| Glan | |
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Brücke über den Glan in Meisenheim |
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| Daten | |
| Lage | Saarland, Rheinland-Pfalz |
| Länge | 90 km |
| Quelle | Bei Bexbach |
| Quellhöhe | 480 m ü. NN |
| Mündung | Bei Odernheim in die Nahe |
| Mündungshöhe | 120 m ü. NN |
| Höhenunterschied | 360 m |
| Einzugsgebiet | 1.201 km² |
| Kleinstädte | Bexbach, Lauterecken, Meisenheim |
| Rechte Nebenflüsse | Mohrbach, Reichenbach, Lauter (Waldlauter), Odenbach |
| Linke Nebenflüsse | Kuselbach, Steinalp, Jeckenbach |
Der Glan ist ein 90 km langer Fluss im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Hauptsächlich fließt er im Nordwesten der Pfalz, deren längster Fluss er mit anteiligen 68 km ist. Der Mündungsteil des Glans verläuft dann in der Region Hunsrück-Nahe. Sein ungewöhnlich großes Einzugsgebiet von 1.201 km² kommt dadurch zustande, dass das Nordpfälzer Bergland mit seiner Verlaufsrichtung von Südwest nach Nordost dem parallel fließenden Glan nahezu alle regionalen Wasserläufe zuführt.
Inhaltsverzeichnis |
Der Glan entspringt im Ortsteil Höchen der saarpfälzischen Stadt Bexbach. Bereits nach rund 5 km verlässt er das Saarland, um bei Waldmohr rheinland-pfälzischen Boden zu erreichen. In der Pfalz durchfließt er Bruchmühlbach-Miesau und wendet sich dann in das Nordpfälzer Bergland. Dort passiert er Nanzdietschweiler, Glan-Münchweiler, Altenglan, Offenbach-Hundheim und Lauterecken, wo von rechts die aus Süden kommende Lauter (Waldlauter) einmündet. Ebenfalls von rechts nimmt der Glan 6 km weiter bei Odenbach den gleichnamigen Bach auf. Gleich nach dem Eintritt in die Hunsrück-Nahe-Region durchfließt der Glan die Kleinstadt Meisenheim, bevor er bei Odernheim von rechts in die Nahe mündet, einen linken Nebenfluss des Rheins.
Der Name „Glan“ kommt aus dem Keltischen und bedeutet wohl „hell, klar, glänzend, fließend“. Entlang des Glans führte eine alte Handelsstraße von Südwesten her ins Nahetal, die in Bingen endete. Außerdem bildete der Glan die südöstliche Grenze der „Hunsrück-Eifel-Kultur“ (1. Jahrtausend v. Chr.).
Hier siedelten Kelten, später hinterließ die Kultur der Römer ihre Spuren.
Kriegsvorbereitend wurde die Glantalbahn als Strategische Bahn errichtet, um Truppen an die Front mit Frankreich bringen zu können. Sie wird seit den 1960er Jahren stückweise stillgelegt und ist es seit 1985 endgültig.
Entlang eines Großteils des Flusses verläuft eine heute meist eingleisige Bahnstrecke. Auf stillgelegten Abschnitten wurde die Trasse, die auch von einem Radweg, dem Glan-Blies-Weg, begleitet wird, für Draisinentouren freigegeben. Auf der Anhöhe über dem Zusammenfluss von Nahe und Glan liegt die Ruine des Klosters Disibodenberg, das Anfang des 8. Jahrhunderts errichtet wurde. In der Nähe von Glan-Münchweiler bzw. Altenglan erhebt sich der imposante Potzberg mit Wildpark und Aussichtsturm. Auf dem Glan ist auf Teilstrecken die Befahrung mit Kanus möglich, die örtlichen Kanuverleiher bieten dazu unter Einhaltung und Bewahrung der natürlichen Schönheiten und Begebenheiten interessante Kanutouren an.
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in den Steillagen am mittleren und unteren Glan verbreitet Wein angebaut. 1925, als die Interessenvertretungen der Nahe- und der Glan-Winzer zum Winzerverband für Nahe und Glan fusionierten, gab es zwischen Offenbach-Hundheim und der Glanmündung etwa 400 - meist kleinere - Weinbaubetriebe. Heute sind noch zwei - größere - in Meisenheim bzw. Raumbach übriggeblieben. Die Weinlagen am Glan gehören, obwohl überwiegend auf pfälzischem Boden, nicht zum Weinbaugebiet Pfalz, sondern zum Weinbaugebiet Nahe. Aus diesem Grund war es möglich, dass die Naheweinkönigin 2005/2006, Karina II. (Karina Krauß), aus Raumbach am Glan kam.
Der Glan wurde seit der Römerzeit intensiv genutzt. Vor allem zahlreiche Mühlen und Triebwerke (z. B. Hammerwerke) bedienten sich seiner Wasserkraft; zu diesem Zweck wurden Wehre errichtet und Kanäle gezogen. Obwohl die Ära der Mühlen längst zu Ende ist, blieben 93 Querbauwerke als Hochwasserschutz bestehen. Sie sind weiterhin notwendig, weil die Landwirtschaft im 20. Jahrhundert für Begradigungen des Gewässers gesorgt hat, die mit einer starken Abnahme von Überschwemmungsräumen einhergingen. Die Bestandsaufnahme des Landes Rheinland-Pfalz für die Europäische Wasserrahmenrichtlinie stuft deshalb den Glan als HWMB („Heavily Modified WaterBody“) ein, als erheblich verändertes Gewässer.
Um die Behinderungen der Fischwanderungen zu verringern, werden nun im Wege der Renaturierung vermehrt Wehre beseitigt oder zumindest durch Fischtreppen umgestaltet. Begradigungen werden rückgebaut und Uferstreifen an die Natur zurückgegeben. So bilden sich an den wieder durchflossenen Mäandern erneut Prall- und Gleithänge, und Steilufer mit Nistmöglichkeiten bewirken die Rückkehr des Eisvogels. Auch Prachtlibellen, insbesondere die Blauflügel-Prachtlibelle, werden wieder beobachtet.
Im Ortsteil Gumbsweiler von St. Julian hat der BUND das alte Schrankenwärterhäuschen neben der Draisinenstrecke zu einem kleinen Naturschutzzentrum umgebaut, das zu besonderen Gelegenheiten der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Im Gefolge der BSE-Problematik besinnt man sich wieder vermehrt auf die alte Rasse des Glanrindes, das einst gezüchtet wurde, um das Weideland am Fluss von Büschen und Bäumen freizuhalten.
Der obere Glan fließt etwa 10 km weit parallel zur Autobahn 6 (Saarbrücken–Mannheim); von der A 62 (Landstuhl–Nonnweiler) wird der Fluss bei Glan-Münchweiler überquert. Ab diesem Ort verläuft rechts des Glan die Bundesstraße 423, die in Altenglan in die B 420 (St. Wendel–Bad Kreuznach) mündet. Diese begleitet den Glan - nun links des Laufes - bis nach Meisenheim. Unterwegs, bei Lauterecken, überkreuzt ihn noch die B 270, die von Kaiserslautern nach Idar-Oberstein) führt.
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