Ein Gründungsmythos ist ein Mythos, der einer gesellschaftlichen, politischen oder religiösen Gruppe ein Gefühl der Einheit und der Gemeinsamkeit vermitteln soll. Dabei werden nicht selten als typisch angesehene Eigenschaften der Gruppenmitglieder in den Anfangsmythos hinein projiziert.
So lässt der römische Gründungsmythos die Gründer Roms von einer Wölfin (Symbol der wilden Kraft) gesäugt sein und Romulus seine Stadt sofort mit aller Kraft verteidigen.
Der Mythos des israelischen Stämmebundes wird vom Auszug aus Ägypten hergeleitet.
Der Zen-Buddhismus kennt eine Geschichte, wonach Buddha vor seinem Tod vor seinen Anhängern schweigend eine Lotosblume in der Hand gedreht habe. Da niemand außer Mahakasyapa darin einen Sinn gesehen habe, sei so dieser als Nachfolger bestimmt worden. Ein Mythos, der das Unbegreifliche von Anfang an in das Zentrum stellt.
Der Gründungsmythos der USA, dass der Einzelne wie die Gruppe gegen alle Widrigkeiten ihr Glück machen und Recht und Ordnung schaffen können (American Dream), ist im Western gestaltet.