Gostenhof ist ein Stadtteil der mittelfränkischen Stadt Nürnberg. Der innerstädtische Stadtteil grenzt südwestlich an die Altstadt Nürnbergs und gehört als Bezirk 04 zum Stadtbezirk 1 - Mitte; zu Gostenhof im weiteren Sinne gehören auch die statistischen Bezirke 05 und 22.
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Gostenhof liegt auf einer Höhe von 315 m ü. NN auf einer Fläche von 2,26 km². Bei einer Einwohnerzahl von 24.027 Einwohnern (Stand 2003) ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 10.639 Einwohner je km².
Im Norden wird der Stadtteil durch die Pegnitz begrenzt. Im Osten trennt die Stadtmauer Gostenhof von der Altstadt. Die südliche Grenze bildet der innerstädtische Teil der Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg). Im Westen ist Gostenhof direkt mit Eberhardshof verwachsen, die Maximilianstraße bildet hier die Grenze.
Der Stadtteil grenzt im Norden an den Stadtteil St. Johannis, im Osten an die Altstadt und Tafelhof, im Westen an Eberhardshof und im Süden an Sündersbühl und St. Leonhard.
Gostenhof umfasst neben dem alten Zentrum auch die Bezirke Himpfelshof und Bärenschanze.
Erstmals urkundlich erwähnt wird das kleine Straßendorf im Jahr 1311. 1477 erhielt das zwischenzeitlich an Nürnberg übergegangene Gostenhof ein reichsstädtisches Pflegeamt. Während das Dorf in den beiden Markgrafenkriegen noch niedergebrannt wurde, blieb es im 30jährigen Krieg unzerstört. Das zur gewerbereichen Nürnberger Vorstadt angewachsene Gostenhof wurde 1796 preußisch. 1806 gelangte es an Bayern. Bereits 1825 wurde Gostenhof nach Nürnberg eingemeindet.
Vom in Gostenhof befindlichen Ludwigsbahnhof begann 1835 mit der Fahrt der Ludwigsbahn das Eisenbahnzeitalter in Deutschland. Das erste Gaswerk Nürnbergs wurde 1847 in Gostenhof errichtet. 1913 eröffnete an der selben Stelle das Volksbad.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der ländlich geprägte Vorort zu einer Handels- und Geschäftsvorstadt mit dichter Bevölkerung. Diese Entwicklung verdankte Gostenhof besonders jüdischen Hopfenhändlern. Generell war Gostenhof auch ein Zentrum der jüdischen Bevölkerung in Nürnberg, von der 1910 ein Drittel in diesem Ortsteil lebte.
Im 2. Weltkrieg blieb Gostenhof weitgehend unzerstört. Infolge der wenig attraktiven alten Bausubstanz und seiner innerstädtischen Lage ohne Grünflächen entwickelte sich Gostenhof wie viele andere deutsche Innenstadtbezirke zu einem Stadtteil, der überwiegend von sozial schwächeren und ausländischen Familien bewohnt wird. Die Bevölkerung Gostenhofs setzte sich 1997 aus über 40 Nationen zusammen (meist aus türkischen Immigranten), im Gostenhofer Kerngebiet sowie in der Bärenschanze betrug der Ausländeranteil 2003 über 45%.
Gostenhof galt lange Zeit als Nürnberger Bronx, wie es beispielhaft in einem Song des Nürnberger Liedermachers und Ingenieurs Günter Stössel zum Ausdruck kommt. Seine Adaption des Klassikers House of the rising sun lautet nämlich Dou schdäihd a Haus in Gost'nhuf. Dank umfangreicher Sanierungsarbeiten hat sich das Image Gostenhofs jedoch inzwischen verbessert.
Das Gostner Hoftheater wurde 1979 in einer umgebauten Spielzeugfabrik als Theater um die Ecke eröffnet. Bereits ein Jahrzehnt später konnte die ursprünglich als Werkstatttheater konzipierte Bühne eigene Produktionen mit professionellen Schauspielern und Regisseuren präsentieren. Inzwischen betreibt das Theater ein weitere Bühne und eine Kneipe und hat sich neben den Städtischen Bühnen als zweites wichtiges Theater in Nürnbergs Kultur etabliert.
