| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Landkreis: | Hochtaunuskreis | |
| Koordinaten: | 50° 15′ N, 8° 38′ O | |
| Höhe: | 200 m ü. NN | |
| Fläche: | 30,12 km² | |
| Einwohner: | 24.483 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 813 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 61381 | |
| Vorwahlen: | 06172 (Friedrichsdorf, Dillingen, Seulberg), 06175 (Köppern) und 06007 (Burgholzhausen) | |
| Kfz-Kennzeichen: | HG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 34 002 | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hugenottenstraße 55 61381 Friedrichsdorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Horst Burghardt (Bündnis 90/Die Grünen) | |
Friedrichsdorf ist eine Stadt im Hochtaunuskreis, rund 20 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main.
Inhaltsverzeichnis |
Friedrichsdorf liegt im Taunus und ist nach Bad Homburg und Oberursel die drittgrößte Gemeinde im Hochtaunuskreis. Das Stadtgebiet umfasst zum einen landwirtschaftlich geprägte Flächen wie etwa bei Burgholzhausen, die am Rand der Wetterau liegen. Zum anderen findet sich auch ein großes Waldgebiet am Taunuskamm. Darin befindet sich der höchste Punkt der Gemarkung, die Gickelsburg, mit 471 m. ü. NN. Vom Taunuskamm her durchfließt der Erlenbach die Stadt. Friedrichsdorf liegt am Südhang des Taunus, was eine gewisse Klimagunst bedingt: Die nach Süden exponierte Lage lässt mehr Sonnenstunden zu und die Gemeinde ist vor kalten Nordwinden durch den Taunushauptkamm geschützt. Dadurch ist Friedrichsdorf ein beliebtes Siedlungsgebiet wie der gesamte Vordertaunus.
Friedrichsdorf grenzt im Norden und Osten an die Stadt Rosbach (Wetteraukreis), im Süden an die Stadt Bad Homburg sowie im Westen an die Gemeinde Wehrheim.
Die Gründung im Jahre 1687 geht auf die Hugenottenverfolgung in Frankreich zurück. Millionen flohen aus Frankreich. Einem Teil gewährte Landgraf Friedrich II. mit den Worten „Lieber will ich mein Silbergerät verkaufen, als diesen armen Leuten die Aufnahme versagen“ Asyl. Sie gründeten Friedrichsdorf, welches die Hugenotten aus Dankbarkeit nach ihm benannten. Sie brachten Flanell und Strümpfe aus Frankreich mit, die sich rasch verbreiteten.
Später wurde in Friedrichsdorf Zwieback produziert, deswegen wird Friedrichsdorf „Stadt des Zwiebacks“ genannt. Aus dem Zwiebackfabrikanten „Emil Pauly“ ging Milupa hervor. Die in Friedrichsdorf stehende Milupa-Fabrik ist allerdings ins Ausland verlegt worden, nur die Labors und Bürogebäude bleiben.
Der berühmteste Sohn der Stadt war Philipp Reis, Lehrer am Institut Garnier und Erfinder der elektrischen Übertragung von Sprache, besser bekannt als Telefon. Ihm wurde in Friedrichsdorf ein Museum gewidmet, das in seinem Wohnhaus untergebracht und als „Philipp-Reis-Haus“ bekannt ist. Außerdem wurde die Friedrichsdorfer Gesamtschule (Philipp-Reis-Schule; „PRS“) nach ihm benannt.
Im Jahre 1916 wurde Dillingen eingemeindet, das erst 1804 gegründet worden war. Seinen Namen übernahm Dillingen von einer Wüstung aus dem Dreißigjährigen Krieg, in deren Gemarkung die Friedrichsdorfer Hugenotten siedelten.
Im Juli 1972 haben sich die Gemeinden Friedrichsdorf, Seulberg, Köppern und Burgholzhausen im Zuge der Gebietsreform zur Stadt Friedrichsdorf/Taunus zusammengeschlossen.
