| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Freiheitsstatue (Begriffsklärung). |
| Statue of Liberty National Monument | |
|---|---|
| Gesamtansicht | |
| Lage: | Liberty Island, New York, USA |
| Nächste Stadt: | Jersey City |
| Fläche: | 0,2 km² |
| Gründung: | 15. Oktober 1924 |
| Besucher: | 4.235.595 (2005) |
| Statue in Detailsicht | |
Die amerikanische Freiheitsstatue (engl. Statue of Liberty, offiziell „Liberty Enlightening the World“, umgangssprachlich auch „Miss Liberty“ oder „Lady Liberty“) ist eine Statue im New Yorker Hafen auf Liberty Island zur Begrüßung von Einwanderern und Heimkömmlingen, die am 28. Oktober 1886 eingeweiht wurde. Sie war ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten und sollte ursprünglich 1876 zur Hundertjahrfeier der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 vollendet werden.
Inhaltsverzeichnis |
Die Statue hat eine Höhe von 46,5 m ohne Sockel, mit Sockel sind es 93 m. Sie besteht aus einem Kupfermantel, der von einem Eisengerüst gehalten wird. Die Statue wiegt alles in allem um die 225 Tonnen. Das Kupfer hat durch die Bildung von Patina eine grüne Farbe angenommen. Der Sockel ist aus Stein und wurde auf einem sternförmigen Fort errichtet, das einer ehemaligen Befestigungsanlage der Insel nachempfunden ist. Im Sockel befindet sich ein Museum.
Die dargestellte Freiheitsgöttin steht mit einem Fuß auf zerbrochenen Ketten, die die Sklaverei symbolisieren. Sie hält in ihrer linken Hand eine Tafel mit der Inschrift "JULY IV MDCCLXXVI" (4. Juli 1776), dem Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. In ihrer erhobenen rechten Hand hält sie eine Fackel mit einer goldbeschichteten Flamme. Die Statue ist mit einer siebenstrahligen Krone geschmückt, in der sich 25 Fenster befinden. Die sieben Strahlen symbolisieren die sieben Meere und Kontinente, die 25 Fenster repräsentieren die 25 Edelsteine der Welt.
Der aus der elsässischen Stadt Colmar stammende Künstler Frédéric Auguste Bartholdi entwarf die Außenhaut der Statue. Das Eisenskelett, welches die Kupferstatue von innen stützt, wurde von Gustave Eiffel, dem Konstrukteur des Eiffelturms, konzipiert.
Am Podest der Statue befindet sich eine Bronzetafel mit dem Gedicht „The New Colossus“ (zu deutsch: „Der neue Koloss“) von Emma Lazarus. Die in den Vereinigten Staaten oft zitierten letzten Zeilen des Gedichts lauten:
Zu deutsch:
Die Insel, auf der die Freiheitsstatue steht, hieß ursprünglich Bedloe's Island und wurde am 3. August 1956 von US-Präsident Eisenhower in Liberty Island (zu deutsch: Freiheitsinsel) umbenannt.
Für die Konstruktion des Monuments einigte man sich auf eine Zusammenarbeit, d. h. darauf, dass die Vereinigten Staaten den Sockel errichten würden und die Franzosen für die Konstruktion und den Transport der Statue verantwortlich sein würden. Auf beiden Seiten gab es jedoch Finanzierungsprobleme. In Frankreich sorgte man durch öffentliche Gelder, verschiedene öffentliche Veranstaltungen und eine Lotterie dafür, die 2,25 Mio Franc aufzubringen. In den Vereinigten Staaten wurden die benötigten Gelder durch Benefiz-Theaterveranstaltungen, Kunstausstellungen, Auktionen und Preisboxen beschafft. Trotzdem lief die Spendensammlung schleppend. Joseph Pulitzer stellte daraufhin seine Zeitung, The World, zur Verfügung, um die Spendensammlung zu unterstützen. Pulitzer kritisierte dabei in seiner Zeitung die Reichen, die die Kosten für den Sockel nicht aufbrachten und die Bürger, die sich darauf verließen, dass die Besserverdienenden alles aufbringen würden. Diese Kritik und die damit verbundene Kampagne motivierte die US-Bürger erfolgreich zum Spenden. Im August 1885 war die Finanzierung des Sockelbaus gesichert.
