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Gary Moore (* 4. April 1952 als Robert William Gary Moore in Belfast, Nordirland) ist ein Rock- und Blues-Gitarrist. Er spielte bei Skid Row (1970-1973), Thin Lizzy, Colosseum II, G-Force, BBM - mit Jack Bruce und Ginger Baker von Cream sowie Scars. Gary Moore war seit 1981 überwiegend als Solomusiker erfolgreich. Seine größten Single-Erfolge waren "Out In The Fields" (1985), "Empty Rooms"(1984/1985), "Over The Hills And Far Away" (1987), "Still Got The Blues" und "Walking By Myself" (beide 1990). "Walking By Myself" erreichte eine breitere Öffentlichkeit auch durch die Verwendung des Liedes im Rahmen eines Werbeclips einer deutschen Textilkette.
Zusammen mit Phil Lynott, dem Kopf hinter Thin Lizzy, verdiente sich Moore ab 1969 sein erstes Geld als Musiker. 1972 nahm Moore sein Solo-Album Grinding Stone (1973) auf. Der Erfolg blieb aus, so dass er sich 1974 wieder Lynott anschloss. 1975 gründete Moore zusammen mit Schlagzeuger Jon Hiseman, Bassist John Mole, Keyboarder Don Airey die jazz-orientierte Formation Colosseum II. 1978 startete Moore erneut einen Solo-Versuch mit dem Album Back On The Streets, welches die erfolgreiche Single Parisienne Walkways enthält, eine Zusammenarbeit mit Phil Lynott, die auch heute noch Teil von Gary Moores Liverepertoire ist. In den nachfolgenden Jahren etablierte sich Moore nach und nach als Gitarrenvirtuose im Hardrock/Heavy Metal-Geschäft. Spätestens mit dem Album Run For Cover (1985) war Gary Moore eine feste Größe als Rockgitarrist. Das Album enthält u. a. auch die Single Out In The Fields, an der auch Phil Lynnott beteiligt war.
Seine Position als Hardrock-Gitarrist festigte er mit den 1985 bzw. 1987 erschienen Alben "Run For Cover" und Wild Frontier, die neben Hard Rock auch deutliche Irish-Folk-Einflüsse enthalten.
Zwei Jahre nach Wild Frontier veröffentlichte Gary Moore sein letztes Hardrock-Album: After The War beschäftigt sich thematisch u. a. mit dem nordirischen Bürgerkrieg (Blood Of Emeralds, Wild Frontier) und dem Vietnamkrieg (After The War). Des weiteren äußerte er sich in "Led Clones" (mit Ozzy Osbourne) kritisch über Rockbands wie Kingdom Come, die sich zu sehr an Vorbildern wie Led Zeppelin orientieren, ohne eine klare eigene musikalische Identität zu entwickeln.
1990 wechselte Moore seinen Stil von hartem Rock zu Blues und konnte mit dem Album und der gleichnamigen Single Still Got The Blues einen weltweit großen Erfolg verbuchen. An dem Album wirkten mit Albert King und Albert Collins zwei einflussreiche Bluesgitarristen mit; auch George Harrison von den Beatles ist als Autor und Gitarrist bei einem Song vertreten. Das nachfolgende Album, After Hours, erschien 1992 und war sehr ähnlich konzipiert, als Gastmusiker trat diesmal B.B. King auf. Allerdings konnten die Singles Cold Day in Hell sowie Separate Ways nicht an den Erfolg von Still Got The Blues anknüpfen. Neben weiteren Solo-Bluesalben tat sich Moore 1994 mit Ginger Baker und Jack Bruce (Ex-Cream) für das Album Around The Next Dream unter dem Namen BBM (steht für Baker, Bruce, Moore) zusammen. Obgleich von den Musikern ein Zusammenhang selbst bestritten wurde, klingt BBM wie eine Neuauflage von Cream, bei der Moore den Part von Eric Clapton übernimmt.
1997 experimentierte Moore mit modernen Rocksounds und brachte mit "Dark Days In Paradise" sein bislang letztes Rockalbum auf dem Markt. In einem 2006 erschienen Interview mit dem japanischen Metalmagazin "Burn" bekundete Gary Moore, dass er wieder einige Rocksongs mit irischen Einflüssen geschrieben habe. Ein neues Album benötige aber eine längere Vorbereitung sowie die bislang fehlende Unterstützung seiner aktuellen Plattenfirma, so der irische Ausnahmegitarist.
Seit 2001 trägt Gary Moore einen Rechtsstreit um die künstlerische Urheberschaft seines Stücks "Still Got The Blues" aus, in der die deutsche Gruppe "Jud´s Gallery" verwickelt ist. Hintergrund ist der Vorwurf, dass Moores Hit "Still Got The Blues" ein Plagiat von Jürgen "Judy" Winters Stück "Nordrach" sei. Das Verfahren dauert an.
Im Jahre 2001 veröffentlichte die finnische Rockband Nightwish eine vielbeachtete Coverversion von Gary Moores Single-Erfolg "Over The Hills And Far Away".
Doch auch Gary Moore selbst nahm im Verlauf seiner Karriere immer wieder Coverversionen auf. Als bekannteste Moore-Neuinterpretation gilt "Friday On My Mind" (1987, Original: Easybeats/1966).
Am 20. August 2005 wurde in Dublin eine Gedenkstatue an den 1986 verstorbenen Thin Lizzy Frontmann Phil Lynott enthüllt. Beim Gedächtniskonzert für Lynott bildete Gary Moore mit Brian Downey (Schlagzeug), Jonathan Noyce (Bass) die Backingband für zahlreiche Lieder, Weggefährten und Bandkollegen. Mit Brian Robertson, Eric Bell und Scott Gorham spielte Gary Moore zahlreiche Hits aus der Geschichte der Band Thin Lizzy sowie einige seiner eigenen Lieder.
Mit Old New Ballads Blues (2006) orientierte sich Gary Moore stärker am Slow Blues. Gleich zwei der Stücke auf diesem Album sind Neuaufnahmen von Titeln seines bis dato erfolgreichsten Bluesalbums, Still Got The Blues, neben Stücken der Bluesveteranen Otis Rush und Willie Dixon. Am 25. Mai 2007 erschien ein weiteres Blues-Rock-Album mit dem Titel Close as you get, welches neben eigenen Kompositionen auch Coversongs enthält und wieder etwas schnellere Bluesstücke - z.B. "Thirty Days" aufgreift. Im Sommer 2007 tritt Moore auch für einige Open Air Konzerte in Deutschland auf.
In den letzten Jahren hatte Moore immer wieder mit Verletzungen seiner Hand zu kämpfen.
Im Laufe der Jahre spielte Moore auf zahlreichen verschiedenen Gitarren. Neben den drei vom legendären Bluesbreakers- und Fleetwood-Mac-Gitarristen Peter Green erworbenen (eine 1959er Gibson Les Paul, eine 1961er Fender Stratocaster sowie eine Gibson Les Paul Junior) spielte er auch auf Modellen von Charvel, Ibanez, Hamer, Jackson, Paul Reed Smith und Heritage. Für gewöhnlich setzt er Boxen von Marshall ein, die in Verbindung mit den Les Paul Gitarren den bekannten, fetten und druckvollen Klang erzeugen.
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