Köppern wird 1269 erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit wurde dem Buchard von Printsac eine Mühle zu „coppern“ vom Grafen Gerhard von Eppstein zum Lehen gegeben. Leinenweberei und Ziegelbrennerei stellten neben der Landwirtschaft lange Zeit die wichtigsten Erwerbszweige dar. Später kamen die Fabrikation von Hüten und die Verarbeitung von Leder hinzu. 1901 wurde vom Frankfurter Arzt Emil Sioli das heute noch bestehende Waldkrankenhaus (Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) gegründet. In Köppern gibt es eine Streethockeymannschaft, die unter anderen vom Eishockeyprofi Ingo Schwarz (Verein Rote Teufel Bad Nauheim) trainiert wird.
1221 wird in Urkunden Burgholzhausen als Holzhausen erstmals erwähnt. Im Jahr 1803 zählte Burgholzhausen zu den letzten fünf verbliebenen freien Reichsdörfern im Alten Reich. Als wichtigste Erwerbszweige galten neben Landwirtschaft und Leinenweberei die Herstellung von Fliesen, deren Grundstoff aus nahegelegenen Lehmgruben gewonnen wurde. Ende des 17. Jahrhundert wurde durch die Herrschaft des Geschlechtes der Ingelheimer der Obstanbau nach Burgholzhausen gebracht.
Im Lorscher Codex wird Seulberg 767 zum ersten Mal erwähnt. Seulberg gilt als eine der ältesten Siedlungen im Hochtaunuskreis. Neben Landwirtschaft und Leinenweberei ist hier die Töpferei lange ein wichtiger Erwerbszweig gewesen. Mit den Hugenotten in Friedrichsdorf bestanden rege Handelsbeziehungen. Ein eher trübes Kapitel stellen die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert dar, in deren Verlauf 31 Frauen hingerichtet wurden.
Das erste Wappen erhielt Friedrichsdorf 1821 in Erinnerung an den Besuch der russischen Prinzessin Alexandra (und ihrer acht Gäste) bei Graf Friedrich in Bad Homburg: In Blau neun ringförmig angeordnete silberne Rosen.
Nach der Eingliederung wurde 1975 ein neues Wappen geschaffen, das auch die neuen Stadtteile berücksichtigt: Oben in Blau eine silberne Rose (Friedrichsdorf), links in Silber das rote vierspeichige Rad von Köppern, rechts in Silber ein rotes Hufeisen für Seulberg und unten in Rot der goldene Turm aus dem Wappen von Burgholzhausen.
Nicht nur in der Tradition, auch in der Moderne ist Friedrichsdorf Standort namhafter Firmen. In den verschiedenen Gewerbegebieten finden sich zahlreiche Unternehmen, deren Namen auch national und international bekannt sind. Teilweise handelt es sich um die deutschen Niederlassungen von weltweit agierenden Unternehmen oder um die Zentrale deutscher Firmen.
Hierbei handelt es sich beispielsweise um Namen wie Kawasaki (Motorräder), Bose Corporation (HiFi), OETTINGER Performance GmbH, Milupa (Babynahrung), Peiker Acustic (Schalltechnik), MAXON (3D Software), World Vision Deutschland e. V. und viele mehr.
Durch die Friedrichsdorfer Gemarkung verläuft die wichtige Verkehrsachse A 5, die am nördlichen Rand des Stadtgebiets auch eine Anschlussstelle (16, Friedberg/Friedrichsdorf) hat. Außerdem durchquerte die B 455 die Stadt, die durch die L 3057 (seit 2006 die Friedrichsdorfer Entlastungsstraße) abgelöst wurde.