Die Stelle, an der die Statue stehen sollte, wurde von William Tecumseh Sherman ausgewählt, der auf Bartholdis persönlichen Wunsch angereist war. Er wählte die damals unter dem Namen Bedloe's Island bekannte Insel, die schon im frühen 19. Jh. eine sternenförmige Befestigungsanlage enthalten hatte. Diese Insel wurde 1877 durch einen Senatsbeschluss als Standort angenommen.
Diese Statue stand schon einmal in einer anderen großen Stadt, in Paris. Dort war sie probeweise 1884 zusammengesetzt worden, bevor sie in 350 Einzelteile zerlegt und in 214 Kisten verpackt nach New York verschifft wurde. Sie erreichte den New Yorker Hafen am 17. Juni 1885 an Bord der französischen Fregatte Isère.
Die Idee zu der Statue und zur Schenkung an die junge USA hatte der französische Rechtswissenschaftler Édouard René Lefebvre de Laboulaye, der 1865 seine Vision veröffentlichte. Er gründete eine Stiftung, die zum Ziel hatte, die angebliche alte franko–amerikanische Freundschaft zu beschwören. So ganz uneigennützig dürfte diese Freundschaftsbeschwörung allerdings nicht gewesen sein, denn Frankreich hat es sicher sehr ungern gesehen, dass die englische Kultur und Sprache diesen neuen riesigen Kontinent allein bestimmen sollten.
Frankreich befand sich damals – im ausgehenden 19. Jh. – im Gegensatz zu New York - in einer hervorragenden wirtschaftlichen Position. Die Weltausstellung 1889 aus Anlass des 100–Jahre–Jubiläums der französischen Revolution war geplant, die mit dem Eiffelturm das neue höchste Gebäude der Welt sehen sollte. Das Geschenk sollte als Erinnerung an die Zusammenarbeit beider Nationen bei der Amerikanischen und der Französischen Revolution dienen.
Die Statue war nie als Begrüßung der Immigranten gedacht. Laboulaye, der ursprüngliche Ideengeber, wollte damit direkt nach Beendigung des amerikanischen Bürgerkrieges 1865 die Sklavenbefreiung ehren und den Sieg der Union über die Konföderierten des Südens. Heute wird nicht einmal auf der Inschrift des Sockels darauf Bezug genommen, sondern lediglich auf die französisch–amerikanische Freundschaft.
Das eingravierte Gedicht von Emma Lazarus am Sockel lautet: „Kommet alle zu mir – die Müden, die Armen, die bedrückten Massen, die es nach freier Luft gelüstet.“ Es klingt ein bisschen nach der Bergpredigt aus dem Neuen Testament. Hier wird also schon nicht mehr auf die Sklavenbefreiung Bezug genommen, sondern ausschließlich auf die kommenden dringend benötigten Immigranten.
Die erhobene Fackel in der Hand der Liberty bedeutet übrigens nach antiker Tradition die Herrschaft über sich selbst.
Der rechte Arm und die Fackel waren bereits im Vorfeld fertiggestellt und zur Jahrhundertausstellung nach Philadelphia gebracht worden. Am 28. Oktober 1886 wurde die Statue von dem damaligen US-Präsidenten Grover Cleveland vor tausenden Zuschauern eingeweiht. Sie war damit über 10 Jahre nach dem eigentlichen Anlass, dem 100. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, übergeben worden.
Am 3. Juli und 4. Juli 1986 wurde die Statue zum 100-jährigen Bestehen nach dreijähriger Renovierungszeit von einer privaten Stiftung unter Aufsicht einer Regierungsstelle eingeweiht. Im Beisein von US-Präsident Ronald Reagan und des französischen Präsidenten François Mitterrand wurde mit einem rauschenden Fest und einem pompösen Feuerwerk (Kosten: 2 Mio. Dollar) gefeiert.
Es bestand eine strukturelle Schwäche im rechten Arm und der Schulter. Der Eisenrahmen und die Fackel waren durch Wasser und organische Ablagerungen stark beschädigt.
Das ursprüngliche Eisen der Schulter wurde durch einen kohlenstoffarmen rostfreien Stahl komplett ersetzt. Die galvanische Korrosion zwischen der kupfernen Hülle und dem Eisenskelett wurde durch ein silikonunterstütztes Teflonklebeband verhindert. Die Fackel, die über die Zeit eine Reihe von Änderungen erfahren hatte, wurde durch eine mit Gold beschichtete Reproduktion ersetzt.
