Das Bundesland Sachsen-Anhalt kann in seiner jetzigen Form nur auf eine kurze Geschichte zurückblicken. Das Land entstand erst 1947 nach der Auflösung des Landes Preußen. Die wichtigsten Vorgänger des Landes Sachsen-Anhalt waren die preußische Provinz Sachsen und der Freistaat Anhalt.
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Wesentliche Teile des heutigen Territoriums Sachsen-Anhalts bildeten bis zum Frieden von Prag 1635 das souveräne Erzbistum Magdeburg. Dieses wurde im Zuge der Reformation säkularisiert und in ein weltliches Herzogtum umgewandelt. Dieses Herzogtum Sachsen mit den Gebietsteilen Magdeburg und Halberstadt kam 1680 von Sachsen in den Besitz Brandenburg-Preußens. Die preußische Provinz Sachsen wurde nach den Napoleonischen Kriegen 1815 gebildet und hatte weiter den Rang eines Herzogtums. Sie umfasste im wesentlichen neben den bereits vor 1800 zu Preußen gehörigen Gebieten die 1802 an Preußen gelangten ehemaligen Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen sowie Erfurt und darüber hinaus die vom Königreich Sachsen an Preußen abgetretenen Gebiete Wittenberg, Merseburg, Naumburg, Mansfeld, Querfurt und Henneberg mit deren Umland sowie die ursprünglich zu Brandenburg gehörende Altmark. Im Juli 1944 wurde die aus den Regierungsbezirken Magdeburg, Merseburg und Erfurt bestehende Provinz Sachsen aufgeteilt: Es entstanden die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, der Regierungsbezirk Erfurt wurde dem Reichsstatthalter Thüringens unterstellt.
Dieses Gebiet war am Ende des Zweiten Weltkrieges sowohl von amerikanischen als auch von sowjetischen Truppen besetzt. Die Amerikaner setzten bereits im Mai den späteren Ministerpräsidenten Erhard Hübener als Landeshauptmann ein. Die US-Truppen zogen sich jedoch auf Grund der alliierten Vereinbarungen von Jalta Ende Juni 1945 zurück. Im Juli 1945 wurden die beiden Provinzen, ferner der Freistaat Anhalt (um Dessau), die braunschweigische Enklave Calvörde und der östliche Teil des Landkreises Blankenburg im Harz sowie die thüringische Enklave Allstedt von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) zur neuen Provinz Sachsen vereinigt, Hübener zum Provinzpräsidenten ernannt. Der Name der Provinz wurde nach den ersten freien Landtagswahlen am 20. Oktober 1946 in Sachsen-Anhalt geändert. Die Wahl brachte eine christdemokratisch-liberale Regierung unter Hübener hervor, ein Einzelfall in der Sowjetischen Besatzungszone. Als am 10. Januar 1947 die erste Landesverfassung in Kraft trat, galt die Provinz auf sowjetische Anordnung rechtlich als Land. Am 25. Februar wurde zudem Preußen aufgelöst, zu dem das Gebiet bislang gehört hatte. Landeshauptstadt wurde Halle, da Magdeburg zu dieser Zeit wegen der starken Kriegszerstörungen die Funktion als Hauptstadt nicht wahrnehmen konnte. Das Land hatte eine Größe von 24.576 Quadratkilometern.
In den folgenden Monaten kam es wiederholt zu kleineren Konflikten zwischen Hübener und der Militärverwaltung. So trotzte der Ministerpräsident den Sowjets die Teilnahme der Länderchefs aus der SBZ an der Münchener Ministerpräsidentenkonferenz mit einer Rücktrittsdrohung ab. 1948 kam es zur einer schweren Krise, als mehrere Minister der Landesregierung verhaftet wurden. Erhard Hübener trat aus Protest gegen dieses Vorgehen der Militärverwaltung und gegen die Enteignung von Großbauern zunächst als Justizminister zurück. Im Januar 1949 kündigte er auch seinen Rücktritt als Ministerpräsident zum Ende der Wahlperiode an, offiziell aus Altersgründen.
1952 wurde im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land de facto aufgelöst (Entsprechender Landtagsbeschluss am 23. Juni, de jure bestand es noch einige Jahre weiter) und in die zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Dabei geschahen Grenzbereinigungen, bei denen einzelne Städte und Gemeinden von den Nachbarkreisen eingegliedert oder ausgegliedert wurden, wodurch sich die Bezirksgrenzen gegenüber den ehemaligen Landesgrenzen verschoben.
Am 3. Oktober 1990 erfolgte mit der Deutschen Wiedervereinigung die Neubildung des Landes Sachsen-Anhalt mit den ehemaligen Bezirksterritorien Halle und Magdeburg. Die Bewohner des Kreises Artern (Bezirk Halle) stimmten im Sommmer 1990 bei einer Bürgerbefragung für Thüringen [1] , im Kreis Jessen (Bezirk Cottbus) votierten sie für Sachsen-Anhalt [2]. Landeshauptstadt wurde Magdeburg. Am 14. Oktober wurde erstmals ein Landtag gewählt.
Der Anfang der 1990er Jahre war geprägt durch häufige Wechsel der Landesregierungen und politische Affären. Dies hatte zur Folge, dass die anfangs regierende CDU die zweiten Landtagswahlen nach der Wiedervereinigung verlor und es zu einer von der PDS tolerierten Landesregierung von SPD und Bündnis 90/Grüne kam (Magdeburger Modell). Ministerpräsident Reinhard Höppner regierte das Land über zwei Legislaturperioden in einer Zeit großer wirtschaftlicher und arbeitsmarktpolitischer Umstrukturierungen, nach Ausscheiden der Grünen in einer von der PDS tolerierten SPD-Alleinregierung. Sachsen-Anhalt hatte die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer zu verkraften. In der dritten Wahlperiode seit der Wiedervereinigung gelang es der DVU, in den Landtag einzuziehen. Jedoch zerbrach diese Fraktion bald an internen Streitigkeiten und wurde 2002 nicht wieder in den Landtag gewählt. 1994 kam es in Sachsen-Anhalt zu einer großen Kreisgebietsreform. Die anhaltende wirtschaftliche Krise führte bei den Wahlen im Jahr 2002 zu einem erneuten Regierungswechsel. Seither wurde Sachsen-Anhalt von einer CDU/FDP-Regierung, später von einer CDU/SPD-Regierung unter Prof. Dr. Wolfgang Böhmer regiert.
| 21. Juli 1947 - 13. August 1949: | Erhard Hübener |
| 13. August 1949 - 23. Juli 1952: | Werner Bruschke SED |
| Zwischen 1952 und 1990 war das Land Sachsen-Anhalt aufgelöst. | |
| 28. Oktober 1990 - 04. Juli 1991: | Gerd Gies CDU |
| 04. Juli 1991 - 28. November 1993: | Werner Münch CDU |
| 02. Dezember 1993 - 21. Juli 1994: | Christoph Bergner CDU |
| 21. Juli 1994 - 16. Mai 2002: | Reinhard Höppner SPD |
| seit dem 16. Mai 2002: | Wolfgang Böhmer CDU |
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