Der Rochusfriedhof wurde 1518 als neuer Begräbnisplatz außerhalb der Nürnberger Stadtmauern angelegt. Während der damaligen Pestepidemie wurde dies aus hygienischen Gründen erforderlich. Die ältesten erhalten Grabanlagen stammen noch aus der Gründungszeit. Viele bekannte Nürnberger Persönlichkeiten, unter anderem Johann Pachelbel, liegen dort begraben.
Der Justizpalast in der Fürther Straße wurde von 1908 bis 1916 nach Plänen Hugo von Höfls errichtet. Das im Stil der Deutschrenaissance erbaute Gebäude schloß unmittelbar an das sog. Zellengefängnis an. Hier fanden die als Nürnberger Prozesse bekannten Verhandlungen gegen führende Personen des Nationalsozialismus statt. Der Schwurgerichtssaal 600, Ort der Hauptverhandlung, kann an Wochenenden besichtigt werden. Die Museen der Stadt Nürnberg planen zur Zeit ein Dokumentationszentrum hierzu.
Das 1951-1953 errichtete Plärrerhochhaus, eigentlich Geschäfts- und Werkstättengebäude der Städtischen Werke Nürnberg am Plärrer war mit 56 m Höhe bei seiner Eröffnung das höchste Gebäude Bayerns. Ab dem 5. Geschoss verjüngt sich der 15-geschossige Bau um 1 cm pro Stockwerk, um schlanker zu erscheinen. Das auskragende Flugdach bildet den markanten Abschluss des denkmalgeschützten Baus des Architekten Wilhelm Schlegtendal.
Das ebenfalls nach Plänen Wilhelm Schlegtendals 1961 erbaute Planetarium steht direkt neben dem Plärrerhochhaus. Besonders markant ist die Kuppel (18 m Durchmesser) des Projektionsraumes.
Im westlichen Teil Gostenhofs steht an der Kreuzung Adam-Klein-Straße/Paumgartnerstraße die von 1908 bis 1910 von Dombaumeister Prof. Josef Schmitz in neoromanischem Stil errichtete Pfarrkirche St. Anton. Sehenswert ist eine in jüngerer Zeit in der Apsis angebrachte Darstellung "Christus in der Mandorla" von Wolfgang Duck.
Einmal im Jahr findet in Gostenhof das Stadtteilfest statt, bei dem alle in Gostenhof aktiven Parteien, Vereinen und Initiativen mitwirken. Des weiteren findet jährlich am 1. Mai ein internationalistisches Straßenfest statt.
Durch Gostenhof führt die Bundesautobahn 73 sowie die bayerische Süd-Nord-Bahn, an die Gostenhof mit dem Bahnhaltepunkt Rothenburger Straße angeschlossen ist. Mit den U-Bahnhaltestellen Gostenhof und Bärenschanze ist Gostenhof an die U-Bahnlinie 1 angeschlossen.
Mit dem Plärrer, einem großen Platz, befindet sich ein zentraler Verkehrsknotenpunkt Nürnbergs an der nordöstlichen Grenze Gostenhofs. Hier trifft der Ring um die Altstadt auf die wichtigste Straße nach Fürth, die Fürther Straße, sowie die Straßen nach Ansbach und Erlangen. Die beiden Nürnberger U-Bahn-Linien U1 und U2 kreuzen sich hier und bieten Anschlüsse an die Straßenbahn und die Buslinie 36. Der Plärrer steht synonym für die alltäglichen Verkehrsprobleme im Berufsverkehr.
Die Fürther Straße wurde vor der Eingliederung Nürnbergs nach Bayern, als Nürnberg eine (verarmte) freie Reichsstadt war und Gostenhof zu Preußen gehörte, als repräsentative Allee von den Preußen gebaut. Auf der Trasse fuhr 1835 die Bayerische Ludwigsbahn. Gostenhof wurde lange Zeit durch die Straßenbahn geprägt, die früher bis nach Fürth fuhr und dabei Gostenhof durchquerte. Heute fährt die Straßenbahn nur noch den Plärrer an.
Entlang der Straße lassen sich viele Zeugnisse der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert finden.
Die evangelische Fachhochschule, eine der zwei Fachhochschulen für Soziale Arbeit in Nürnberg. Außerdem hat die Ausbildungsstätte für evangelische Religionspädagogen in Gostenhof im Novartisgebäude ihren Sitz.
Siehe auch: Eingemeindungen in die Stadt Nürnberg