Ein Funknetz ist ein Netzwerk, in welchem Informationen mittels elektromagnetischer Wellen übertragen werden. Es ist ein leitungsloses Telekommunikationssystem, in dem die Methoden der Funktechnik genutzt werden.
In der Anwendung gibt es eine grobe Unterscheidung nach:
Inhaltsverzeichnis |
Bei einer gerichteten Kommunikation werden die Daten gebündelt entlang einer gewünschten Strecke gesendet. Die Sende- und Empfangsantennen müssen exakt aufeinander ausgerichtet sein. Vielfach werden aber auch Reflexionsflächen benutzt, die ähnlich einem Spiegel den gerichteten Strahl umlenken, um beispielsweise Täler zu erreichen. Die Antennen müssen eine ausgeprägte Richtcharakteristik besitzen (zum Beispiel Parabolantennen, Hornstrahler). Gründe für die gerichtete Kommunikation sind unter anderem: Störungsarmut, größere Abhörsicherheit, weniger Gleichkanalstörungen, geringerer Sendeleistungsverbrauch, mehrfache Nutzung der gleichen Frequenz.
auch Optischer Richtfunk genannt.
Beispiele: terrestrisches Fernsehen, Hörfunk im Bereich der Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle und Ultrakurzwelle
Betriebe nutzen für den Flottenfunk typisch Frequenzen im 70-cm-Bereich und den Chekker-Dienst. Auch der Seefunk ist ein Funknetz.
An einigen Standorten werden leistungsstarke Sender genau definierter Frequenz betrieben, die im Dauerbetrieb Zeitzeichen senden. Sowohl Sendefrequenz als auch Takt der Zeitzeichen werden von Atomuhren gesteuert. Diese Signale werden beispielsweise von Funkweckern empfangen und korrigieren die Anzeige der eingebauten Uhr. Beispiele sind DCF77, MSF, usw.
Privatleute ohne kommerzielle Interessen dürfen ebenfalls Funkstellen auf dafür frei gehaltenen Frequenzbereichen betreiben und werden dann als Funkamateure bezeichnet. Voraussetzung ist eine Prüfung bei der Zulassungbehörde, nach deren Bestehen dem Betreffenden ein international eindeutiges Rufzeichen zugeteilt wird. Erlaubte Betriebsarten sind Morsen, Sprechfunk, Übermittlung von Fernsehbildern und digitale Datenübertragung. Funknetze im Amateurfunkdienst sind z.B. das Packet-Radio-Netz, bei dem die Teilnehmer Nachrichten über Relaisfunkstellen oder vernetzte Sprach-Relaisfunkstellen austauschen. Weitere Einzelheiten werden in Amateurfunkdienst beschrieben.
In Not- und Katastrophenfällen schließen sich Funkamateure zusammen, um zusätzliche Kommunikationswege bereit zu stellen - Notfunk. Oft werden dann Relaisstationen mit eigener Stromversorgung für die lokale Kommunikation oder Amateurbänder im Kurzwellenbereich zum Überbrücken größerer Entfernungen genutzt.
Interkontinental werden Funknetze durch die Verwendung von geostationären Satelliten ermöglicht, die als Reflektor und Verstärker fungieren. Auch darüber lassen sich Computernetzwerke und Telefonieanwendungen (z. B. Iridium) oder Satelliten-Fernsehen realisieren.
Im Hausgebrauch findet sich mittlerweile häufig die Verwendung von Schnurlostelefonen nach dem DECT-Standard.
In der EDV teilt man insbesondere bidirektionale Funknetze nach ihrer Reichweite ein:
Obwohl diese Einteilung etwas willkürlich und auch nicht exakt definiert ist, haben doch die Funknetze innerhalb jeder Gruppe neben der Reichweite weitere Gemeinsamkeiten bezüglich Datenrate, Leistungsaufnahme, Mobilität der Teilnehmer und Kosten für Teilnehmergeräte, was die Einteilung sinnvoll erscheinen lässt. Angestrebt werden eine große Reichweite, eine hohe Datenrate, eine geringe Leistungsaufnahme und geringe Kosten sowie eine hohe Mobilität (das heißt, die Verbindung zum Funknetz kann aufrechterhalten werden wenn sich der Teilnehmer bewegt). In der Praxis verhindern die Gesetze der Physik, dass alle Ziele gleichzeitig erreicht werden.
