Gemeine Figur
Feld
Helmwulst
Gemeine
Figur

Die Gemeine Figur ist in der Heraldik ein Darstellungselement zur Gestaltung des Wappenschildes als Bestandteil eines Wappens.
Gemeine Figuren stehen im Gegensatz zum Heroldsbild, das in einer einfachen geometrischen Aufteilung des Schildes durch Teilungslinien besteht, die den Schild in verschiedenfarbige "Plätze" aufteilen. Viele Wappenschilde kombinieren Heroldsbilder mit Gemeinen Figuren.
Lebende Wesen, die außerhalb des Schildes dargestellt sind, gelten als Schildhalter und sind nicht als Gemeine Figuren anzusehen.
Heraldische Definition
Als Vorlagen für Gemeine Figuren können dienen:
Menschliche Figuren
- Menschliche Figuren beider Geschlechter und aller Altersstufen, nackt oder bekleidet, oft mit Berufskleidung (Ritter, Handwerker etc.), als Vertreter verschiedener Nationen oder Ethnien (Mohr, Türke), als Phantasie- und Mischfiguren (Wilder Mann, Meerjungfrau), auch als Körperteil, z.B. Arm, Hand, Bein oder Kopf oft mit zusätzlichen Gegenständen oder Bekleidungsbestandteilen, auch als Knochen, Schädel, Herz. Die erhobene Hand oder die Schwurhand, mit der Handinnenseite zum Betrachter, sind beliebte Darstellungen.
Galerie Menschen und Teile (ohne Heilige)
Menschen und Teile (ohne Heilige)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Religion im Wappen
siehe dazu Hauptartikel Religion (Heraldik).
Tiere
Hauptartikel: Wappentier
- Tiere, hier vor allem Wirbeltiere am häufigsten Säugetiere ( Löwe, Bär, Leopard, Hirsch, Stier) und Vögel ( Adler, Doppeladler) , seltener Fische, Reptilien meist als Schlangen, sehr selten Wirbellose, z.B. Bienen, Käfer, Muscheln, beliebt auch Phantasiefiguren und Fabelwesen ( Einhorn, Pegasus, Kentaur, Greif, Drache, Basilisk etc.), auch Körperteile von Tieren wie Hirschstangen, Pferdekopf, Flügel etc.,
Galerie: siehe im Hauptarikel
Pflanzen
- Pflanzen, hierbei vor allem Blumen ( Rose, Lilie) und Bäume, auch Bestandteile wie Blüten, Blätter und Früchte. Zu den häufig gewählten Bäumen sind Eiche, die alte ehrwürdige "Dorflinde", Buche und Ahorn zu zählen. Die Blattform ist charakteristisch. Wird der Baum mit Wurzeln dargestellt, dann ist er ausgerissen. Das lässt eine andere Farbe für die Wurzeln zu. Auch Stubben sind beliebt. Die Darstellung der Blätter geht von Einzelblatt bis zu ganzen Kränzen. Bei der Weinrebe ist es mit der Verschlingung besonders attraktiv. Die Ranken sind dafür geeignet. Die Traube selbst wird in Farbe oder Metall dargestellt. Anordnung im Wappenschild oder Feld kann einzeln, zwei über eins, nebeneinander oder strahlenförmig aus der Mitte sein. Von den unauffälligen Pflanzen hat der Klee, insbesondere das Kleeblatt in die Heraldik Einzug gehalten. Als Einzelblatt oder als Teil von Kreuzen und Wappenschnitten ist es anzutreffen. Die im Wappen von Ohmenhausen anzutreffende Dörrbirne ist eine seltene Figur. Sie hat auch viele Bezeichnungen: Hutzel, Hutze oder Kletze.
Galerie
Gegenstände
- Gegenstände in Form aller Arten von Alltagsgerät (Waffen, Werkzeuge, Haushaltsgeräte), oft in Form von Symbolen für Heilige, z.B. ein oder zwei Schlüssel für den Heiligen Petrus, aber auch Herrschaftsinsignien wie Helme, Kronen, Szepter, Bischofsstäbe,
- Viele Gerätschaften treten häufiger im Wappenschild auf. Dazu gehört das Schuhwerk. Es wird selten paarweise dargestellt. Im Wappenfeld kann ein Stiefel mit und ohne Stulpe und auch mit und ohne Sporen gezeigt werden. Er wird als Reiterstiefel blasoniert. Der Schnabelschuh und der Bundschuh erweitern diese Wappenfigur und sie gehören mit zu den wichtigen Fußbekleidungen. Steckt ein Fuß oder ein Bein im Schuh ist der Sachverhalt auch zu beschreiben. Besonders geharnischte Beine, aber auch Arme haben einen Eigenname. Der Begriff Panzerbein und Panzerarm wird gerne gewählt. Ist die Hand mit Rüstungsteilen bekleidet, ist es eine geharnischte Rechts- oder Linkshand. Alle Formen sind auch als Dreibein oder Triquetra in Wappen zu finden.
- Im Wappen werden viele Musikinstrumente als Bild gewählt. Wichtig sind Geige, Harfe, Trommel und Blasinstrumente, wie Dudelsack, Hifthorn, Posthorn, Jagdhorn und Signalhorn. Die Hörner sind möglichst in Gold oder Silber. Trageriemen beim Hifthorn sind andersfarbig und drapiert. Kordeln und Quasten am Posthorn sind auch hervorgehoben. Bei vielen läuft die Instrumentenform in einem "Spaßkopf" aus. So kann der Geigenhals eine Gesichtform annehmen.
