Aussprache erlernt wurde. Somit sollte die Missionierung der germanischen Bevölkerungsteile erleichtert werden, die vor allem von irischen Mönchen ausging, für die Latein eine Fremdsprache war. Darüberhinaus sollten eingetretene Unsicherheiten in der Aussprache bereinigt werden. Diese sich herausbildende Zweisprachigkeit führte zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Verständigung des lateinisch sprechenden Klerus mit dem Volk. Auf dem Konzil von Tours 813 n.Chr. legte man eine einheitliche, dem Volke verständliche Sprache für Predigten in Kirchen fest. Latein blieb als Schriftsprache erhalten. Das Konzil von Tours war die Geburtsstunde eines Bewusstseins, dass die gesprochene Sprache eine andere war als Latein.
Es bildeten sich verschiedene Dialekte heraus, die als Langues d’oïl zusammengefasst werden. Die ersten Dokumente, die der französischen Sprache zugeordnet werden, sind die Straßburger Eide, die 842 sowohl auf Altfranzösisch als auch auf Althochdeutsch verfasst wurden. Damit war auch die herkömmliche Diglossie, lateinisch zu schreiben, aber romanisch zu sprechen, zerstört.
Unter den Kapetingern kristallisierte sich Paris allmählich als politisches Zentrum Frankreichs heraus, wodurch der dortige Dialekt, das Franzische, zur Hochsprache reifte. Aufgrund der zunehmend zentralistischen Politik wurden die anderen Dialekte stark zurückgedrängt. Nachdem 1066 Wilhelm der Eroberer den englischen Thron bestieg, wurde das normannische Französisch für zwei Jahrhunderte die Sprache des englischen Adels. In dieser Zeit wurde die englische Sprache sehr stark vom Französischen beeinflusst. Mit den Albigenserkreuzzügen im 13. Jahrhundert weitete Frankreich seine Südausdehnung aus (später folgten noch Korsika, Ostausdehnung ...). Dabei wurden die Langues d’oc (siehe oben) zurückgedrängt und unterdrückt. Durch das Edikt von Villers-Cotterêts wurde 1539 die französische Sprache als Landessprache Frankreichs festgelegt.
Im Jahre 1634 gründete Kardinal Richelieu die Académie française, die sich mit der „Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache“ beschäftigt. Ab dem 17. Jahrhundert wird Französisch die lingua franca des europäischen Adels, zunächst in Mitteleuropa, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Osteuropa (Polen, Russland, Rumänien); zahlreiche Gallizismen gelangen in die Sprachen Europas[4]. In dieser Zeit entwickelte sich Frankreich zu einer Kolonialmacht und legte damit den Grundstein für die heutige Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas und der französischen Kreolsprachen. Das 1830 aus den vereinigten Niederlande hervorgegangene Belgien eroberte ebenfalls Kolonien (insb. Belgisch Kongo) und führte dort die französische Sprache ein.
Im 18. Jahrhundert übernahm das Französische als Sprache des Adels die Domäne der internationalen Beziehungen und der Diplomatie (zuvor: Latein). Durch die französische Revolution und dem Scheitern der napoleonischen Großmachtspolitik sowie durch den Aufstieg des englischsprachigen Vereinigte Königreich im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Kolonialmacht, und der englischsprachigen Vereinigten Staaten von Amerika im 20. Jahrhundert zur Weltmacht entwickelte sich Englisch zur Defacto Welthauptsprache und Verdrängte das französische aus weiten Teilen der Diplomatie, Politik und des Handels. Dies zeigt sich etwa darin, dass der Friedensvertrag von Versailles von 1919 nicht mehr allein auf Französisch, sondern auch auf Englisch verfasst wurde.
Mit der Dezentralisierung in den 1980er Jahren wird den Regionalsprachen sowie den Dialekten in Frankreich mehr Freiraum eingeräumt, wodurch diese eine Renaissance erfuhren. 1994 wurde in Frankreich die nach dem Kulturminister benannte Loi Toubon erlassen, ein Gesetz, das den Schutz der französischen Sprache sichern soll.
Das Französische kennt – je nach Zählung – 11 bis 16 Vokalphoneme. Bei sämtlichen Vokalphonemen handelt es sich um Monophthonge:
Die Oppositionen /ɛ/ – /e/, /ɑ/ – /a/, /ø/ – /œ/, /o/ - /ɔ/ und /œ̃/ – /ɛ̃/ sind im Verschwinden begriffen bzw. werden bereits von der Mehrzahl der Sprecher nicht mehr beachtet, in der Regel zugunsten des jeweils letztgenannten Phonems. Dadurch werden frühere Minimalpaare für Sprecher, die eines der beiden Phoneme nicht besitzen, zu Homophonen.
