Gebrochene Schrift

Unterschiede bei Bögen von runden und gebrochenen Schriftarten
Unterschiede bei Bögen von runden und gebrochenen Schriftarten

Gebrochene Schrift (umgangssprachlich auch oft, aber nicht korrekt, Fraktur genannt) ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe lateinischer Schriftarten, bei denen die Bögen, aus denen die Grapheme der Buchstaben zusammengesetzt sind, ganz oder teilweise gebrochen sind, d.h. dass die Bögen der Buchstaben aus einer Schreibbewegung entstehen, in der ein oder mehrere erkennbare, abrupte Richtungswechsel in der Strichführung einen sichtbaren Knick in dem Bogen hinterlassen. Im Gegensatz dazu stehen die runden, nicht gebrochenen Schriftarten wie die Antiqua, bei denen die Bögen beim Schreiben aus einer gleichmäßig geschwungenen Bewegung entstehen.

Rudolf Koch schrieb einmal über die gebrochene Schrift: „Wie dunkler Tannen würziger Harzduft, wie wenn die Amsel weithin durch den Abend ruft, wie des Wiesengrases leichtschwankende Zierlichkeit, herrlichste, deutscheste Schrift, so lieben wir dich seit langer Zeit“[1].

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

In der Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelte sich in Europa der Kunststil der Gotik. Eine der auffälligsten Änderungen im Schriftsatz war der Übergang von den romanischen Rundbögen zu den gebrochenen gotischen Spitzbögen. Dieses Stilelement der Bogenbrechung wurde im Folgenden auch auf die Bögen der Buchstaben angewendet. Dadurch entstand aus den runden karolingischen Minuskeln die erste gebrochene Schriftart, die gotischen Minuskeln.

Gebrochene Schriftarten

Übersicht über Unterschiede bei gebrochenen Schriften
Übersicht über Unterschiede bei gebrochenen Schriften
Gebrochene Schriften
Gebrochene Schriften

Zu den gebrochenen Schriften zählen:

Nach DIN 16518 werden die gebrochenen Schriften in die fünf Untergruppen Gotisch (Textura), Rundgotisch (Rotunda), Schwabacher, Fraktur und Fraktur-Varianten unterteilt.

Siehe auch

Quellen

  1. Zitiert nach Peter Rück: Die Sprache der Schrift – zur Geschichte des Frakturverbots von 1941, in: Jürgen Baurmann/Hartmut Günther/Ulrich Knoop (Hrsg.): homo scribens. Perspektiven der Schriftlichkeitsforschung, Tübingen, Niemeyer 1993, S. 232.
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