In vielen Ländern existieren politische Parteien, die sich als grün verstehen.
Die Europäische Grüne Partei ist ein Zusammenschluss von 32 grünen Parteien aus vorwiegend europäischen Staaten. Gegründet wurde sie 2002 als Nachfolgeorganisation der Europäischen Föderation Grüner Parteien, als einzige Partei führte sie zur Europawahl 2004 einen europaweit einheitlichen Wahlkampf.
Hauptartikel: Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen sind eine aus der Friedens- und Ökologiebewegung hervorgegangene Partei in Deutschland. Sie wurden 1980 unter anderem von Petra Kelly, Joseph Beuys und Carl Amery gegründet. 1993 fusionierten die Grünen mit den DDR-Bürgerrechtlern vom Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen. Am 29. März 1983 zogen die Grünen das erste Mal in den Deutschen Bundestag ein. Sie waren seit 1985 an mehreren Landesregierungen beteiligt, stets als rot-grüne oder Ampelkoalition. Von 1998 bis 2005 bildeten sie zusammen mit der SPD die erste rot-grüne Regierungskoalition auf Bundesebene. Prominentester Kopf der Partei ist Joschka Fischer, der von 1998 bis 2005 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland war. Im Sommer 2006 legte er sein Bundestagsmandat nieder. Nachdem Bündnis 90/Die Grünen einige Zeit an keiner Landesregierung in Deutschland beteiligt war, bildet die Partei seit dem 29. Juni 2007 eine Koalitionsregierung mit der SPD im Bundesland Bremen.
Eine andere ökologisch orientierte Partei in Deutschland ist die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp). Die Geschichte der ödp ist eng mit der der Grünen verbunden. Fusionsbestrebungen mit den Grünen scheiterten zweimal, zuletzt 1990. Die Partei ist in keinem Landtag vertreten und vor allem in Süddeutschland eine in der Kommunalpolitik relevante Kraft.
Daneben existieren die Tierschutzpartei und die Humanwirtschaftspartei. Beide Parteien sind bisher in den meisten Bundesländern nicht flächendeckend präsent.
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland
Die Eestimaa Rohelised erhielten bei den estnischen Parlamentswahlen 2007 7,1 Prozent der Stimmen und ziehen damit mit 6 Abgeordneten erstmals ins Parlament ein.
Der Grüne Bund (Vihreä Liitto) wurde 1988 als Partei gegründet. Im Parlament ist das Bündnis mit 15 Abgeordneten vertreten, im Europäischen Parlament mit einer Abgeordneten. Pekka Haavisto wurde der erste grüne Minister (für Umwelt) in Finnland um 1995, weitere Osmo Soininvaara und Satu Hassi, nach 2002.
In Frankreich heißt die entsprechende Partei Les Verts, bekannt ist vor allem deren Mitglied Daniel Cohn-Bendit, der sowohl in Deutschland als auch in Frankreich politisch aktiv ist.
Die irischen Grünen sind 1981 entstanden und haben zur Zeit 6 Abgeordnete im irischen Parlament.
Die Links-Grüne Bewegung (Vinstrihreyfingin - grænt framboð) spaltete sich 1999 von anderen Linksparteien ab, als diese zur Allianz fusionierten. Sie ist mit 14,3% und 9 von 63 Sitzen im isländischen Parlament Althing vertreten.
Die italienischen Grünen wurden von Alexander Langer um 1985 mitgegründet. Sie zählen seit den 90er Jahren zu den Wahlbündnissen der Linken (z. B. L'Unione unter Romano Prodi). Ein bekannter Vertreter ist der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner. Bei den Parlamentswahlen 2006 erreichten die Grünen als Teil der siegreichen Mitte-Links-Koalition L'Unione 2,1% und gewannen 15 von 630 Sitzen in der Abgeordnetenkammer sowie 5 von 315 Senatoren. In der Regierung unter Romano Prodi stellen die Grünen mit Alfonso Pecoraro Scanio den Umweltminister.
Indulis Emsis war der weltweit erste Regierungschef einer grünen Partei, der Grünen Partei Lettlands.
In Luxemburg heißen die Grünen Déi Gréng. Sie wurden Anfang der 1980er Jahre gegründet. Bekanntester grüner Politiker ist François Bausch.
In die Niederlande gibt es zwei grüne Parteien: De Groenen und GroenLinks.
Siehe auch: Politische Parteien in den Niederlanden
Die norwegische grüne Partei heißt De grønne. Sie ist nicht im nationalen Parlament vertreten.