Das Französische kennt – je nach Zählung – 20 bis 21 Konsonantenphoneme:
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Das Phonem /ŋ/ kommt fast ausschließlich in Fremdwörtern aus dem Englischen vor; von einigen Franzosen wird es als [n] realisiert.
Französisch ist eine polysynthetische Sprache, das heißt, dass für den Satz bedeutende Wörter wie das Verb in Vorsilben und Wortstämme gespalten und von anderen Satzteilen umgeben werden. Die Satzstellung ist Subjekt-Objekt-Verb (SOV), womit sich die französische Syntax von der deutschen in vielen Punkten unterscheidet. Das wird vor allem deutlich, wenn man Haupt- und Nebensätze miteinander vergleicht. Ein Beispiel ist der Satz Je le lui ai donné parce qu'il voulait l'avoir, welcher übersetzt "Ich habe es ihm gegeben, weil er es haben wollte" bedeutet. Die Unterschiede, von denen die Positionen der einzelnen Satzglieder betroffen sind, lassen sich wie folgt darstellen:
| Je | le | lui | ai | donné | parce qu' | il | voulait | l' | avoir |
| Ich | es | ihm | habe | gegeben | weil | er | wollte | es | haben |
Man sieht also, dass sich die SOV-Stellung nur auf Hauptsätze auswirkt. In Nebensätzen steht das Prädikat hinter dem Subjekt. Diese dem Französischlernenden ungewohnten Regeln kommen daher, dass das Französische dem polysynthetischen Sprachbau sehr stark folgt, was wiederum dazu führt, dass zahlreiche Silben leicht verschluckt werden können. Am deutlichsten zeigt sich das in dem fürs Französische typischen Andeinanderreihen der Objekte, vorausgesetzt diese stehen als Pronomen da.
Es gibt zwei grammatikalische Geschlechter, das männliche und das weibliche, und dementsprechend auch jeweils einen Artikel für jedes Geschlecht. Anders als im Spanischen ist es kaum möglich, anhand der Wortendungen das Genus eines Nomens herauszufinden. So sind garçon (Junge), poisson (Fisch) und hérisson (Igel) alle männlich, während chanson (Lied), leçon (Unterrichtsstunde) und boisson (Getränk) zu den femininen Substantiven gehören.
Das Neutrum findet im Französischen keine Entsprechung. Wörter, die im Deutschen das neutrale Genus haben, sind im Französischen entweder männlich oder weiblich. Vor Adjektive wird der männliche Artikel gesetzt, also le beau → "das Schöne".
Nomen wie amour (Liebe), eau (Wasser) und air (Luft) stiften öfters Verwirrung unter den Französischlernenden und auch innerhalb der für die französische Grammatik zuständigen Behörden. Obwohl amour im Singular männlich ist, erläutert die Académie française, dass es im Plural bereits sowohl weiblich als auch männlich benutzt worden sei.[5]
Das Französische kennt sowohl unbestimmte als auch bestimmte Artikel. Der bestimmte männliche Artikel ist le, der weibliche la. Der Pluralartikel lautet grundsätzlich les, egal welches Geschlecht das Nomen besitzt. Die unbestimmten Pendants lauten un und une. Anders als im Deutschen können auch die indefiniten Artikel in die Mehrzahl gesetzt werden, wobei es sich bei dem unbestimmten Pluralartikel um des handelt und dieser ebenfalls vom Genus unabhängig ist.
Substantive, die mit einem Vokal beginnen, haben den Artikel l', wie zum Beispiel "l'enfant" (das Kind). Unter diese Kategorie fallen sowohl männliche als auch weibliche Nomen. Um dennoch bestimmen zu können, welchem Genus solche Wörter angehören, vereinfacht man die Sache, indem man den unbestimmten Artikel vor das Wort zu setzen versucht.
Als Numeri gibt es Singular und Plural. Dem Englischen und Spanischen gleich sorgt die allgemeine Pluralregel dafür, dass man im Plural ein s ans Wortende dranhängt. Nomen, die bereits im Singular mit einem s aufhören, bleiben unverändert. Bei manchen Substantiven fügt man jedoch kein s, sondern ein x hinzu. Dies gilt hauptsächlich für Wörter, die mit "-eau" in der Einzahl enden. Eine Besonderheit stellen Vokabeln dar, die als Wortende ein "-al" im Singular haben und deshalb im Plural mit "-aux" aufhören, so wie journal (Zeitung) → journaux (Zeitungen). Einen unregelmäßigen Plural haben die Wörter "œil" (Auge) und "œuf" (Ei). Der Plural von œil lautet "yeux", während das Wort œuf die Mehrzahl "œufs" besitzt. Allerdings werden œuf und œufs anders ausgesprochen.
