Garamond ist eine Gruppe von Schriftarten, die seit dem 16. Jahrhundert verwendet werden und von Claude Garamond (1480–1561) geschaffen wurden oder auf diesen aufbauen.
Wenn heutzutage von Garamond die Rede ist, ist damit nicht eine einzelne Schrift gemeint, sondern vielmehr eine Gruppe von Schriften – den Schriften vom Garamond-Typus. Garamond prägte das Schriftbild der Antiqua und Kursiv-Schriften so nachhaltig, dass bis weit ins 17. Jahrhundert hinein immer wieder neue Alphabete gleichen Charakters erschienen.
Es fällt heute daher schwer, die Nachbildungen vom Original zu unterscheiden. Bekanntestes Beispiel einer solchen Verwechslung sind die anlässlich der 1900 in Paris stattfindenden Weltausstellung gezeigten vermeintlichen Originalmatrizen Garamonds aus dem Bestand der Imprimerie Royale, die sich später als Material des Sedaner Schriftgießers Jean Jannon herausstellten und die als Vorbilder für einen Teil der heute noch erhältlichen Garamonds genutzt wurden.
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Praktisch jeder bedeutende Schriftenanbieter hat heute seine Version der Garamond im Angebot – oft von bedeutenden Typographen unserer Zeit umgesetzt (Berthold-Garamond: Günter Gerhard Lange; Adobe Garamond: Robert Slimbach, Sabon-Antiqua: Jan Tschichold; Sabon Next: Jean-Francois Porchez, Amsterdam Garamont: F. Benton / T. M. Cleland, Garamond Classico: Franco Luin, Simoncini Garamond: Francesco Simoncini, ITC Garamond Handtooled: Edward Benguiat). Manche der als Garamond angebotenen Schriften haben allerdings mit dem Vorbild kaum mehr als den Namen gemein (z.B. Monotype Garamond, basiert eher auf den Arbeiten von Jean Jannon, ebenso ITC-Garamond, entworfen von Tony Stan).
Zumindest im deutschsprachigen Raum hat die Stempel Garamond (der D. Stempel AG, heute in der Linotype Library) den Ruf, die originalgetreueste Garamond zu sein, ihr Vorbild war ein Schriftmusterblatt von Egenolff Berner. Das Bild zeigt sie über der Adobe-Variante und lässt besonders im „a“ ihre ältere Form erkennen.
Einige vollständige Sätze von Originalstempeln, -matrizen und -abgüssen sind bis heute erhalten und werden im Antwerpener Plantin-Moretus-Museum und in der Pariser Imprimerie Nationale aufbewahrt.
Die Garamond wird neben verschiedenen Medien im Logo der Wikipedia verwendet und im Fließtext der Wochenzeitung Die Zeit.