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Die japanische Gesellschaft ist eine moderne Industriegesellschaft, die alle demographischen Eigenschaften einer solchen teilt.
Dazu zählt vor allem ein hoher Anteil von Kleinfamilien und Alleinstehenden, bedingt durch eine hohe Scheidungsrate und eine geringe Geburtenrate (nur 1,3 Kinder pro Frau). Außerdem leidet Japan an einer zunehmenden Überalterung aufgrund der hohen Lebenserwartung (nach einigen Statistiken die höchste der Welt). Weitere Merkmale sind ein hoher Bildungsstand und eine sehr breite Mittelschicht (80%).
Die Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen.
Die Einwohner Okinawas gelten üblicherweise als ethnische Japaner, bilden aber nach anderer Lesart die größte Minderheit von etwa 1,5 Millionen Menschen.
Weitere Minderheiten sind die koreanische Minderheit (etwa 1 Million), Chinesen und Taiwaner (etwa 0,5 Millionen), Philippinos (etwa 0,5 Millionen) und Brasilianer (die meisten davon japanischer Abstammung, etwa 250.000), sowie den Ainu, japanischen Ureinwohnern (größtenteils in Hokkaido, etwa 20.000). 99% der Bevölkerung sprechen japanisch als Muttersprache.
Da die japanische Gesellschaft sehr auf Homogenität setzt, ist sie gegenüber ethnischen oder sonstigen Unterschieden generell intolerant. So werden Nachfahren der Kaste der unreinen Berufe, der Burakumin, auch heute noch als "anders" oder "schmutzig" bzw. "unrein" wahrgenommen und sind oft Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt.
Auch Ausländer (Gaijin) sind von Diskriminierung betroffen. Das kann soweit führen, dass selbst Japaner, die eine längere Zeit im Ausland lebten und wieder nach Japan zurückkehren, diskriminiert werden.
Homosexuelle Menschen werden von den konservativen Teilen der Bevölkerung ebenfalls nicht angenommen.
Eine Sonderstellung nimmt die gesetzlose "Kaste" der Yakuza ein. Ihre Existenz wird zwar akzeptiert, aber nicht gutgeheißen.
Auch Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki (Hibakusha) und deren Nachfahren waren oft allerlei Formen der Diskriminierung ausgesetzt. Die Sorge gilt hier vor allem bleibenden Erbschäden, die ein Ehepartner in die Familie bringen könnte. Auch war das Thema lange Zeit tabu.
Die Kurve der Frauenerwerbstätigkeit zeigt ein M-Form. Das bedeutet, dass Frauen nach der Ausbildung ins Berufsleben einsteigen, nach der Hochzeit aber oft wieder aussteigen. Erst wenn die Kinder die Oberschule besuchen oder erwerbstätig sind, kehren sie ins Arbeitsleben zurück.
Vor allem Facharbeiter und Gebildete binden sich stark an ihren Betrieb. Sie identifizieren sich mit dem Erfolg der Firma. Auf der anderen Seite stehen die sogenannten Freeter, nicht firmengebundene Arbeitskräfte, die von Teilzeitjob zu Teilzeitjob wechseln.
Auch die Zahl der parasitären Singles, Jugendliche und junge Erwachsene über 20, die noch bei den Eltern wohnen, weil es ökonomische Vorteile bringt, nimmt zu.
Die Verhaltensregeln sind sehr genau festgelegt und für Außenstehende nicht immer leicht nachvollziehbar, siehe Soziales Verhalten in Japan. Um in der Gesellschaft nicht aufzufallen, zeigen viele Japaner in der Öffentlichkeit nicht ihr wahres Gesicht Ura, sondern ein idealisiertes, gesellschaftskonformes Omote. Damit in Verbindung steht die Schamkultur, die das Gegenteil zur westlichen Schuldkultur darstellt. Auch in der betrieblichen Entscheidungsfindung unterscheiden sich japanische Firmen von westlichen. Entscheidungen sollen unter Mitarbeit aller Firmenangehörigen getroffen werden (Nemawashi).
Die Besonderheiten der japanischen Gesellschaft haben einige mehr oder weniger einzigartige Phänomene hervorgebracht:
Eines der bekanntesten Phänomene wird Karōshi genannt und bedeutet Tod durch Überarbeitung. Aufgrund der extremen Identifizierung mit der eigenen Firma vernachlässigen einige Angestellte die Bedürfnisse ihres Körpers.
Inemuri, kurze Nickerchen, zum Beispiel in der U-Bahn oder bei öffentlichen Veranstaltungen, ist ein weiteres Phänomen.
Der extreme Leistungsdruck führt bei manchen Menschen zu Versagensängsten, was so weit gehen kann, dass Menschen ihr Zimmer nicht mehr verlassen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Dieses Phänomen wird Hikikomori genannt.
Seppuku ist ein Ritual der Selbsttötung, das vor allem ab der Mitte des 12. Jahrhunderts bei den Samurai verbreitet war. Die Selbsttötung stellte nach alter Tradition den letzten Ausweg dar, sich von einer Schuld gesellschaftlich reinzuwaschen. Seit 1868 ist Seppuku offiziell verboten.
Im modernen Japan liegt die Selbstmordrate allerdings, entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, im internationalen Durchschnitt, etwa auf dem Niveau von Deutschland.
Japaner haben einen zweiteiligen Namen, der sich aus dem Familiennamen und dem Personennamen zusammensetzt. Dabei steht der Familienname zuerst.
Bei der Heirat soll das Ehepaar einen gemeinsamen Familiennamen annehmen, dabei darf jedoch kein neuer Familienname ausgedacht werden.
Wenn ein Ausländer die japanische Nationalität annimmt, bekommt er nach festen gesetzlichen Bestimmungen einen neuen Vor- und Familiennamen.
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