Wireless Personal Area Networks (WPAN) sind hauptsächlich zur drahtlosen Verbindung von tragbaren, batteriebetriebenen Geräten gedacht. Hierzu gehören beispielsweise PDAs, Laptops, Mobiltelefone, Tastaturen, Mäuse sowie drahtlose Kopfhörer und Freisprecheinrichtungen. Dem Anwendungszweck entsprechend sind eine geringe Leistungsaufnahme (und damit eine lange Batterielebensdauer) sowie ein geringer Preis für die Teilnehmergeräte wichtig. Dafür werden eine geringe Reichweite (0,2 m bis 10 m), eine geringere Datenrate (im Allgemeinen weniger als 4 Mbit/s) und eine geringe Mobilität der Teilnehmer in Kauf genommen. Der wichtigste WPAN-Standard ist Bluetooth. Auch wird die Infrarotdatenübertragung (beispielsweise nach dem IrDA-Standard) zu den WPANs gerechnet.
WLANs dienen u.a. dazu, mobile Geräte wie beispielsweise Notebooks mit einem drahtgebundenen Computernetzwerk zu verbinden. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf einer hohen Datenrate (2003: 11 Mbit/s bis 54 Mbit/s). Auch die Reichweite ist in der Regel größer als bei WPANs (100 m bis 300 m). Dafür sind die Leistungsaufnahme und der Preis höher. Teilnehmer können sich innerhalb eines WLANs meist ohne Verbindungsabbruch bewegen (höhere Mobilität als in WPANs). Der wichtigste WLAN-Standard ist IEEE 802.11.
WMANs (Wireless Metropolitan Area Networks) sind die größte Form eines Funknetzes, bei dem sich die beteiligten Zugangsknoten über eine Stadt oder eine Region verteilt befinden. Idealerweise sind die Standorte der drahtlosen Zugangsknoten so aufgestellt, dass sich die Funkausleuchtungszonen leicht überlappen, so dass ein Nutzer ein möglichst engmaschiges Funknetz ohne Funklöcher nutzen kann.
Funktechnologien wie Meshing mit einem dynamischen Routing leisten dabei gute Dienste um solchen Ansprüchen gerecht zu werden. In Deutschland gibt es bereits einige WMANs von kommerziellen und privaten Betreibern die sehr früh initiativ tätig wurden und heute oft von großen Telekommunikationskonzernen kopiert werden, da auch diese mittlerweile erkannt haben welche Chancen und Möglichkeiten solche lokalen und regionalen drahtlosen Netze den Nutzern bieten.
Ein allgemeines Problem bei Rechnernetzen ist die Zerstörung von Nachrichten durch Kollisionen. Diese können entstehen, wenn mehrere Rechner zur gleichen Zeit eine Nachricht senden. Um Kollisionen erkennen zu können, hört eine Station in der Regel seine eigene Nachricht ab.
Diese Problematik verschärft sich bei Funknetzen, da es hier vorkommen kann, dass sich, aufgrund beschränkter Sendereichweiten, nicht alle Kommunikationspartner wirklich verstehen können. Diese Tatsache kann zum Hidden-Station- bzw. Exposed-Station-Problem führen.
Beim Hidden-Station-Problem gibt es zwei Sender, die sich gegenseitig nicht verstehen und einen Empfänger, der innerhalb der Reichweite beider Sender ist. Wenn nun beide Sender zur gleichen Zeit an den Empfänger senden wollen, so kollidiert die Nachricht beim Empfänger, ohne dass die Sender dies bemerken.
Beim Exposed-Station-Problem liegen zwei Sender jeweils innerhalb ihrer Reichweiten, wobei beide Sender an einen Empfänger senden, der nicht in der Reichweite des jeweils anderen Senders liegt. Nun empfangen beide Empfänger die Nachrichten korrekt, es findet allerdings eine Kollision bei den Sendern statt, so dass diese davon ausgehen, dass die Nachrichten nicht korrekt übertragen wurden.
Eine Lösung für diese Probleme ist das RTS/CTS-Schema.