Offiziell sind die französischen Verben ihrer Endung nach in drei Gruppen unterteilt. Der 1. Gruppe sind die Verben mit der Endung "-er" zugeteilt, der zweiten die mit der Endung "-ir" und zur dritten gehören Verben mit den Endungen "-ir" (deren Konjugation sich von denen der 2. Gruppe unterscheidet), "-re" und "-oir".
Die wichtigsten Hilfsverben (fr. auxiliaires) sind "être" (= sein) und "avoir" (= haben). Im Unterschied zum Spanischen wird avoir im Französischen auch im Sinne von "besitzen" eingesetzt. Mithilfe dieser beiden Hilfsverben lassen sich Zeitformen wie das Perfekt bilden, wobei man immer dazulernen muss, ob man être oder avoir benutzen soll.
Das Französische kennt drei Partizipien (fr. participes), von denen sich eines im Präsens (participe présent) und zwei in der Vergangenheit (participe passé) befinden. Das Präsenspartizip wird geformt, indem man die Endung des Infinitivs entfernt und stattdessen "-ant" dranhängt. Bei Verben wie "placer" (= platzieren) ist diese Bildung unregelmäßig (plaçant), was an Modifikationen in der Aussprache liegt.
Das eine Vergangenheitspartizip entspricht dem des Deutschen, also placer → placé (= platziert). Das andere wird hergestellt, indem man das Präsenspartizip des Verbs avoir (→ ayant) und das Vergangenheitspartizip hintereinander schreibt; Beispiel: placer → ayant placé.
Im Französischen gibt es die Modi Indicatif, Subjonctif, Conditionnel, Impératif und Gérondif.
| Person | Indicatif | Person | Subjonctif |
|---|---|---|---|
| je | viens | que je1) | vienne |
| tu | viens | que tu | viennes |
| il, elle, on | vient | qu'il | vienne |
| nous | venons | que nous | venions2) |
| vous | venez | que vous | veniez2) |
| ils, elles | viennent | qu'ils | viennent |
Insgesamt existieren in der französischen Sprache die Tempora Présent, Passé composé, Imparfait, Plus-que-parfait, Passé simple, Passé antérieur, Passé récent, Futur simple, Futur antérieur und Futur proche.
Das französische Passiv wird mit einer Form des Verbes "être" (= sein) und dem Anhängen des Partizip Perfekts geformt. Daher funktioniert die Passivbildung nur bei Verben, die nicht das Hilfsverb être zur Bildung des Perfekts verlangen. Ein Beispiel ist hier der Satz "Les hommes te voient" (= Die Männer sehen dich), der zu "Tu es vu(e) par les hommes" ( = Du wirst von den Männern gesehen) umgewandelt wird.
| Aktiv | Passiv | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Les | hommes | te | voient. | Tu | es | vu(e)1) | par | les | hommes. | |
| Die | Männer | dich | sehen. | Du | wirst | gesehen | von | den | Männern. | |
1) Das Anhängen des e ist nur nötig, wenn die Person, die hinter dem "tu" steckt, feminin ist.
| Person | Personalpronomen |
|---|---|
| 1. Sg. | je |
| 2. Sg. | tu |
| 3. Sg. | il, elle, on1) |
| 1. Pl. | nous |
| 2. Pl. | vous2) |
| 3. Pl. | ils, elles3) |
1) Das französische Pronomen "on" entspricht nicht dem deutschen "es", sondern es kann sowohl mit "man" als auch mit "wir" übersetzt werden. Allerdings gilt das Ersetzen von "nous" durch "on" als umgangssprachlich.
2) "vous" entspricht nicht nur dem deutschen "ihr", sondern auch dem Höflichkeits-Sie. Im Französischen schreibt man es klein.
3) Zwischen dem Französischen und dem Deutschen besteht im Hinblick auf die 3. Person Plural der Unterschied, dass "elles" gewählt werden muss, wenn die gemeinten Objekte nur aus weiblichen Substantiven bestehen. Handelt es sich bei den Objekten jedoch um nur männliche oder um weibliche und männliche Substantive, benutzt man "ils".
| Person | Indirektes Objekt | Zur Hervorhebung benutztes Pronomen |
|---|---|---|
| 1. Sg. | me | moi |
| 2. Sg. | te | toi |
| 3. Sg. | lui | lui, elle1) |
| 1. Pl. | nous | nous2) |
| 2. Pl. | vous | vous |
| 3. Pl. | leur | eux, elles1) |
1) Die Hervorhebung der Pronomen elle/elles durch die Umwandlung in "elle elle"/"elles elles" kommt nur in der gesprochenen Sprache vor.