Die Idee zum Bau einer Statue als Geschenk für die Vereinigten Staaten von Amerika anlässlich des 100. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung entstand in Frankreich in einer politisch unruhigen Situation, in der die noch junge, dritte Französische Republik nach wie vor von republikfeindlichen Bürgern als Übergangslösung betrachtet wurde. Die Statue als Geschenk an eine große, republikanische Nation ist daher als Zeichen in Richtung eines politisch-ideologischen Verbündeten zu sehen.
Mit dem Entwurf der Statue wurde der französische Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi beauftragt. Ziel war es, die Statue im Jahr 1876 fertigzustellen. Bartholdi nutzte einen Entwurf, den er bereits im Jahr 1869 für den Eingang des damals fertiggestellten Suezkanal erstellt hatte. Anhand eines amerikanischen Modells, Isabella Eugenie Boyer, der Frau des Nähmaschinenherstellers Isaac Merritt Singer, überarbeitete er diesen Entwurf für die neue Bestimmung.
Möglicherweise wurde Frédéric Auguste Bartholdi beim Entwurf der Freiheitsstatue von der „Statua della Libertà della Poesia“ inspiriert, die von Pio Fedi (1816 – 1892) gestaltet wurde und ein Grabmal für Giovan Battista Niccolini in der Kirche Santa Croce in Florenz ziert. Diese Statue weist, von der Körperhaltung, über die Krone und die Kleidung, bis zum Gesichtsausdruck eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Freiheitsstatue auf. Aufgrund der biografischen Gegebenheiten wäre die Inspiration Giovan Battista Niccolini durch Pio Fedis Statue möglich, allerdings arbeiten Historiker noch an der Verifizierung der Hypothese.
Die Freiheitsstatue verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert und ist für viele Menschen ein Symbol für die Vereinigten Staaten von Amerika, ähnlich wie der Sternenbanner oder Uncle Sam. Um diese Symbolik entstehen zum Teil hitzige Kontroversen, für viele ist sie ebenso eine Reizfigur. Die Kontroverse behandelt dabei selten die Statue selbst. Vielmehr wird nach der Wahrhaftigkeit der Symbolik gefragt, die entweder mit dem „American dream“ und der Offenheit der amerikanischen Gesellschaft bestätigt oder aber als Heuchelei abgelehnt wird. Ein Zitat, das dem irischen Literaturnobelpreisträger George Bernard Shaw zugeschrieben wird, lautet:
Neben der weltweiten Bekanntheit hat die Freiheitsstatue in der amerikanischen Gesellschaft eine große Bedeutung. Vielen über den Atlantik Eingewanderten war sie ein Symbol der Hoffnung, und Aufnahmen belegen, dass sie bis heute von Eintreffenden begrüßt wird. Als nationaler Mythos gilt vielen Amerikanern, dass aus anderen Himmelsrichtungen Eingewanderte es bereut hätten, sie nicht gesehen zu haben, bis sie sich eine Reise zur Statue leisten konnten.
In den amerikanischen Medien gilt die Freiheitsstatue als Mahnwächterin über die von ihr symbolisierten Werte. Damit ist sie weltweit, insbesondere jedoch in Amerika, Objekt zahlreicher Karikaturen, in denen sie mit verändertem Gesichtsausdruck, veränderten Posen oder mit geänderten Objekten in ihren Händen gezeigt wird.
Nach den Terroranschlägen des 11. September hielt US-Präsident George W. Bush eine abendliche Rede zur Haupt-Fernsehzeit auf Ellis Island mit der Freiheitsstatue im Rücken. Ronald Reagan hatte bereits am 4. Juli 1986 auf Governor's Island mit der Statue im Rücken gesprochen.
Winde von 50 Meilen pro Stunde (~ 80,5 km/h) bringen die Statue ca 3 Zoll (~ 7,62 cm) zum Pendeln und die Fackel um 5 Zoll (~ 12,7 cm) aus der Ruheposition.
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 war die Freiheitsstatue für Besucher nicht mehr zugänglich. Seit dem 3. August 2004 ist sie teilweise wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Geöffnet für das Publikum werden das „Statue of Liberty“-Museum, der Sockel der Statue sowie die Beobachtungsplattform in etwa 50 Metern Höhe. Der Besucher kann heute nur durch eine Glasdecke die Innenarchitektur der „Lady“ bewundern. Die Aussichtsplattform in der Krone bleibt weiterhin geschlossen. Sicherheitskontrollen sind schon vor der Fährüberfahrt nach „Liberty Island“ bzw. "Ellis Island" zu absolvieren, ebenso nochmals vor dem eigentlichen Besuch der Statue.
Es gibt mehrere Kopien der Statue und der Fackel. Unter anderem folgende:
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