Der Fulbert-Stollen wurde der Überlieferung nach 1164 von Abt Fulbert (1152 bis 1177 im Amt) am Laacher See erbaut, um den Seespiegel zu stabilisieren und so das Kloster Laach vor Hochwasser zu schützen sowie zusätzliches Land am Seeufer zu gewinnen. Der See liegt in einer Caldera (Krater) und besitzt keinen natürlichen Abfluss, dadurch unterlag sein Wasserspiegel starken Schwankungen.
Der 880 m lange, rund 3 m hohe und mindestens 1,30 m breite Stollen führt vom Laacher See nach Süden durch den umgebenden Bergring und endet in einem Teich, der bis heute Wasser für die Laacher Mühle bei Mendig sammelt.
Zu seinem Bau grub man etwa 30 senkrechte Schächte, von denen aus der Stollen jeweils in beide Richtungen vorgetrieben wurde. Nach etwa 100 Jahren stürzte der Stollen ein und wurde unter Abt Dietrich II. von Lehmen wieder hergestellt.
Ein derart langer Stollen war im Mittelalter nördlich der Alpen einzigartig, er gilt für die damalige Zeit als ingenieurtechnische Meisterleistung.
Nach der Säkularisierung des Klosters 1802 verfiel der Stollen. Zwischen 1840 und 1845 ließen die Familien Delius und von Ammon, die damaligen Eigentümer des Klosterguts und des Sees, einen circa 10 m tiefer liegenden, 1060 m langen parallelen Stollen bauen, wobei der Fulbert-Stollen zum Teil verfüllt wurde. Die Oberfläche des See's wurde hierdurch um 48 ha kleiner.