Freistaat Anhalt

Anhalt
Flagge Wappen
Flagge von Anhalt Wappen von Anhalt
Karte
Anhalt 1863-1942
Daten aus dem Jahr 1925
Landeshauptstadt Dessau
Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Ministerpräsident
Verfassung Verfassung für Anhalt vom 18.Juli.1919
Bestehen 1918-1945
Fläche 2.314 km²
Einwohner 351.045
Bevölkerungsdichte 152 Einwohner pro km²
Religionen 91,4 % Ev.
4,0 % Römisch-katholische
0,1 % andere Christen
0,3 % Juden
4,2 % Sonstige
Entstanden aus Herzogtum Anhalt
Heute (Teil von): Sachsen-Anhalt
Hymne Anhalt-Lied
Lage im Deutschen Reich
Reichsrat 1 Stimme
Kfz-Kennzeichen A

Der Freistaat Anhalt war ein Land des Deutschen Reiches in der Zeit der Weimarer Republik und ist der Nachfolger des Herzogtums Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 12. November 1918 wurde aus dem Herzogtum Anhalt eine Republik, da Herzog Joachim Ernst nach Straßendemonstrationen abdankt. Die Abdankung folgte der Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats in Dessau unter dem Vorsitz von Bürgermeister Fritz Hesse am 9. November 1918. Am 14. November kam es zur Bildung einer vorläufigen SPD/DDP-Regierung unter Führung von Wolfgang Heine (SPD).

Bei den für den 15. Dezember 1918 angesetzten Wahlen zur verfassunggebenden Landesversammlung erreicht die SPD die absolute Mehrheit, entschließt sich jedoch dazu, die Koalition mit der DDP fortzusetzen. Die verfassungsgebende Landesversammlung schloss ihren Auftrag der Ausarbeitung einer Verfassung mit der Annahme der Verfassung für Anhalt vom 18.Juli.1919 ab.

Bei den Landtagswahlen im April 1932 wurde die NSDAP mit 15 Mandaten (6 Mandatsträger waren aus Dessau) stärkste Fraktion. Mit Hilfe der bürgerlichen Rechten wurde im Mai Alfred Freyberg (NSDAP) zum Ministerpräsidenten einer NSDAP/DNVP-Koalition gewählt. Freyberg war der erste nationalsozialistische Ministerpräsident in Deutschland. Unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft musste unter anderem das Bauhaus in Dessau seinen Lehr- und Forschungsbetrieb einstellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Anhalt seine Eigenständigkeit und wurde mit der der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen zum Land Sachsen-Anhalt zusammengeschlossen.

Nach der Herstellung der deutschen Einheit führte die Kreisreform 1994 innerhalb des Landes Sachsen-Anhalt zur Einrichtung des Landkreis Anhalt-Zerbst, so dass der historische Name "Anhalt" nicht nur im Landesnamen, sondern auch in einem Kreisnamen weiter lebt. In der Evangelischen Kirche entspricht das Gebiet der Evangelischen Landeskirche Anhalts noch heute dem ehemaligen Herzogtum bzw. Freistaat.

Politik

Ministerpräsidenten

Die Präsidenten des Staatsrates 1918 – 1922 bzw. Ministerpräsidenten des Freistaates Anhalt 1922 – 1933 bzw. Landes Anhalt 1933 – 1945:

Reichsstatthalter

Mit dem Vorläufigen Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich verloren die Länder ihre Souveränität und es wurden folgende Reichsstatthalter für Anhalt und Braunschweig mit Sitz in Dessau eingesetzt:

Verwaltungsgliederung des Landes Anhalt 1918-1945

  1. Stadtkreis Bernburg (seit 1933)
  2. Stadtkreis Dessau (seit 1933)
  3. Stadtkreis Köthen
  4. Stadtkreis Zerbst (seit 1935)
  1. Landkreis Ballenstedt
  2. Landkreis Bernburg
  3. Landkreis Dessau-Köthen
  4. Landkreis Zerbst
Karte von Anhalt (1897) aus Meyers. Alle zu Anhalt gehörigen Gebiete sind schwarz umrandet.
Karte von Anhalt (1897) aus Meyers. Alle zu Anhalt gehörigen Gebiete sind schwarz umrandet.

Bevölkerung und Fläche

351.045 Einwohner; 2299 km² (1925)
436.213 Einwohner; 2314 km² (Mai 1939)

1942 wurden die preußischen Gemeinden Löbnitz a. d. Linde, Repau, Pösigk, Schierau, Priorau, Möst und Goltewitz in das Land Anhalt eingegliedert sowie die Gemeinden Tilkerode, Unterwiederstedt und Wadendorf in die Provinz Sachsen des Landes Preußen ausgegliedert.


Literatur

  • Walther Eggert: Anhaltisches Mosaik: Landschafts- und Kulturbilder aus dem ehemaligen Land Anhalt. Frankfurt/Main: Weidlich 1971 ISBN 3-8035-0555-0
  • Johannes Jansson: Das Fürstentum Anhalt und das Erzbistum Magdeburg - 1647. (Historische Karte: Principatus Anhaldinus et Magdeburgensis Archiepiscopatu). Reprint Bad Langensalza: Rockstuhl 2003. ISBN 3-932554-92-2
  • Wilhelm van Kempen: Schlösser und Herrensitze in Provinz Sachsen und in Anhalt. Frankfurt/Main: Weidlich 1961
  • Norbert Michels, Hrsg.: Anhalt in alten Ansichten: Landschaft, Baukunst, Lebenswelten. Halle: Mitteldeutscher Verlag 2006. ISBN 3-89812-350-2
  • Reinhold Specht: Bibliografie zur Geschichte Anhalts, 1930/3
  • J. Wütschke: "Zur Territorialentwicklung Anhalts", in: Anhaltische Geschichtsblätter 13 (1937)
  • J. Wütschke: Territorialentwicklung Anhalts (Atlas des Saale- und mittleren Elbegebiets) 1958

Weblinks

Commons
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Quelle:
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