Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

Dieser Artikel befasst sich mit dem Staatenbund GUS, für andere Bedeutungen dieser Abkürzung siehe GUS (Begriffsklärung).
Flagge der GUS
Flagge der GUS

Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) (russ. Содружество Независимых Государств (СНГ)/ Sodruschestwo Nesawissimych Gossudarstw (SNG); engl. Commonwealth of Independent States (CIS)) bezeichnet den Zusammenschluss verschiedener Nachfolgestaaten der Sowjetunion (UdSSR) seit dem 8. Dezember 1991. Die Gründung erfolgte durch die Staatsoberhäupter von Russland, Weißrussland und der Ukraine. Das Hauptquartier der GUS befindet sich in der weißrussischen Hauptstadt Minsk.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Die Gemeinschaft unabhängiger Staaten wurde im Dezember des Jahres 1991 durch eine Vereinbarung der Staatsoberhäupter Russlands, der Ukraine und Weißrusslands und durch den Beitritt acht weiterer, kurz darauf von der Sowjetunion unabhängig gewordener Sowjetrepubliken gegründet. Im Jahre 1993 erweiterte sich die Anzahl der Mitglieder durch Georgien, das sich vorher von der GUS ferngehalten hatte. Seit Februar 2006 beteiligt sich der Kaukasus-Staat aber nicht mehr an den Sitzungen des Verteidigungsministerrats der GUS. Turkmenistan ist seit dem 25. August 2005 nur noch beigeordnetes Mitglied.

Die Gründe für die Bildung der GUS lagen hauptsächlich darin, dass viele der Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die seinerzeit Teilrepubliken waren, die Wiederherstellung eines Wirtschafts- und Sicherheitsraums anstrebten, wie ihn die Sowjetunion darstellte. Besonders in Kasachstan wurde die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit der ehemaligen Sowjetrepubliken betont und die Art der Auflösung der Sowjetunion kritisiert.

Bedeutung

In den letzten Jahren hat die GUS an Bedeutung verloren. Ihre Mitgliedstaaten treffen sich zwar noch gelegentlich zu Konsultationen, aber Gipfeltreffen unter Beteiligung aller GUS-Staatsoberhäupter sind seit Jahren nicht mehr vorgekommen. Inzwischen besitzen die Mitgliedstaaten unterschiedliche außenpolitische Orientierungen und Schwerpunkte. So haben sich inzwischen parallele Bündnisse und Strukturen wie die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft, die Shanghai Cooperation Organization, die GUAM oder die Russisch-Weißrussische Union gebildet.

So wird der Begriff GUS heute weitgehend nur noch umgangssprachlich benutzt, um die ehemaligen Mitgliedstaaten der Sowjetunion zu umschreiben, (außer: Litauen, Lettland, Estland) und wird so von der Regierung Russlands weitergeführt.

Wirtschaft der Mitglieder

Staat BIP (Mrd. US-$) BIP pro Einwohner
Armenien Armenien 4,9 1470
Aserbaidschan Aserbaidschan 12,6 1240
Weißrussland Weißrussland 29,6 2760
Georgien Georgien 6,4 1320
Kasachstan Kasachstan 57,1 2940
Kirgisistan Kirgisistan 2,4 450
Moldawien Moldawien 2,9 930
Russland Russland 763,7 4460
Tadschikistan Tadschikistan 2,3 330
Turkmenistan Turkmenistan (beigeordnetes Mitglied) 8,1 keine Daten
Ukraine Ukraine 82,9 1520
Usbekistan Usbekistan 14,0 520
GUS insgesamt 986,9 1630*

* ohne Turkmenistan

Quelle: The World Bank Atlas, Washington D.C. 2005

Siehe auch

Weblinks


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