Ein Gitarrensynthesizer dient der synthetischen Klangerzeugung. Die Töne werden dabei mit einer E-Gitarre eingespielt.
Der Gitarrensynthesizer setzt die Schwingungen der Saiten in digitale Toninformationen (MIDI) um, die ein (eingebauter oder externer) Synthesizer in nahezu beliebige Klänge wandeln kann.
Das Anwendungsgebiet ist dasselbe, wie das des „normalen“ Synthesizers, nur dass die Möglichkeiten auch dem Gitarristen und nicht nur dem Pianisten oder Keyboarder offen stehen. Man kann also mit einer Gitarre real existierende Instrumente/Klänge immitieren oder Fantasie-Klänge erzeugen. Der Gitarrensynthesizer kann somit als Alternative zum Keyboard eingesetzt werden. Oft wird auch ein Synthesizer-Sound dem normalen Gitarrenklang hinzugemischt, wodurch quasi ein Unisono entsteht. Auch MIDI-Einspielungen in Sequenzer- und Notenprogramme sind mit einem Guitar-to-MIDI-Converter möglich, wie der Gitarrensynthesizer auch genannt wird.
Viele Gitarristen sehen im Gitarrensynthesizer ein nützliches Werkzeug, das mannigfaltige Möglichkeiten der Klangerzeugung bietet. Pat Metheny sah hierin eine Chance, sich der Klangsynthese auf vergleichbare Weise zu nähern wie z. B. Saxophonisten es mit dem Breath Controller versuchten. Andere meiden ihn, weil sie in der Verbindung von Gitarren und Digitaltechnik ein unüberwindbares Paradoxon sehen oder ihn schlichtweg für eine Spielerei halten, deren Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Anschaffungskosten steht.
Da E-Gitarren ein analoges Ausgangssignal liefern, wobei die Schwingungen aller Saiten auf einem Kanal übertragen werden, ist es schwierig, die einzelnen Töne eines Akkordes zu erkennen und zu wandeln. Man benötigt also einen speziellen Tonabnehmer (Hex-Pick-Up), der die Schwingungen der Saiten einzeln abnimmt. Dieser wird auf der Gitarre montiert und mit einem Extrakabel am Gitarrensynthesizer oder an einem polyphonen Instrument-zu-MIDI-Konverter angeschlossen.
Ein weiteres Problem ist das sogenannte Tracking. Die Schwingung der Saite muss erst in ein MIDI-Signal umgewandelt werden. Dieses benötigt Rechenzeit, wodurch der Ton auch bei modernen Geräten noch leicht verzögert kommt. Dabei ist die Tonhöhe des gespielten Tones entscheidend. Je tiefer der Ton, desto höher die Latenz zwischen angeschlagener Saite und Synthesizer-Sound. Dadurch können schnelle Tonfolgen abgehackt oder unsauber klingen. Außerdem ist es dadurch schwierig, ein korrektes Timing im Spiel zu haben. Auch die Erkennung von sogenannten Bendings funktioniert nicht immer einwandfrei.