Freewriting ist eine Methode des Kreativen Schreibens. Sie wurde unter diesem Namen von Ken Macrorie in den 1960er Jahren eingeführt, ist aber tatsächlich wesentlich älter. So finden sich in allen Schriftkulturen Formen des freien, d. h. nicht zielorientierten Schreibens. In vielen Religionen ist das freie Schreiben eine Form gewesen, wie sich göttlicher Wille offenbaren kann. Im Surrealismus und im Dadaismus ist Freewriting unter dem Namen Automatisches Schreiben bekannt gewesen.
Der Schreibende sitzt vor einem leeren Blatt und beginnt zehn Minuten lang möglichst zügig und ohne Unterbrechung zu schreiben, d. h. der Stift wird nicht abgesetzt. Jeder Einfall wird notiert. Die hohe Geschwindigkeit soll verhindern, dass eine Reflexion während der Schreibphase den Schreibfluss blockiert. Zu den Notizen gehören Satzfragmenten, Bilder, sprachliche Rhythmen, Wiederholungen, Assoziationen etc. Bleiben neue Einfälle aus (was vor allem bei Anfängern früh der Fall ist), werden einfach die letzten Worte wiederholt oder der Stift wellenartig über das Papier bewegt, bis sich ein neuer Einfall einstellt.
Freewriting gilt heute in seinen zahlreichen Varianten als eine Grundmethode des Kreativen Schreibens. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist dabei der Grad der Freiheit, der den Schreibenden gelassen wird.
siehe auch: Kreativitätstechnik-Methoden