Grenchen

Dieser Artikel befasst sich mit der solothurnischen Stadt Grenchen. Für Grenchen bei Bösingen im Kanton Freiburg, siehe Bösingen FR.
Grenchen
Wappen von Grenchen
Basisdaten
Kanton: Solothurn
Bezirk: Lebern
BFS-Nr.: 2546Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 2540
Koordinaten: (596758 / 226902)
Höhe: 451 m ü. M.
Fläche: 26.08 km²
Einwohner: 15'923Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Stadt

(31. Dezember 2006)

Website: www.grenchen.ch
Karte
Karte von Grenchen

Grenchen (frz. Granges) ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Bezirks Lebern des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Die Kleinstadt liegt am Jurasüdfuss zwischen den Städten Solothurn und Biel. Mit fast 16'000 Einwohnern ist sie die zweitgrösste Ortschaft des Kantons Solothurn (nach Olten). Die Stadt ist bekannt für ihre Uhrenindustrie, die seit über 150 Jahren ansässig ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmalig urkundlich erwähnt wird der Ort 1131 als Granechun. Der Name geht auf galloromanisch *graneca zurück und bedeutet Bei den Kornscheuern.

Die Gegend war schon lange Zeit besiedelt, davon zeugen die Überreste eines römischen Gutshofs im Breitholz. In der Nähe fand man einen Schalenstein. Bei den Ausgrabungsarbeiten 1940-41 kamen eine Tonscherbe und ein Bronzering zu Tage. Im 10. Jahrhundert wurde die Burg Grenchen (Bettleschloss) erbaut, diese befindet sich heute auf dem Gemeindegebiet von Bettlach. Handelte es sich anfänglich um eine Holzburg, wurde sie Mitte des 12. Jahrhunderts durch einen imposanten Steinbau mit Wehrcharakter ersetzt, was heute Spekulationen hervorruft, lag sie doch an keiner strategisch wichtigen Stelle. Die Burg brannte um das Jahre 1200 aus, wurde aber wieder aufgebaut. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbten die Strassberger die Burg, welche fortan nur noch von Dienstleuten bewohnt wurde. Anfangs des 14. Jahrhunderts gab man die Burg endgültig auf, dies lassen jedenfalls die gefunden Keramikfunde schliessen, und überliess sie dem Zerfall. Sie erscheint bis um 1400 in den Handänderungsurkunden. Die Ruine wurde Ende des 16. Jahrhunderts als Steinbruch für den 1583 beschlossenen Bau des Gefängnisturms in Grenchen gebraucht. Der Gefängnissturm wiederum wurde 1806 abgebrochen, und seine Steine beim Bau der neuen römisch-katholischen Kirche in Grenchen gebraucht. Somit besteht die heutigen St. Eusebius Kirche zum Teil aus Steinen der Burg Grenchen, auch die Grabplatten der Herren von Grenchen, welcher in der alten Kirche beigesetzt waren wurde für das Fundamente der neuen Kirche verwendet.

Wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte:

  • 1851 begann in Grenchen die industrielle Uhrenherstellung.
  • 1918 wurden beim landesweiten Generalstreik in Grenchen drei junge Männer von Truppen der Schweizer Armee erschossen.

Politik

Stadtpräsident

Stadtpräsident ist Boris Banga (SP).

Historische Sicht auf Grenchen und die Alpen
Historische Sicht auf Grenchen und die Alpen

Wappen

Das Wappen zeigt in den Farben Rot und Weiss eine aufrecht stehende Pflugschar von oben gesehen mit drei Nietlöchern.

Städtepartnerschaften

Es existieren Partnerschaft mit Neckarsulm in Deutschland und Sélestat in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

ETA-Hauptgebäude im Ortszentrum
ETA-Hauptgebäude im Ortszentrum

Grenchen hat eine grosse und traditionsreiche Uhrenindustrie:

Verkehr

Obwohl Grenchen eine kleine Stadt ist, verfügt sie über einen Flughafen mit der Möglichkeit Waren zu verzollen (ICAO-Code LSZG), der vor allem von Privatpiloten und Fallschirmspringern, aber auch von Geschäftsleuten rege benutzt wird. Der Regionalflughafen Grenchen ist eines der wichtigsten Zentren der Schweiz für die Pilotenausbildung. Nicht verbunden mit dem Flughafen ist das benachbarte Funkfeuer GRE einer internationalen Luftstrasse. Die Autobahn A5 und der Anschluss Grenchen liegen in unmittelbarer Nähe des Flughafens.

Zwei Bahnhöfe (Grenchen Nord an der Juralinie Basel-Biel und Grenchen Süd an der Jurafusslinie Genf-Zürich) sorgen für einen ausgezeichneten Anschluss der Stadt ans Schienennetz.

Der Grenchenbergtunnel, ein 8,5 km langer Eisenbahntunnel, der zwischen 1911 und 1915 erbaut wurde, bietet eine Verbindung zwischen dem Mittelland und Delémont/Basel. Der Tunnelbau lockte viele Gastarbeiter, vor allem aus Italien, nach Grenchen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Centro-Gebäude am Marktplatz
Centro-Gebäude am Marktplatz

Die Kapelle Allerheiligen steht auf einer Anhöhe nordwestlich von Grenchen. Sie wurde 1682/83 erbaut und enthält eine reichhaltige barocke Ausstattung.

Museen

Seit 1999 beherbergt das Rainschulhaus an der Absyte das Kultur-Historische Museum Grenchen. Dauerausstellungen zeigen die Geschichte der Stadt und Region Grenchen, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung der Uhrenindustrie liegt.

Regelmässige Veranstaltungen

Seit 1958 findet in Grenchen die Internationale Triennale für Originaldruckgrafik statt. Sie gilt weltweit als älteste Ausstellung für Originaldruckgrafik und wird alle drei Jahre von der Kunstgesellschaft Grenchen durchgeführt. Ein Rahmenprogramm zeigt die neuesten Tendenzen auf dem Gebiet der Originaldruckgrafik. Daneben finden Sonderausstellungen und Publikumsaktionen statt. Die nächste Ausstellung wird im September 2009 veranstaltet.

Persönlichkeiten

  • Franz Joseph Hugi (1791–1855), römisch-katholischer Priester, Geologe und Alpenforscher, geboren in Grenchen
  • Giuseppe Mazzini (1805–1872), Kämpfer für die Unabhängigkeit Italiens im 19. Jahrhundert, fand während seiner Verfolgung in Grenchen Zuflucht
  • Giovanni Domenico Ruffini, (1807–1881), englisch-italienischer Politiker und Schriftsteller, flüchtete mit Mazzini nach Grenchen und verarbeitete seine Zeit in der Stadt in seinem 1867 erschienen Buch A quiet nook in the Jura (deutsch 1938: Aus der grossen Zeit des Grenchenbades)
  • Hermann Obrecht (1882–1840), Bundesrat von 1935 bis 1940
  • Adolf Furrer (1897-1978), Stadtpräsident von 1933 bis 1960 und Nationalrat von 1935 bis 1963
  • Yehudi Menuhin (1916–1999), Dirigent und Violinist, Ehrenbürger von Grenchen
  • Mike Müller (* 1963), Schauspieler
  • Sascha Ruefer (* 1972), Fernsehmoderator
  • Vanessa Bürki (* 1986), Schweizer Fussballerin des Jahres 2006

Medien

Sport

Literatur

  • Stefan Blank: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 716: Die Kapelle Allerheiligen in Grenchen, Bern 2002, ISBN 3-85782-716-5

Bilder

Weblinks

Quelle:
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