2) Bei der Hervorhebung setzt man immer das Personalpronomen "on" hinter das hervorhebende "nous". Wie folgt: Nous on a joué au football. = "Wir haben Fußball gespielt."
Da die Pronomen als einzige in der französischen Sprache dekliniert werden, existieren auch Beugungen wie die indirekten Objekte. Beispiel: Tu me donnes un cadeau. = "Du gibst mir ein Geschenk."
Im Französischen werden die Pronomen, genau wie im Spanischen, innerhalb des Satzes manchmal hervorgehoben, wenn sie besonders betont werden sollen oder ein Widerspruch zwischen den Handlungen verschiedener Subjekte deutlich gemacht werden soll. Dies tut man, indem man das die Hervorhebung vor das Personalpronomen setzt. Im Beispiel wird der Satz "Je suis allé à l'école" (= Ich bin in die Schule gegangen) dargestellt.
| Satz ohne Hervorhebung | Satz mit Hervorhebung | Übersetzung der Hervorhebung |
|---|---|---|
| Je suis allé à l'école. | Moi je suis allé à l'école. | Ich bin in die Schule gegangen (im Gegensatz zu jemand anderem). |
Die Demonstrativpronomina lauten "ce" (maskulinum) und "cette" (femininum). Nomen, die mit einem unausgesprochenen Laut wie h oder einem Vokal beginnen, erhalten das Pronomen "cet". Diese Regelung ist nur für männliche Nomen gültig, bei den weiblichen wird immer "cette" verwendet. Das Demonstrativpronomen der Mehrzahl ist grundsätzlich "ces".
Die Possessivpronomen stehen immer vor dem Wort, auf das sie sich beziehen. Nicht jedem einzelnen Personalpronomen ist ein Pendant zugeordnet. Das Pronomen richtet sich nach zwei Dingen: dem Personalpronomen, dem zu dem es gehört, und dem Genus und Numerus des Bezugswortes. Als Possessivpronomen in der französischen Sprache gelten:
| Person | für Mask. Sg. | für Fem. Sg. | für Pl. (m/f) |
|---|---|---|---|
| 1. Sg. | mon | ma | mes |
| 2. Sg. | ton | ta | tes |
| 3. Sg. | son1) | sa | ses |
| 1. Pl. | notre | notre | nos |
| 2. Pl. | votre | votre | vos |
| 3. Pl. | leur1) | leur | leurs |
1) Diese Possessivpronomen gelten sowohl für "il" und "elle" als auch für "ils" und "elles".
Durch eine Ausnahmeregelung muss man vor Nomen, die mit einem Vokal oder h anfangen, das Possessivpronomen für männliche Substantive setzen, auch wenn diese weiblich sind.
Die meisten Adjektive stehen hinter dem Substantiv, auf das sie sich beziehen:
| C'est un livre intéressant. | Das ist ein interessantes Buch. |
Einige Adjektive stehen allerdings vor dem jeweiligen Nomen. Dazu gehören beispielsweise "bon", "grand", "petit", "joli", "cher", "vrai" und "ancien".
| Elle a un grand livre. | Sie hat ein großes Buch. |
| Elle a des grands livres. | Sie hat große Bücher. |
Je nachdem, welches Geschlecht das Substantiv hat, wird das Adjektiv verändert:
| Singular | Plural | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| männlich | weiblich | männlich | weiblich | |||||
| grand | grande | grands | grandes | |||||
Adjektive, die bereits in der männliches Form im Singular die Endung -e besitzen, bekommen in der weiblichen Form kein weiteres -e angehängt! (Bsp.: drôle, drôle, drôles, drôles).
Allerdings ist auch diese Regelung von Ausnahmen betroffen, wie zum Beispiel bon → bonne; fou → folle.
Anders als im Deutschen wird das französische Adjektiv nicht durch ein Anhängsel in den Komparativ befördert, sondern indem man das Wort "plus" (= mehr) davorsetzt. Beispiel: profond → plus profond; tief → tiefer. Das deutsche Wort "als", mit dessen Hilfe ein Vergleich beschrieben wird, lautet im Französischen "que". Beispiel: Je suis plus grand que mon frère. = "Ich bin größer als mein Bruder." Zu Ausnahmen gehören bon → meilleur (= gut → besser) oder mauvais → pire (= schlecht → schlechter).