Die österreichischen Grünen nennen sich Die Grünen – Die grüne Alternative. Sie ist momentan mit 21 Mandaten (11,05 % bei der Wahl 2006) drittstärkste Kraft im Parlament.
In Polen heißen die Grünen Zieloni 2004. Die polnischen Zieloni 2004 sind 2003 entstanden. Sie sind nicht im nationalen Parlament vertreten.
Miljöpartiet de gröna oder auch Det gröna partiet lautet der Name der Grünen in Schweden.
Die Partei Grüne/Les Verts/I Verdi/Grüne Partei der Schweiz ist aus der Ökologiebewegung und links-alternativen Gruppierungen hervorgegangenen. Sie ist eine stark föderalistisch strukturierte Partei in der Schweiz. Am 28. Mai 1983 wurde sie als Föderation der Grünen Parteien der Schweiz gegründet. Seit 1987 ist sie Mitglied der Europäischen Grünen und ist Gründungsmitglied der Europäischen Grünen Partei. Seit den 1990er Jahren ist sie die größte Schweizer Partei, welche nicht im Bundesrat vertreten ist (mit 9 Nationalräten nach den Wahlen 1999 und 13 nach den Wahlen 2003). Auf kantonaler und lokaler Ebene ist sie teilweise auch in der Regierung vertreten.
Die Grünen Spaniens – Los Verdes (es) – sind in Regionalparlamenten und mit einem Sitz im Europäischen Parlament vertreten.
Die Grünen Kataloniens – Iniciativa per Catalunya – Verds (es) – sind seit Dezember 2003 an der dortigen Regierung beteiligt.
In Tschechien heißen die Grünen Strana Zelených (Partei der Grünen). Bei der Parlamentswahl im Juni 2006 übersprangen sie erstmals die 5-Prozent-Hürde.
In Großbritannien und Nordirland gibt es drei grüne Parteien, die Green Party of England and Wales, die Scottish Green Party und die Green Party in Northern Ireland. Aufgrund des Mehrheitswahlrechts ist keine dieser Parteien im britischen Unterhaus vertreten. Allerdings sind die schottischen Grünen im (zum Teil durch Verhältniswahlrecht gewählten) und die Nordirischen Grünen im jeweiligen Regionalparlament vertreten während die englischen Grünen Sitze im Europäischen Parlament, der Regionalversammlung Londons und - trotz Mehrheitswahlrecht - in über 50 Lokal- und Grafschaftsvertretungen inne haben.
The Greens/Green Party USA: Die US-Grünen haben aufgrund des Mehrheitswahlrechtsystems so gut wie nie Chancen auf Mandate. Aus diesem Grund sind sie chronisch unterfinanziert und es fehlt ihnen an Infrastruktur. Bei den Präsidentschaftswahlen 2000 zwischen Republikanern und Demokraten erreichten sie mit dem Präsidentschaftskandidaten und Verbraucheranwalt Ralph Nader 2,7 % und damit nicht die 5-%-Grenze, die ihnen staatliche Erstattung von Wahlkampfkosten ermöglicht hätte. Dennoch war ihr Anteil an Stimmen in Florida mehr als das 4-fache des Stimmenunterschieds zwischen Demokraten und Republikanern, so dass viele Linke sie für die Wahl von George W. Bush mitverantwortlich sehen.
Weltweit einer der bekanntesten Sympathisanten ist der Filmemacher, Satiriker und Autor Michael Moore, bekannt durch Bowling for Columbine und Fahrenheit 9/11. Aus den Erfahrungen der Wahl 2000 hat er jedoch 2004 keine Empfehlung für die Grünen abgegeben.
Drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen am 23. Februar 2002 wurden Ingrid Betancourt vom "Partido Oxigeno Verde" und ihre Wahlkampfleiterin, Clara Rojas von linksgerichteten Rebellen der FARC entführt.
Wangari Maathai gründete die „Mazingira Green Party of Kenya“. Nachdem Maathai im Jahr 1997 erfolglos für das Parlament und das Präsidentenamt kandidiert hatte, wurde sie im Dezember 2002 für das von mehreren Oppositionsparteien gegründete Wahlbündnis „National Rainbow Coalition (NARC)“ ins kenianische Parlament gewählt. Die NARC löste die Regierung von Daniel arap Moi ab und der neugewählte Staatspräsident Mwai Kibaki ernannte Maathai zur stellvertretenden Ministerin für Umweltschutz. Maathai schaffte damit als erste grüne Politikerin Afrikas den Sprung in eine Regierung. Im Jahr 2004 erhielt sie den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für „nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie“,
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