Die Entlastungsstraße verläuft fast immer parallel zur A 5. Sie soll vor allem in Köppern eine Entlastung bringen, da die Route über Köppern, Friedrichsdorf und Bad Homburg eine vielgenutzte Ausweichstrecke zur Autobahn ist. Nach langen Planungen war im November 2002 Spatenstich für den ersten Abschnitt. Der westlich von Burgholzhausen gelegene Straßenabschnitt einschließlich des ersten Friedrichsdorfer Kreisverkehrs beim Gewerbegebiet Max-Planck-Straße wurden 2003 eröffnet. Im April 2005 begannen die Arbeiten am Nordabschnitt östlich Köppern. Er beginnt am bisherigen Ende des mittleren Abschnitts. An der Verbindungsstraße Köppern–Rodheim endet der Neubau, bis zum Köpperner Kreuz wurde die alte Straße ausgebaut. Auch das Köpperner Kreuz wurde komplett neu angelegt und der Hauptverkehrsfluss. Im Oktober 2006 konnte der Nordabschnitt wesentlich früher als geplant für den Verkehr freigegeben werden.
Für den Südabschnitt lief seit Frühling 2007 ein Planfeststellungsverfahren. Ursprünglich war geplant, die vorhandenen Kreisstraßen und das Zwischenstück der Seulberger Umgehungsstraße auszubauen. Nach Protesten seitens der Anwohner wurde ein Lärmschutz mit in die Planungen einbezogen. Es zeigte sich jedoch, dass diese Kombination teurer sein würde als der bis dahin als unwahrscheinliche Variante gehandelte Neubau unmittelbar neben der Autobahn. Mitte Juni 2007 wurde der Bau des Südabschnitts dann beschlossen. Als Ausgleich soll die Kreisstraße Seulberg–Burgholzhausen aufgelassen werden.[1][2]
Auch mit Schienenverkehr ist die Stadt gut versorgt. Insgesamt vier Stationen sind auf alle Stadtteile verteilt. Damit ist Friedrichsdorf an die S-Bahn (S5), die Taunusbahn und als Querverbindung zur Main-Weser-Bahn die Strecke nach Friedberg angeschlossen.
Der internationale Rhein-Main-Flughafen ist über die Straßen leicht zu erreichen. Zudem ist die Firma Rotorflug in Friedrichsdorf ansässig, die Helikopterflüge anbietet.
Es gibt in Friedrichsdorf in jedem der vier Stadtteile jeweils eine Grundschule; die Grundschule in der Kernstadt heißt Peter-Härtling-Schule, die Seulberger Hardtwaldschule Seulberg.
In der direkten Nachbarschaft der Peter-Härtling-Schule liegt im Hohen Weg die Philipp-Reis-Schule (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe), welche jährlich rund 1.600 Schülerinnen und Schüler besuchen. Ein neues Schulgebäude soll bald zwischen Schäferborn und Spießwald erbaut werden und dann unter anderem eine große Mensa besitzen und als Ganztagsschule fungieren. Was mit dem alten Schulgelände passiert, ist noch nicht entschieden, jedoch könnte ein neues Wohngebiet entstehen, da die Grundstücke am Dillinger Hang wegen der Aussicht beliebt sind.
Desweiteren gibt es in der Hugenottenstraße die Rhein-Main International Montessori School (RIMS), eine kostenpflichtige Privatschule, die zwischen 2006 und 2007 erweitert und ausgebaut wurde.
(wenn nicht anders angegeben, jeweils zum 31. Dezember)
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1987 (25. Mai) | 22.336 |
| 1998 | 24.404 |
| 1999 | 24.128 |
| 2000 | 24.282 |
| 2001 | 24.406 |
| 2002 | 24.572 |
| 2003 | 24.497 |
| 2004 | 24.605 |
| 2006 (30. Juni) | 24.522 |
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 37,1 | 14 | 34,1 | 13 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 19,9 | 7 | 26,4 | 10 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 15,9 | 6 | 14,5 | 5 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 8,6 | 3 | 6,3 | 2 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft | 15,5 | 6 | 8,5 | 3 |
| REP | Die Republikaner | 1,9 | 1 | 2,3 | 1 |
| LLF | Linke Liste Friedrichsdorf | 1,1 | 0 | — | — |
| UWG | Unabhängige Wählergemeinschaft | — | — | 8,0 | 3 |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 46,9 | 56,3 | |||
In Friedrichsdorf steht der Frankfurt-Tempel, einer der beiden Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Deutschland.
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