Gaza (Stadt)

Gaza-Stadt (auch Gasa-Stadt, phön.: zzh; arabisch: غزة Ghazza; hebr.: Άsā, עזה vom semit. ğzz, „dornig sein“) ist die größte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde steht. In Gaza befindet sich der Verwaltungssitz der Autonomiebehörde. Gaza besitzt einen Seehafen am Mittelmeer und einen Flughafen. Es hat etwa 400.000 Einwohner, in der Agglomeration leben 1,4 Millionen Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Die Stadt Gaza liegt auf 31° 30′ 0" N, 34° 27′ 0" O. Die Stadt erstreckt sich über etwa 46 km².

Geschichte

Das heutige Gaza wurde über der antiken Stadt erbaut und wird mitunter als eine der ältesten Städte der Erde bezeichnet. In der Antike war Gaza bedeutend als Hafenstadt zwischen den Kontinenten Afrika, Asien und Europa. Das alte Stadtgebiet erstreckte sich quadratisch über 1 km². Gesichert wurde es durch die Lage auf einem Hügel sowie durch eine Stadtmauer mit Toren in den vier Himmelsrichtungen.

Von Thutmosis III. bis Ramses IV. war Gaza Verwaltungssitz der Ägypter in Südpalästina, bis es im 12. Jahrhundert v. Chr. von den Philistern im Zuge des sog. Seevölkersturms übernommen wurde. Aufgrund seiner günstigen Lage – Gaza war Endpunkt der Weihrauchstraße – stieg es im 8. Jahrhundert v. Chr. zur wichtigsten Stadt der Pentapolis der Philister auf.

Im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. wechselte die Stadt mehrfach den „Besitzer“. 734 v. Chr. wurde die Stadt von den Assyrern unter Tiglat-pileser III. erobert. Der König richtete in der Stadt ein karum ein. Die Assyrer nannten Gaza „Stadt am Bach von Ägypten“ (Nahal Mušur). Im Nimrud-Prisma rühmt sich auch Sargon II., in Gaza ein karum eingerichtet zu haben. Hanunu von Gaza rebellierte 720 gegen Sargon II. Er wurde abgesetzt, die Stadt aber nicht zerstört.

609 v. Chr. wurde Gaza wieder ägyptisch, 605/4 fiel sie ans Neubabylonische Reich. 525 v. Chr. stellte sie sich dem persischen Vormarsch nach Ägypten in den Weg, wurde letztlich aber doch ins Perserreich einverleibt. Unter den Achämeniden genoss Gaza wegen seiner Bedeutung für den Handel mit Arabien weitestgehende Autonomie.

Nach dem Ende des Alexanderreichs stritten sich die Diadochenreiche der Ptolemäer und Seleukiden um Gaza, bis es 200 v. Chr. endgültig in seleukidische Hand kam. Zu dieser Zeit begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt, die ihre Rolle als Handelsmetropole nicht zuletzt an Alexandria verlor. Von Alexander Jannäus wurde die Stadt im Jahr 98 v. Chr. schließlich völlig zerstört.

Von den Römern, insbesondere dem Proconsul Gabinius, wird Gaza Mitte des 1. Jahrhundert v. Chr. etwas südlich des alten Stadthügels neu aufgebaut. In Römischer Zeit war es vor allem für seine Rednerschule berühmt. Im 5.Jahrhundert wurde die Stadt mehrheitlich christlich, aber auch eine jüdische Gemeinde existierte.(Ueberreste einer Synagoge datiert 508/9, mit griechischen und hebr. Inschriften) Seine Bedeutung für den Handel erlangte es nicht wieder. Erst im 7. Jahrhundert, nach der Niederlage der Byzantiner durch die Araber, wurde der Handel mit Mekka – entlang der Route der Weihrauchstraße – wiederaufgenommen. Die Kreuzritter unter Balduin I., König von Jerusalem (1100), eroberten die Stadt die Gadres genannt wurde. Balduin III errichtete 1152 eine Festung, 1170 eroberte Saladin die Stadt. Unter mamelukischer (-ägyptischer) Herrschaft wurde Gaza zum Verwaltungssitz für den Küstenstreifen bis nördlich von Cäsarea (Maritima). Ab dem 15.Jahrh. wird von einer zahlreichen jüdischen Einwohnerschaft neben arabischer berichtet. 1799 eroberte Napoleon die Stadt für kurze Zeit, im ersten Weltkrieg bauten die Türken hier ihre erste Verteidigungslinie. Nach einem erfolglosen Angriff März/April 1917, eroberten am 7. November 1917 die Briten die Stadt.

Nach dem 1. Weltkrieg war es, wie der ganze Gaza-Streifen, ein Teil des britischen Mandats Palästina. 1948 wurde es von Ägypten besetzt, 1956 eroberte Israel es; danach stand es unter Ägyptischer Verwaltung, bis es im Sechstagekrieg abermals von Israel besetzt wurde. Heute ist es Teil des von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifens.

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Politik

Siehe auch: Palästina, Palästinensische Autonomiegebiete, Liste der Städte in den palästinensischen Autonomiegebieten, Israel

Städtepartnerschaften

Gaza unterhält Städtepartnerschaften u.a. mit Barcelona (Spanien), Turin (Italien), Dubai (VAE) und Tromsø (Norwegen).

Bevölkerung, Wirtschaft und Infrastruktur

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Bildung

In Gaza gibt es mehrere Universitäten, an denen zusammen 28.500 Studentinnen und Studenten eingeschrieben sind, darunter die Al-Azhar-Universität und die Islamische Universität Gaza.

Bevölkerungspolitik

Die Bevölkerungspolitik ist teilweise überaus erfolgreich. Ohne Prüfung auf Richtigkeit sind dem [| asien guide] folgende Zahlen zu entnehmen:

Auf ein Jahr bezogen:

Geburtenrate je 1000 Einwohner: 36,1

Sterberate je 1000 Einwohner: 4,1

Damit ergibt sich ein jährlicher Bevölkerungszuwachs von 3,46%, was einer Verdoppelung der Bevölkerung in zwei Jahrzehnten entspricht. Die Bevölkerung Israels wächst ähnlich, wenn auch geringer stark an. Man arbeitet auf eine geografische bzw. demografische Lösung der daraus erwachsenden Probleme hin. Vieles deutet darauf hin, dass der demografischen Lösung der Vorzug gegeben wird.

Dies zeugt von einer militärstrategisch überaus erfolgreichen Politik, die aber auch deren Risiken zur Folge hat. Christliche und jüdische Palästinenser haben aus diesem Grunde größtenteils das Gebiet von Gaza dauerhaft verlassen.

Infrastruktur

Gaza Stadt verfügt über einen kleinen Flughafen an der Grenze zu Ägypten, der jedoch wegen der Schäden durch die Bombardierung von Seiten Israels während der zweiten Intifada und der praktischen Luftbeherrschung Israels seither außer Betrieb ist.

Berühmte Bürger

Literatur

  • Martin A. Meyer: History of the city of Gaza, New York 1907. (engl.)kj
  • Daniel M. Master, Trade and Politics: Ashkelon's Balancing Act in the Seventh Century B. C. E. Bulletin of the American Schools of Oriental Research 330, 2003, 47-64.

Weblinks

Quelle:
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