Eine Gaffel entspricht etwa dem Begriff Zunft. Die Gaffeln hatten ihren Namen von dem beim gemeinsamen Essen verwendenten zweizinkigen Gabeln, eben den „Gaffeln“.
Eine Gaffel musste nicht identisch mit einer bestimmten Zunft sein, sie standen auch Bürgern offen, die keinem einer Zunftordnung unterliegenden Gewerbe nachgingen, da jeder Bürger einer Gaffel beitreten musste. Hierdurch war praktisch jeder Bürger erfasst, was den Vorteil hatte, dass die Gaffeln in Fällen der Bedrohung Kölns durch Angreifer jederzeit ihre Mitglieder zur Verteidigung zusammenrufen konnten, was einer Art Wehrpflicht für alle 17- bis 80-jährigen Kölner gleichkam.
Den einzelnen Gaffeln stand ein für ein Jahr gewählter „Amtsmeister“ vor.
Man kann die Gaffeln als eine Mischung aus Bruderschaft und Berufsgenossenschaft ansehen, die auch verpflichtet waren, für ihre Mitglieder und deren Familien in Notsituationen zu sorgen.
Am 14. September 1396 unterzeichneten 22 derartige Gaffeln den „Verbundbrief“, der eine Art ständedemokratische Verfassung für Köln schuf. Hierdurch übernahmen die Gaffeln die politische Verantwortung in Köln.
Die Gaffeln waren von da an die herrschende politische Vereinigung von Zünften und Bürgern im Mittelalter der Stadt Köln, die sie von 1396 bis zur Besetzung durch die Franzosen 1796 regierten.
Die Gaffeln wählten 36 der 49 Ratsherren der Stadt Köln. Die übrigen 13 Ratsherren wurden durch die bereits gewählten aus beliebigen Gaffeln kooptiert. Die Amtszeit der Ratsherren betrug ein Jahr. Ihre Wiederwahl war erst nach zwei Jahren möglich. Alle Gaffeln wählten zusammen den Bürgermeister.