Die Gagausen (Eigenbezeichnung: Gagauz, Pl. Gagauzlar oder Gagavuz, Pl. Gagavuzlar; russ. Гагаузы [= Gagauzy]) sind ein Turkvolk, welches überwiegend im Gagauz Yeri (Land der Gagausen) in Moldawien lebt. Sie zählen heute zu den Südtürken. In der türkischen Turkologie wird vielfach die Bezeichnung „gagausische Türken“ (türkisch: Gagavuz-Türkleri) verwendet. Die Gagausen benutzen mehrheitlich das kyrillische Alphabet ihrer jeweiligen Heimatländer, in Gagausien setzt sich jedoch seit Mitte der 90er Jahre die Lateinschrift immer mehr durch. Die Mehrheit der Gagausen sind orthodoxe Christen.
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Vor tausend Jahren kamen Teile der türkischen Stämme der Oghusen und Petschenegen sowie anderer alttürkischer Stämme vom Altai-Gebirge über das Schwarze Meer zum Balkan. Im 12. Jahrhundert gründeten die Gagausen ein Land mit dem Herrscher Balik Bey. Nach seinem Tode kam 1386 Yanko (Ivanko) an die Führerschaft. 1417 kam der Balkan unter Osmanische Herrschaft. Bei den Osmanen genossen sie einen Autonomiestatus. Durch den Druck der Bulgaren siedelten die Gagausen 1750 nach Russland ab. 1769-1791 gingen sie zum Gebiet der Donau und 1801-1820 wanderten sie nach Bessarabien aus. 1906 riefen sie im heutigen Siedlungsgebiet die Komrat Republik aus, welche nur 15 Tage alt wurde. Sie lebten unter osmanischer, russischer, rumänischer und moldawischer Herrschaft. Im Zweiten Weltkrieg wurden sehr viele Gagausen aus der Region deportiert und verloren ihr Leben. Nach Gründung der Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik lebten 80% der Gagausen in diesem Gebiet, 20% lebten in Bulgarien und in der Ukraine. Das Siedlungszentrum der Gagausen ist die autonome Republik Gagausien. Am 23. April 1994 gab die moldawische Regierung grünes Licht für die friedlichen Territorialautonomiebestrebungen der Gagausen. Seit 1999 ist der Präsident Dimitri Kroytor. Im gagausischen Dorf Beşelma "Fünf-Äpfel" befindet sich das Nationale Museum für Gagausische Geschichte und Ethnographie, welches von Dimitri Karaçoban gegründet wurde. Es bestehen gute Verbindungen zwischen Gagausien und den Türkei-Türken.
Zur Abstammung der Gagausen existieren 4 Theorien, wobei die ersten beiden hier aufgeführten Theorien am weitesten verbreitet und anerkannt sind.
Möglich ist auch eine Verschmelzung mehrerer Herkunftslinien, da jede Theorie für sich allein den Mangel eines anzahlmäßig eigentlich fast zu kleinen Grundstammes aufweist.
Die Gagausen sind eine im Süden Moldawiens lebende Bevölkerungsgruppe von etwa 171.500 Menschen. Sie sprechen eine Turksprache und sind mehrheitlich christlich-orthodoxen Glaubens. Beim Zerfall der Sowjetunion entstand unter den Gagausen eine Autonomiebewegung, die allerdings friedlich blieb. Im Dezember 1994 wurde durch das Moldawische Parlament eine Territorialautonomie verabschiedet.
Das Gebiet nennt sich jetzt Gagauz Yeri (Land der Gagausen).
Es wird geschätzt, dass es weltweit etwa 250.000 Gagausen gibt. Davon leben ca. 215.000 auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, bei der Volkszählung 1990 waren dies noch 198.000 und 1979 173.000.[1]
Moldawien: ca. 171.000 (2005). Autonomer Status in Gagausien.
Ukraine: ca. 32.000 Gagausisch-Sprecher im Südwestzipfel der Ukraine, im Gebiet von Izmail.
Türkei: ca. 14.000 (7.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts), der Stamm der Surguchen in der Region Edirne.
Bulgarien: ca. 12.000 (1990) bei Warna und der Stamm der Gajalen in der Region von Deli Orman im Nordosten Bulgariens (Dobrudscha).
Russland (besonders erwähnenswert in Kabardino-Balkarien): ca. 11.000
Republik Mazedonien und Griechenland: 4.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Südostmazedonien.
Rumänien: ca. 2.500 Gagausisch-Sprecher in der Dobrudscha (z.B. in Vama Veche)
Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan: ca. 1.500, isolierte gagausische Streusiedlungen
siehe Gagausische Sprache