Eine Fußgängerzone ist eine den Fußgängern vorbehaltene, meist innerstädtische Straße. Durch ein zum Schild "Fußgängerzone" angebrachtes Zusatzzeichen wird vielerorts das Befahren für Kraftfahrzeuge oder auch Fahrräder freigegeben, zumeist eingeschränkt auf Lieferverkehr, ÖPNV und bestimmte Tageszeiten. Es darf nicht schneller gefahren werden als mit Schrittgeschwindigkeit, Fußgänger haben Vorrang.
Kinder bis zehn Jahre dürfen ganztäglich die Fußgängerzone mit Fahrrädern benutzen, da Fußgängerzonen als Gehweg gewertet werden. Auf Fußgänger ist dann besondere Rücksicht zu nehmen.
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In vielen Fällen wurde in den 1950er Jahren die Gelegenheit des Wiederaufbaus von im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtkernen benutzt, um Fußgängerzonen als wesentliches Element modernen Städtebaus zu planen und einzurichten. Dabei wurde ein Konzept umgesetzt, das Verkehr, Einkaufen und Wohnen räumlich trennt: Einkaufen sollte in Fußgängerzonen stattfinden; sie wurden so zu einem Symbol prosperierenden Wirtschaftslebens und vielerorts zum zentralen Ort des anspruchsvollen Massenkonsums. Insbesondere in größeren Städten finden sich dort auch große Kaufhäuser.
Ein Vorläufer der Fußgängerzonen in Deutschland wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in den 1920er Jahren in der Kettwiger Straße in Essen angelegt.
Nach dem Krieg wurde am 9. November 1953 als offizielle erste Fußgängerzone Deutschlands die Treppenstraße in Kassel eröffnet. Sie ging aus einem Wiederaufbauwettbewerb von 1947 hervor. Kiel folgte mit der Holstenstraße am 12. Dezember 1953; entsprechende Planungen gab es hier zwar bereits seit 1950/1951, doch die Freigabe erfolgte erst zwei Jahre später. Auch Stuttgart behauptet gern, 1953 die erste Fußgängerzone Deutschlands eröffnet zu haben, doch scheint nicht ganz klar zu sein, ob es sich dabei um die Königstraße oder die Schulstraße handelte, und wann das Eröffnungsdatum exakt war.
Die erste deutsche Fußgängerzone, die auch mehrere Straßen umfasste, wurde 1967 in Oldenburg eingeweiht.
Die erste Fußgängerzone Österreichs entstand 1961 in der Klagenfurter Kramergasse.
Die erste und bislang einzige Fußgängerzone, welche direkt nach der Abstufung von einer Bundesstraße (B18 zur Fußgängerzone umgestaltet wurde, wurde 1974 in Memmingen eingeweiht.
Die Verbreitung von Fußgängerzonen ist weitgehend auf Europa beschränkt geblieben. So gibt es in Deutschland heute etwa 3000 Fußgängerzonen, während in den USA von ursprünglich 200 vor allem in den 60er Jahren gegründeten Fußgängerzonen nur ungefähr 30 überlebt haben.
Einhergehend mit wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit, zunehmender Mobilität und der Errichtung von Einkaufszentren "auf der grünen Wiese" verändern Fußgängerzonen ihr Gesicht. Die wichtigsten aktuellen Trends in Fußgängerzonen lassen sich unter den folgenden Stichworten zusammenfassen:
Als besonders zukunftsträchtiges Instrument zur Revitalisierung von Fußgängerzonen wird die Einrichtung von erstmals in den 70er Jahren in Kanada erprobten Business Improvement Districts (etwa: Distrikte zur Verbesserung der Geschäftslage) gesehen. In diesen Bereichen vereinbaren die Besitzer der darin liegenden Immobilien rechtskräftig, gemeinsam zur Verbesserung der Einkaufssituation beizutragen, indem sie etwa das äußere Erscheinungsbild ihres Bereiches verbessern oder gemeinsame Verkaufsaktionen durchführen. Die Idee ist von den Erfolgen von Einkaufszentren inspiriert.
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