Guntersblum

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Guntersblum
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Guntersblum hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Guntersblum
Koordinaten: 49° 48′ N, 8° 21′ O
Höhe: 88 m ü. NN
Fläche: 16,71 km²
Einwohner: 3765 (28. Feb. 2007)
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67583
Vorwahl: 06249
Kfz-Kennzeichen: MZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 024
Adresse der Verbandsverwaltung: Alsheimer Straße 29
67583 Guntersblum
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Rolf Klarner (FW)

Guntersblum ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Guntersblum liegt auf der linken Rheinseite zwischen Mainz und Worms.

Gesamtfläche: 1.668 ha. 1373 ha werden land- und forstwirtschaftlich genutzt, davon 550 ha weinbaulich.

  • Großlagen: Guntersblumer Vögelsgärten und Oppenheimer Krötenbrunnen.
  • Einzellagen: Steinberg, Authental, Steigterassen, Bornpfad, Kreuzkapelle, Eiserne Hand, St. Julianenbrunnen, Sonnenhang.


Geschichte

9. bis 10. Jahrhundert

  • 13. Juni 897 Erste genau datierte Erwähnung Guntersblums, bezeichnet als Cundheresprumare (Gunters Pflaumengarten) - König Zwentibold bestätigt den Mönchen des Kloster St. Maximin in Trier, dass sie in Guntersblum über Besitz verfügen.
  • 922/927 Der Erzbischof von Köln stattet das Kloster zu den heiligen Jungfrauen und das Ursulastift in Köln mit Besitz aus, u.a. mehrere Arpent Feldbesitz in Guntersblum.

13. bis 18. Jahrhundert

  • 1215 Das Stift Xanten verpachtet seine Einkünfte aus der Guntersblumer Kirche (jährlich 12 Fuder Wein, 100 Malter Roggen und 50 Malter Weizen) an den Ritter Herbord von Albig und dessen Sohn Cuselin
  • 1237 Das Stift Xanten verkauft das Patronatsrecht und seinen gesamten Besitz in Guntersblum an das Domstift Worms. Güterteilung zwischen den Brüdern Friedrich III. von Leiningen und Emich IV. von Leiningen-Landeck. Letzterer erhält den kurkölnischen Lehnshof in Guntersblum.
  • Vor 1242 wird Friedrich III. von Leiningen von den Erzbischöfen von Köln (den Besitzern des Dorfs) mit der Vogtei über Guntersblum belehnt. Ab dann bleibt Guntersblum unter leiningischer Herrschaft und gehörte bis 1316 zum Haus Leiningen
bis 1466 zum Haus Leiningen-Hardenburg.
bis 1572 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Hardenburg.
bis 1658 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (in Heidesheim).
bis 1766 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Falkenburg in Guntersblum.
bis 1787 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Hardenburg.
Ab 1787 zum Haus Leiningen-Guntersblum.
Ende 1797 Ende der leiningischen Herrschaft, die linke Rheinseite wird Frankreich zugeschlagen.

19. Jahrhundert

  • 1852 Guntersblum kommt zum neu gegründeten Kreis Oppenheim

20. Jahrhundert

Religionen

Evangelische Gemeinde

Die Kirche wurde um 1100 als dreischiffige Basilika mit zwei Türmen erbaut. Damals besaß das Stift Xanten das Patronat über die Kirche und stellte sie unter den Schutz des Heiligen Viktor. 1617/18 wurde das Kirchenschiff wegen seiner Baufälligkeit abgerissen. 1619 begann der Wiederaufbau. Aufgrund des 30jährigen Krieges erfolgte die Fertigstellung des Gebäudes erst zwischen 1685 und 1688. Im Jahre 1702 stürzte der Südturm (heute mit Uhr) ein. Er wurde in den Jahren 1839-42 wieder aufgebaut. Die beiden Türme der Kirche sind besonders bemerkenswert. Der Stil solcher achtseitigen Gewölbe auf quadratischem Grundriss wurde möglicherweise in Persien begründet und im Armenien des 7. Jahrhunderts weiter entwickelt. Diese orientalische Verwandtschaft führte dazu, dass man sie Sarazenentürme nannte. Türme dieses Stils sind in Deutschland nur fünfmal vorhanden. Zu den weiteren Besonderheiten der Kirche gehört der gotische Taufstein. Er ist vermutlich um 1490 entstanden und gehört zu den sogenannten Löwentaufsteinen.

Katholische Pfarrei St. Viktor

Etwa 100 Jahre lang teilten sich die beiden Glaubensrichtungen ein Gotteshaus. Schließlich verhalf die bürgerliche Gemeinde den Katholiken 1844]]/45 zum Bau einer eigenen Sankt Viktorskirche. Das Kirchengebäude fand seinen Standort auf dem gemeindeeigenen Gelände gegenüber dem Rathaus. Die feierliche Einweihung nahm Bischof Petrus Leopold Kaiser aus Mainz am 16. November 1845 vor. Die Konsekrationsurkunde hängt in der Sakristei der Kirche. Im Juli 1965 konnte der damalige Pfarrer in das kirchengemeindeeigene Pfarrhaus gegenüber der katholischen Kirche einziehen. In den Jahren 1982/83 baute die katholische Pfarrgemeinde weitgehend in Selbsthilfe und aus Spendenmittel ihr Pfarrheim, welches Domkapitular Fahney am 13. März 1983 einweihte.