Den Superlativ bildet man, indem man sowohl einen bestimmten Artikel als auch plus vor das Adjektiv schreibt. Beispiel: C'est la plus grande personne du monde. = "Das ist die größte Person der Welt." Unregelmäßige Superlative sind le meilleur (das beste) oder le pire (das schlechteste).
Außerdem hat man im Französischen die vom Lateinischen abstammende Möglichkeit, Ausdrücken wie "sehr gut", "sehr groß" oder "sehr reich" eine eigene Form zu verleihen. Dazu hängt man -issime an das Adjektiv, also riche (reich) → richissime.
Wenn man die französische Grammatik allein auf der Basis der gesprochenen Sprache ohne Rücksicht auf die Orthographie beschreiben würde, würde die Darstellung weiter Teile der Grammatik erheblich anders als gewohnt und oft auch deutlich einfacher ausfallen. Aus diesem Grund kann es auch zum Erlernen der Sprache sinnvoll sein, die Grammatik einmal aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Es sollen hier nur zwei Teilbereiche exemplarisch vorgeführt werden.
Plural: Substantive zeigen in der Aussprache meistens keine spezielle Pluralform. Allerdings nehmen Substantive, die mit Vokal anlauten, ein Präfix /z-/ an, z.B.: /ɔm/ "Mensch", /zɔm/ "Menschen" (etwa in /le zɔm/ "die Menschen", /dø zɔm/ "zwei Menschen", /le bõ zɔm/ "die guten Menschen", etc.). In der traditionellen Beschreibung wird dieses /z/ vielmehr als normalerweise ungesprochener Teil des vorausgehenden Attributes gewertet, das aufgrund einer "Liaison"-Regel vor dem Substantiv lautend wird. Diese konträren Beschreibungsansätze sind deswegen beide möglich, weil im Französischen praktisch jedem Substantiv ein Attribut (Artikel etc.) vorangehen muss, und fast alle vor Plural vorkommenden Attribute auf geschriebenes -s enden. Nur in ganz wenigen Fällen ergeben sich Diskrepanzen, etwa bei dem Zahlwort /katrə/ "vier", das in der Schrift nicht auf -s endet. "Vier Menschen" heißt daher in korrektem Französisch /katrɔm/, man hört aber in der Umgangssprache durchaus auch gemäß der hier gegebenen Regel /katzɔm/.
Als Konsequenz der hier vorgeführten Regel wäre weiter zu sagen, dass Adjektive im Normalfall gar keine Pluralform bilden; auch das Konzept der "Liaison" kann bei dieser Betrachtungsweise weitgehend entfallen.
Unregelmäßige Verben im Indikativ Präsens: Bei konsequent von der Aussprache ausgehender Beschreibung würden sich die traditionell als unregelmäßig angesehenen Verben ziemlich weitgehend als regelmäßig beschreiben lassen. Für die Verben der Konjugationen auf -oir /-war/ und -re /-rə/ kann im Wesentlichen die Regel formuliert werden, dass dann, wenn der Stamm auf einen Konsonanten endet, dieser Konsonant im Singular des Indikativ Präsens entfällt. So heißt es von battre /batrə/ "schlagen", Stamm /bat/, im Plural /bat-õ/ (1.pl.), /bat-e/ (2.pl.), /bat/ (3.pl.), im Singular (1.,2.,3. Person) aber nur /ba/ mit Fortfall des /t/.
Das Verb vouloir /vul-war/ "wollen" lässt sich gut beschreiben, indem man einen Stamm /vøl/ ansetzt. Regelmäßig sind dann 1.,2.,3.sg. /vø/ (mit Fortfall des -l) sowie die 3.pl. /vœl/ (œ als automatische Variante von ø in geschlossener Silbe). Für die Formen mit Endung (1.pl. /vul-õ/, 2.pl. /vul-e/, sowie den Infinitiv) braucht man noch die Zusatzregel, dass /ø/ in unbetonter Stellung zu /u/ reduziert wird. Auch bei einem besonders unregelmäßigen Verb wie avoir /av-war/ "haben" lassen sich als regelmäßig immerhin noch beschreiben die 2.,3.sg. /a/, 1.pl. /av-õ/ und die 2.pl. /av-e/; wirklich "unregelmäßig" sind nur noch die 1.sg. /e/ (statt erwartetem */a/) und die 3.pl. /õ/ (statt erwartetem */av/).
Die zehn häufigsten Wörter im Französischen lauten: de, la, le, et, les, des, en, un, du und une. [6]
Die Französische Sprache wird reguliert durch:
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:
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