Griechische Kunst

Inhaltsverzeichnis

Stilepochen

Die Griechische Kunst wird in folgende Stilepochen eingeteilt:

In der klassischen Archäologie wird - wie vor allem in angelsächsischen, aber auch anderen Ländern schon lange praktiziert - zunehmend auch in Deutschland die kretisch-mykenische Kunst zur Griechischen Kunst gerechnet. Spätestens seitdem feststeht, dass die Linear-B-Schriftdokumente in griechisch geschrieben sind und die Verbindungen von der mykenischen zur geometrischen Zeit immer evidenter werden (z. B. fließender Übergang von submykenischer zu protogeometrischer Keramik), kann man die Mykenische Kunst nicht gut von den späteren Phasen abschneiden. Eine Trennung erscheint jedenfalls in zunehmendem Maß unlogisch.

Die Phasen der mykenischen Kultur werden grob unterteilt in:

  • Frühmykenisch = Mykenisch I ca. 1600–1500 v. Chr.
  • Mittelmykenisch = Mykenisch II ca. 1500–1400 v. Chr.
  • Spätmykenisch = Mykenisch III ca. 1400–1050 v. Chr.

Die Spätmykenische Periode wird in drei Hauptphasen unterteilt: III A = ca. 1400–1300, III B = ca. 1300–1190 III C ca. 1190–1050.

Architektur

Hauptartikel: Griechische Architektur

Religion war im antiken Griechenland sehr wichtig, daher gehörten Tempelanlagen mit zu den frühesten Monumentalbauten. Die ältesten bekannten Funde aus nach-mykenischer Zeit, die eindeutig den Charakter von Heiligtümern haben, stammen aus dem 10. Jahrhundert v. Chr.; Tempel wurden in der geometrischen Zeit zunächst teilweise aus Holz, später ganz aus Stein erbaut. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. (z. B. Heraion von Samos) wurden größere Tempelanlagen angelegt. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich in der Monumentalplastik nachvollziehen. In nach-mykenischer Zeit wurden zunächst Statuen u. ä. aus verschiedenen Materialien, wie Bronze, Elfenbein, Stein und Holz gefertigt. Größere Statuen bestanden damals vermutlich aus Holz und anderen leicht vergänglichen Materialien. Ab der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. wurden sie aus Stein (Marmor) gefertigt.

Malerei

Erste Malereien der griechischen Antike tauchten 2000 v. Chr. auf Kreta als Freskenmalereien auf.

Die Malerei wird in die "große" und die "kleine" unterschieden. Unter die große Malerei fallen Wand- und Tafelbilder großen Formats. Ihre Zeugnisse gingen im Laufe der Jahrhunderte vollständig verloren. Eine gewisse Ahnung von Stil und Qualität bieten Funde aus etruskischen Gräbern der klassischen Zeit, die sich eindeutig an der griechischen großen Malerei orientieren. Sie nahm inhaltlich oft Bezug auf mythologisch-geschichtliche Ereignisse, verherrlichte z.B. Siege in Schlachten oder die Verdienste der dargestellten Personen. Dabei wurde auf die Darstellung der Personen und ihrer Ausrüstung großer Wert gelegt und Aspekte von Perspektive wurden entwickelt.

Trotzdem blieben die Malerei weit hinter unseren Ansprüchen zurück, da die Personen zumeist nicht in eine Landschaft/Umgebung eigebettet sind und damit die Bilder sehr bühnenhaft wirkten. Der in klassischer zeit bekannteste (athenische) Künstler der großen Malerei war Polygnot, der u.a. die bunte Halle auf der Agora von Athen und die Athenerhalle in Delphi ausmalte. Umfangreiche Beschreibungen von Bildern der großen Malerei bietet Pausanias in seinen Reisebeschreibungen Athens, Delphis und Olympias.

Die große Malerei war in ihrer Repräsentationsfunktion für den Staat der Skultpur mindestens gleichgestellt, da sie erlaubte, ganze Ereignisse darzustellen und sich nicht auf die Darstellung einer Person oder Pose beschränken musste.

Die kleine Malerei bezeichnet die massenhaft auf uns überkommenen Bilder auf der griechischen Keramik. Die qualitätsbewusste attische Keramikmalerei bezog sich häufig auf die Fortschritte der großen Malerei und so lässt sich anhand ihrer Entwicklung auch ansatzweise die der großen Malerei nachvollziehen. So kann man die Versuche sehen, die Entwicklung von Perspektive und angemessener Größenrelationen auf die kleinen Schalen- und Vasenbilder zu übertragen, die bisweilen zu hilflos-komischen Lösungen führte. Trotzdem wirken die feinen, detailreichen Bilder auf Tongeschirr der klassisch-attischen Produktion für unsere Augen als qualitätsvolle Kunstform, die in der kunsthistorischen Forschung lange Zeit so hoch bewertet wurde, dass sie in ihrer Wertigkeit ihren Vorbildern aus Gold und Silber gleich-, sogar übergeordnet wurde.

Literatur

Gisela M. A. Richter: Handbuch der Griechischen Kunst., Stuttgart 1959 (1. Auflage; seitdem mehrere neu bearbeitete Auflagen erschienen) ISBN 3-88059-162-8


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