Gotthardtunnel

Dieser Artikel behandelt den Eisenbahn-Scheiteltunnel von 1882 durch den Gotthard. Für den gleichnamigen Strassentunnel im Verlauf der Schweizer Nationalstrasse A2 siehe Gotthard-Strassentunnel, für den im Bau befindlichen Eisenbahnbasistunnel der NEAT siehe Gotthard-Basistunnel.

Der Gotthardtunnel oder auch Gotthard-Scheiteltunnel ist der Scheiteltunnel der Gotthardbahn und verläuft unter dem Sankt-Gotthard-Pass durch das Schweizer Gotthardmassiv. Der 15'003 m lange Eisenbahntunnel besteht aus einer einzelnen, doppelgleisig ausgebauten Tunnelröhre zwischen den Ortschaften Göschenen im Kanton Uri und Airolo im Kanton Tessin.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Gebirgsüberlagerung des Gotthardtunnels
Gebirgsüberlagerung des Gotthardtunnels
Denkmal für die Opfer des Gotthardtunnelbaus von Vincenzo Vela
Denkmal für die Opfer des Gotthardtunnelbaus von Vincenzo Vela

Vom nördlichen Tunnelportal auf einer Höhe von 1106 m in Göschenen aus steigt die Tunnelstrecke über etwa 8 km zum Scheitelpunkt auf 1151 m, ehe nach zwei weiteren Kilometern die Kantonsgrenze im Inneren des Tunnels passiert wird und nach weiteren fünf Kilometern die Strecke das südliche Tunnelportal (1142 m) bei Airolo erreicht. Die Durchfahrt durch den Tunnel dauert etwa neun Minuten.

Bau

Der Bau des Gotthardtunnels erfolgte vom 13. September 1872 bis zum Jahr 1881. Der Durchstoss erfolgte am 29. Februar 1880. Am 22. Mai 1882 wurde der Tunnel feierlich eröffnet, zehn Tage später wurde er in Betrieb genommen. Der Schweizer Ingenieur und Bauunternehmer Louis Favre war für den Bau verantwortlich. Neben erheblichen technischen und geologischen Problemen hatte Louis Favre auch mehrfach Auseinandersetzungen mit der finanzierenden Bank und der Baudirektion zu bewältigen. Während den Arbeiten kamen gegen 200 Menschen ums Leben. Zu der Anzahl von Toten gibt es nur ungenaue Zahlen. Die meisten Toten waren wegen Wassereinbrüchen zu beklagen. Viele kamen auch unter die mit Pressluft angetriebenen Eisenbahnwagen, welche das Geröll und den Schutt aus dem Tunnel abführten. Favre verstarb einige Monate vor Ende der Bauarbeiten bei einem Kontrollgang im Tunnel an einem Herzinfarkt.

Weitere Tunnel

In unmittelbarer Nachbarschaft verläuft der 1980 eröffnete Gotthard-Strassentunnel der Nationalstrasse A2. Wegen hoher Verkehrslasten im alpenquerenden Verkehr ist ein zweiter Eisenbahntunnel im Bau, der Gotthard-Basistunnel soll Ende 2016 in Betrieb genommen werden.

Zukunft

Ab 2016, nach der Eröffnung des Basistunnels, ist die Zukunft der Bergstrecke in Frage gestellt. Man überlegt, die alte Strecke für Güterzüge zu verwenden, während die schnelleren Personenzüge mit 200 km/h den Neubau benutzen. Schwere Güterzüge mit ihrer Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h würden deshalb die Personenzüge behindern. Auf der alten Bergstrecke gilt in den engen Kehrtunnels für alle Züge ein Limit von 80 km/h. Allerdings würde damit der Vorteil des Basistunnels als Flachbahn verspielt, schwere und damit auch lange Züge ohne den Einsatz von Verstärkungslokomotiven ohne Zwischenhalt zu befördern.

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Galerie

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