Ein Graduiertenkolleg (auch Promotionskolleg oder Doktoratskolleg, in der Schweiz auch Pro*Doc) ist ein befristetes, systematisch angelegtes Studien- und Forschungsprogramm. Organisiert und finanziert werden derartige Programme sowohl von Universitäten als auch von parteinahen Stiftungen. In Deutschland finanziert insbesondere die Deutsche Forschungsgemeinschaft Graduiertenkollegs. In Österreich fördert der Wissenschaftsfonds (FWF) die Einrichtung von Doktoratskollegs. In der Schweiz finanziert unter anderem der Schweizerische Nationalfonds Graduiertenkollegs.
Betreut von mehreren Hochschullehrern können Doktoranden sich themenzentriert in einen umfassenden Forschungszusammenhang einarbeiten. Ziel der Kollegs ist zum einen, die wissenschaftliche Forschung inhaltlich zu bündeln, zum anderen aber auch, die Arbeit der Doktoranden organisatorisch zu strukturieren.
In der Regel werden Doktoranden angestellt oder erhalten ein Stipendium. Meist beinhaltet ein Graduiertenkolleg regelmäßige Lehrveranstaltungen, Speziallehrveranstaltungen, Seminare, Kolloquien oder Workshops.
Neben formell eingerichteten Graduiertenkollegs sind in einigen Fachbereichen auch Initiativen von Nachwuchswissenschaftlern entstanden, die ohne Professoren ein Kolloquium abhalten, und sich gegenseitig unterstützen.
Es gibt auch interuniversitäre Graduiertenkollegs und länderübergreifende Kooperationen, wie beispielsweise das Virtuelle Graduiertenkolleg, in dem Doktoranden aus Freiburg, Münster und Tübingen zusammenarbeiten.
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Die Promotionsstipendien im Rahmen der Graduiertenkollegs unterstützen eine zügige Promotion, da keine Arbeitszeit in die Finanzierung des Lebensunterhalts investiert werden muss. Die Zusammenarbeit mit anderen Doktoranden und Dozenten kann ein Graduiertenkolleg zu einer für alle Teilnehmer Gewinn bringenden Diskussionsplattform machen. Des Weiteren erhalten Doktoranden durch Graduiertenkollegs oft eine besonders intensive Betreuung, beispielsweise durch Forschungskolloquien und Sommerschulen.
In vielen Graduiertenkollegs werden die Doktoranden nicht angestellt, sie bekommen lediglich ein Stipendium ohne soziale Absicherung. Diese Vorgangsweise, die nicht mit der Europäische Charta für Forscher vereinbar ist, hat zahlreiche Implikationen, die im Folgenden angeführt sind. Bei anderen Modellen von Graduiertenkollegs, beispielsweise bei den Doktoratskollegs des FWF ist allerdings sehr wohl eine reguläre Anstellung vorgesehen.
Doktorat, PhD, Nachwuchsforscher, EURODOC, Europäische Charta für Forscher, Stipendium