Politik

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha  %
  26228 67,4 32,6
Worms 3 1490 59,6 40,4
Nierstein 6 783 75,6 24,4
Alzey 8 769 69,0 30,1
Westhofen 9 764 68,7 31,3
Alsheim 10 704 69,3 30,7
Bechtheim 11 654 70,2 29,8
Ingelheim am Rhein 12 641 45,1 54,9
Flörsheim-Dalsheim 13 635 65,0 35,0
Bingen am Rhein 15 590 72,6 27,4
Saulheim 16 508 72,2 27,8
Osthofen 20 464 67,8 22,2
Guntersblum 21 461 71,8 28,2
Dittelsheim-Heßloch 23 446 68,6 31,4
Stadecken-Elsheim 24 433 69,2 30,8
Quelle: Weinbau 2005/2006.
Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Bad Ems, Mai 2006.

Wappen

Das Wappen zeigt im geteilten Schild oben in blau einen rot-bewehrten und -bezungten silbernen Leininger Adler, unten in Silber einen blauen Blumentopf mit fünf grün-bestielten roten Rosen mit roten Butzen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Museum im Kellerweg
Museum im Kellerweg
  • Kelterhaus (Kellerweg 20) aus dem 19. Jh., alter Gebäudetrakt im klassischen Gründerzeitstil errichtet, mit imposanter, holzvertäfelter und bemalter Weinprobierstube aus der Zeit, zuletzt als Restaurant betrieben, seit 2000 im Gemeindebesitz, seit 2003 als Museum genutzt.


Bauwerke

Kelterhäuser im Kellerweg
Kelterhäuser im Kellerweg
Julianenbrunnen - links im Hintergrund das ehemalige Sommeratelier von Prof. Carl Küstner
Julianenbrunnen - links im Hintergrund das ehemalige Sommeratelier von Prof. Carl Küstner
  • Der Kellerweg ist eine Guntersblumer Eigentümlichkeit. Etwa einen Kilometer zieht sich am erhöhten Westrand des Ortes die Straße entlang, in der sicher vor Grund- und Hochwasser des Rheins die Weinkeller und Kelterhäuser angelegt sind. Der älteste Keller trägt das Datum 1600. Der Mittelpunkt des Kellerweges bildet der uralte Julianenbrunnen. Seit 1964 feiert die Gemeinde hier alljährlich am letzten und vorletzten Wochenende im August das mittlerweile weit über die Grenzen hinaus bekannte Kellerweg-Fest. Ähnliche Bauanlagen gibt es auch in Österreich unter dem Namen, Kellergasse.
  • Pumpwerksgebäude der Wasserversorgung
Pumpwerk mit Maschinenhalle und Maschinistenwohnhaus, 1906/07 von Wilhelm Lenz (Großherzogliche Kulturinspektion Mainz), Baugruppe in barockisier. Jugendstilformen, die bauzeitlichen Maschinenanlagen sind teilweise erhalten (Gimbsheimer Straße 52).

Sport

  • SV 1921 Guntersblum - Mit ca. 500 Mitglieder ist der SV 1921 Guntersblum einer der größten Vereine im Ort. Die Jugendarbeit steht im Vordergrund, so spielen derzeit etwa 170 Kinder und Jugendliche aktiv Fußball im Verein. Die erste Mannschaft spielt in der Landesliga. Rainer Richter ist der 1. Vorsitzende. Das Vereinsgelände befindet sich an der Alsheimer Straße am Ortsausgang.
  • Turnverein 1848 e.V.
  • Tennisklub
  • Wassersportfreunde - Kanuwandersport Direkt am Rhein gegenüber dem Naturschutzgebiet Kühkopf liegt das Bootshaus der Wassersportfreunde.

Regelmäßige Veranstaltungen

Blick Richtung Julianenbrunnen
Blick Richtung Julianenbrunnen

Kellerweg-Fest am vor- und letzten Wochenende im August

Söhne und Töchter der Stadt

  • Georg K. Glaser, deutschsprachiger französischer Schriftsteller
  • Johann Phillip Kreisler, namensgebender und 1709 ausgewanderter Vorfahre des amerikanischen Automobil-Pioniers Walter Percy Chrysler (Begründer des Automobilunternehmens Chrysler Corporation, heute DaimlerChrysler)
  • Augustus Carl Büchel (1813–1864), Oberst der 1. Texas Cavalry
  • Ferdinand Adolf Kehrer (1837–1914), Gynaköloge, Erfinder des modernen Kaiserschnitts
  • Carl Küstner (1861–1934), Landschaftsmaler und Kunstprofessor. [1]


Weblinks

Quelle:
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