- Von den landwirtschaftlichen Geräten ist der Pflug und die Egge in stilisierter Form im Schild zu finden. Häufig begnügt sich der Wappenträger nur die Pflugschar im Wappen zu führen. Der Teil des Pfluges wird gerne einzeln, paarweise, zwei zu eins oder pfahlweise, balken- oder schragenweise im Schild dargestellt.
- Beim Kleinwerkzeug wird alles verwendet. So sind die Sichel, Sense und Scheren, sowie Axt und Messer eine willkommene gemeine Figur. Verbreitet ist die Schafschere und das Rebmesser.
- Als Zeichen des Bergbaues sind Schlägel und Eisen in vielen Wappen der Kohle- und Erzreviere anzutreffen. Sie zeugen von schwerer Arbeit, aber auch vom wirtschaftlichen Erfolgen, die sich aus der regionbestimmenden Tätigkeit ergab. Die Zeichen (Schlägel und Eisen) werden dem Schürfgut oft angepasst. Für die Heraldik unbedeutend. Es lassen sich auch Wappen (Bachmut)finden, wo Symbole für bestimmte Fördergüter verwendet wurden. Diese sind vom Wissenschaftler M.W.Lomonossow und D.I.Winogradow entwickelt worden. Beispiel ist der Kreis mit einem waagerechten Faden durch den Mittelpunkt. Er steht für "Salz". Hat aber auch die Bedeutung eines alten Hohlmasses. Es ist das Sester.
- Erntekörbe mit Früchte, Weinfässer und Kannen sind nicht selten. Kannen werden von Lebewesen gehalten oder wie Füllhörner ausgeschüttet.
Galerie Musikinstrumente
Galerie Werkzeug
Galerie Waffen
Galerie Bekleidung
Galerie Verschiedenes
Fahrzeuge
- Fahrzeuge, dabei vor allem Wasserfahrzeuge wie Schiffe und Boote, selten Land- und Luftfahrzeuge, manchmal Bestandteile wie das Rad,
Galerie
Bauwerke
- Bauwerke, vor allem sind hier Türme und Mauern von Städten, aber auch Brunnen, sowie einzelne Bauteile wie Tore und Hausgiebel dem Abschnitt zu zurechnen.
- Die Türme und Mauern von Städten, in der Heraldik zusammengefasst unter Burg dienen zur Symbolisierung der politischen Eigenständigkeit und Wehrhaftigkeit gegenüber fürstlichen Machtansprüchen. Es lassen sich darüber hinaus Gruppen bilden: Burgen, Einzeltürme und Säulen, Mauern, Kirchen und Brücken.
- Viele Wappen haben Brunnen abgebildet. Häufig sind die Gemeinden und Städte Kurorte oder haben Bad-Status. Die Wappenbeschreibung gibt Hinweise.
- Als altes Bauwerk und Fabrikgebäude haben Mühlen als Wind- und Wassermühle im Wappen ihren Platz gefunden. Besonders die Einzelteile, wie Mühlstein, Mühleisen, Mühlrad und Wasserrad sind beliebt.
Galerie
Landschaft
- Landschaftsbestandteile, meist als Berge, wie der Dreiberg oder Flüsse, die als Wellenschnitte mit anderen Darstellungselementen kombiniert werden.
-
- Hünengrab: In vielen norddeutschen Gemeindewappen ist ein Hünengrab dargestellt. Eigentlich ist es ein Bauwerk, aber über die Zeit ist es oft nur noch Landschaft. Die heraldische Darstellung in den Wappenschilden unterscheidet sich nur in der Anzahl der Steine, die aber nicht in der Blasonierung erwähnt werden. Drei untere Steine sind die Regel. Im Wappen von Hünstetten sind die eingegliederten Orte durch je ein symbolisiertes Hünengrab dargestellt.
- Liste Hünengräber im Wappen : Ahlum, Albersdorf (Holstein), Albersdorf, Amt Dänischenhagen, Bargenstedt, Bargstedt (Holstein), Bomlitz, Bunsoh, Damendorf, Ehndorf, Gammelby, Gokels, Goosefeld, Groß Rönnau, Großenkneten, Hammah, Heinbockel, Hünstetten, Hüsby, Hüven, Köhn, Körbelitz, Lahn (Hümmling), Landkreis Emsland, Leezen (Mecklenburg), Leezen, Oldersbek, Ringsberg, Sankelmark, Schülp b. Nortorf, Schwedeneck, Soltau-Fallingbostel, Tarbek, Warder (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Wensin, Werlte, Winkelsett
Galerie
Astronomische Objekte
Galerie
sonstiges
- prinzipiell alle visuell wahrnehmbaren Erscheinungen der Realwelt.
Sie können theoretisch in "natürlichen Farben" dargestellt werden, auch wenn dies vermieden werden sollte. Die heraldischen Regeln schreiben eine möglichst weitreichende Stilisierung bei bestmöglicher Erkennbarkeit des Motivs vor.
-
- Ein Kreuz gilt als Gemeine Figur, wenn es frei im Schild steht. Wenn die Arme den Schildrand berühren, ist es als Heroldsbild zu betrachten.
- Hausmarken oder Hofmarken findet der Heraldiker im Wappenschild und auch als Zierde des Helmes. Die Grundsymbole umfassen etwas über 60 Elemente. Diese werden nach allen Möglichkeiten kombiniert, so dass es eine Unzahl von Zeichen gibt. Sie folgen in der Blasonierung den gültigen Regeln und sind auch in allen heraldischen Tinkturen vertreten.
Hausmarken
in Silber eine rote Hausmarke in Form eines Doppelhakens mit drei Mittelstreben (Mittelkreuzsprosse)
|
T-Kopfschaft (Kopfbalken) mit Schlange
|