Das GeoForschungsZentrum Potsdam (internat. Abkürzung GFZ) ist das nationale Forschungszentrum für Geowissenschaften in Deutschland. Es befindet sich im Wissenschaftspark Albert Einstein auf dem Potsdamer Telegrafenberg.
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Das GeoForschungsZentrum (GFZ) wurde 1992 als eine von drei neuen sog. Großforschungseinrichtungen (seinerzeit AGF: Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen, heute: Helmholtz-Gemeinschaft) gegründet.
Es steht in einer traditionsreichen Nachfolge von Forschungsinstituten, die sich seit Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Telegrafenberg befinden und den Ruf Potsdams als exzellenten geowissenschaftlichen Standort begründeten, so u.a das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE), ein Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR, das Forschungen in der Geophysik und der Höheren Geodäsie vereinigte.
Letztlich geht das GFZ auf ein Institut der Preußischen Akademie der Wissenschaften zurück, das Geodätische Institut Potsdam. Unter seinem Direktor Friedrich Robert Helmert (Direktor von 1886 - 1917) entwickelte sich das Potsdamer Institut zum Weltzentrum für die wissenschaftliche Geodäsie (i.e. Wissenschaft von der Figur und dem Schwerefeld der Erde). Der Potsdamer Absolutwert der Erdanziehung war von 1909 bis 1971 der internationale Referenzwert ("Potsdamer Schwerewert"). Maßgeblich an diesen Arbeiten beteiligt war der Sektionschef des GI Theodor Albrecht.
Das GFZ Potsdam hat intensive Kooperationen mit anderen geowissenschaftlichen/ geotechnischen Institutionen weltweit und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft. Träger ist zu 90% das Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10% das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Das GFZ gliedert sich in fünf Fachabteilungen, genannt "Departments", "Geodäsie und Fernerkundung", "Physik der Erde", "Geodynamik", "Chemie der Erde" und "Geoengineering". Dazu kommt ein Datenzentrum und die Bibliothek. Die Forschungs-Schwerpunkte der Departements sind:
Das GFZ hat mehrere Satelliten entwickelt. Bereits der erste davon hat das Institut über die engeren Kreise seiner Wissenschaft hinaus bekannt gemacht.
Dieser erste, noch kleine LASER- und Forschungssatellit wurde GFZ-1 genannt und wurde 1992 für die Satellitentriangulation und die Analyse des irdischen Schwerefeldes gestartet. Seine Bahn in 400 km Höhe war für eine Lebensdauer von rund 5 Jahren ausgelegt. GFZ-1 wog 21 kg und war mit 60 passiven Laser-Reflektoren ausgerüstet, mit denen seine Entfernung zu den verschiedensten Bodenstationen cm-genau gemessen wurde.
Im August 2000 wurde (nach einiger Verzögerung) sein Nachfolger CHAMP für verfeinerte Messungen im Erdschwere- und Magnetfeld gestartet. Das Akronym steht für Challenging Minisatellite Payload for Geophysical Research. CHAMP bestimmt auch bestimmte Parameter der Sonnenaktivität.
Im Satellitenprojekt GRACE hat das Geoforschungszentrum entscheidenden Anteil an der Entwicklkung zukunftsweisender Satellitentechnik. Man kann die zwei 2002 gestarteten GRACE-Satelliten als zwei CHAMPs betrachten, die auf derselben Umlaufbahn in etwa 200 km Distanz hintereinander fliegen und dabei mit Mikrowellen laufend ihre Distanz und Dopplerverschiebung messen. Diese modernste Technik wird Satellite to Satellite Tracking (SST) genannt und analysiert laufend die Entfernung der beiden Satelliten auf Millimeterbruchteile genau. Daraus werden zusätzliche Messwerte produziert, aus denen man schließlich ein äußerst genaues, über etwa 100 x 200 km geglättetes Schwerefeld ableiten kann.
Seit einigen Jahren kooperiert das GFZ mit dem Entwicklungsteam des geplanten GOCE-Satelliten, der die GRACE-Methodik noch weiter verfeinern soll. Auch eine Kooperation zur Weiterentwicklung des PRARE-Meßsystems sowie mit der Satellitenstation Wettzell im Bayrischen Wald ist im Gange.
Seit Anfang 2005 entwickelt das GFZ in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie ein Tsunami-Frühwarnsystem für Indonesien (GITEWS) und den östlichen Indischen Ozean. Insgesamt sollen bei dem Projekt 10 weit verteilte Messbojen verlegt werden, die zwischen Sumatra und Bali die gefährlichen, aber am Meeresspiegel kaum merklichen Wellen registrieren können. Die Daten werden via Satellit an ein Frühwarnzentrum weitergeben. Die Kosten in Höhe von 45 Mio. Euro stellte das Bundesforschungsministerium im Mai 2005 zur Verfügung.
Zum Tsunami-Frühwarnsystem in Indonesien unter Beteiligung des GFZ: