Degenfeld, auch Tegernfeld, später auch von Degenfeld-Schomberg bzw. von Degenfeld-Schonburg ist der Name einer adeligen Familie, die – ursprünglich aus der Schweiz kommend – seit dem 13. Jahrhundert mit Lehensrechten versehen in Baden und Württemberg nachgewiesen ist.
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Diverse Lexika des 18. Jahrhunderts berichten über den Ursprung der Familie: „Einer dieses geschlechte hat an 850 den Bischoff zu Lausanne entleibet; ein anderer ist im 11. seculo Bischoff zu Costniz“. Ein Ulrich wird 1175 als Bischof zu Chur und Abt zu St. Gallen, und eine Romana zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Äbtissin im Elsass erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung ist 1281 die des Freiherrn Conrad von Degenfeld. Dieser war Vormund von Johann, Herzog in Schwaben und Sohn des Königs Rudolf I., und errichtete den Stammsitz, Schloss Degenfeld, im gleichnamigen Ort Degenfeld bei Schwäbisch Gmünd.
Nachdem Herzog Johann seinen Onkel Albrecht I. im Jahr 1290 ermordet hatte, verloren Johanns Gefolgsleute, darunter auch Conrad von Degenfeld, ihren freiherrlichen Titel. Seit 1456 war die Burg Hohen-Eybach bei Eybach (heute Ortsteil von Geislingen an der Steige) der Stammsitz der Familie.
Im Jahr 1580 erwarb Landhofmeister Christoph von Degenfeld († 1604) die Burg Neuhaus bei Ehrstädt. 1594 wurde die Burg abgerissen und 1596/97 an der gleichen Stelle durch Johann Christoph von Degenfeld das Schloss Neuhaus erbaut. Der Stammsitz Schloss Degenfeld in Gmünd wurde dagegen 1597 für 17.500 Taler an Herzog Friedrich I. von Württemberg verkauft. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichteten die Degenfeld außerdem das Schloss Ehrstädt und den dortigen Eulenhof.
Landhofmeister Christophs jüngerer Sohn Konrad von Degenfeld wurde am 10. Oktober 1600 in Geradstetten vom Schorndorfer Obervogt Jakob von Gültlingen erstochen. Der schlafwandelnde Konrad soll den im selben Zimmer übernachtenden Jakob von Gültlingen im Schlaf aufgeschreckt haben, worauf dieser ihn vermutlich im Affekt mit dem Schwert angriff. Der Obervogt wurde für die Tat vier Tage später auf dem Marktplatz von Waiblingen enthauptet. Konrad von Degenfeld hinterließ vier Söhne: Konrad, Christoph Wilhelm, Christoph Wolfgang und Christoph Martin, wobei Letztgenannter beim Tode seines Vaters noch kein Jahr alt war.
1625 wurde Christoph Martin von Degenfeld, der sich als Feldherr in schwedischen, französischen und venezianischen Diensten einen Namen gemacht hat, in den Freiherrenstand erhoben. Sein Sohn Maximilian, Freiherr und Pannier-Herr auf Hohen-Eybach, Pfälzischer geheimer Rat, (1645-1697) starb als einziger eines natürlichen Todes und hinterließ zwei Söhne: Phillipp August und Christoph Martin II. (1689-1762).
Die Tochter Christoph Martins, Marie Luise zu Pfalz (1634–1677) hatte 13 Kinder, von denen sie nur acht überlebten: fünf Söhne, die kinderlos starben, und drei Töchter, von denen nur die älteste, Karoline, heiratete und Nachkommen hatte. Da Marie Luise als zweite Frau des Kurfürsten Karl I. Ludwig auf alle kurpfälzischen Ansprüche verzichtet hatte, wurden sie und ihre Nachkommen 1670 mit der Lehensherrschaft über Stebbach (heute Ortsteil von Gemmingen) und dem Raugrafen-Titel entlohnt. Ihre Tochter, Raugräfin Karoline, heiratete 1683 Meinhard von Schomberg, Duc de Schomberg und 2. Duke of Leinster (1641-1719), Sohn des in Irland gefallenen Marschalls Friedrich von Schomberg. Der einzige Sohn, Charles Louis, starb 1713 und die jüngste Tochter Maria heiratete 1717 ihren Onkel zweiten Grades Christoph Martin II., der 1716 (oder schon 1710) von Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand erhoben worden war. Da der Herzog von Schomberg und Leinster keinen männlichen Erben hatte, erwarb Graf Christoph Martin II. von Degenfeld durch die Heirat Namen, Wappen und diesen Teil des Besitzes des Hauses Schomberg, allerdings ohne die herzogliche Würde zu erhalten. Seit dieser Zeit nennt sich die Familie von Degenfeld-Schomberg bzw. von Degenfeld-Schonburg.
Die Herrschaftsrechte über Stebbach gingen 1733 auf die Degenfeld-Schomburg über. Diese ließen nahe der dortigen Burg Streichenberg durch den badischen Baurat Karl August Schwarz einen neuen Herrensitz errichten: das zwischen 1820 und 1823 im Weinbrenner-Stil erbaute Schloss Schomberg, das heute noch von der Familie bewohnt wird und wo sich auch das Familienarchiv befindet. Eine Grablege der Familie befindet sich auf dem Friedhof in Stebbach. In Sinsheim-Ehrstädt erinnert die Von-Degenfeld-Straße an die einstigen Ortsherren.
Stammsitz der Familie Degenfeld-Schonburg ist nach wie vor Schloß Eybach bei Geislingen a. d. Steige (Baden-Württemberg). Eine weitere Linie der Familie Degenfeld-Schonburg bewohnt bis heute Schloss Schomberg bei Gemmingen-Stebbach. Der österreichische Zweig hat Nachfahren der Familie Degenfeld, die in Wien oder auch in Klosterneuburg leben, darunter z.B der Künstler Werner Degenfeld mit seinen Kindern Sophie und Pascal Degenfeld. Auch in Ungarn leben Angehörige der Familie.
Brockhaus-1809: Die Grafen von Bernstorf · Die Grafen von Reuß · Die Grafen von Reuß · Carl Theodor u. Alexander, Grafen v. Lameth · Die Grafen zu Stolberg
DamenConvLex-1834: Degenfeld, Marie Louise von · Stolberg, Christian und Leopold, Gebr., Grafen zu
Meyers-1905: Dassel, Grafen von · Degenfeld-Schonburg · Degenfeld