Als Hämolyse [hɛmoˈlyːzə] bezeichnet man das Freiwerden von Hämoglobin, welches fast immer die Zerstörung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beinhaltet. Dies ist bis zu einem gewissen Grad normal, da Erythrozyten eine Lebensdauer von ca. 120 Tagen haben. Die gealterten Erythrozyten werden durch die Milz bzw. das retikulo-endotheliale System aus der Blutbahn gefiltert und abgebaut (durch Exozytose in Makrophagen).
Ein weiterer, natürlicher (verstärkter) Abbau findet direkt nach der Geburt statt, da dann die fetalen Erythrozyten abgebaut werden müssen und durch Erythrozyten für die Atmung mit Luftsauerstoff ersetzt werden.
Als Hämolyse wird auch eine Eigenschaft von Mikroorganismen bezeichnet, Erythrozyten zu zersetzen. Nachgewiesen werden kann dies mit Hilfe von Blutagarplatten. Auf diesen können dann unterschieden werden:
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Einen vermehrten (pathologischen) Abbau von Erythrozyten (Lebensdauer der Zellen unter 100 Tagen) findet man
Werden mehr Erythrozyten abgebaut als gebildet werden, dann entsteht eine Blutarmut (Anämie).
Beim Abbau von Erythrozyten entsteht Bilirubin, sodass bei vermehrtem Abbau auch vermehrt Bilirubin und dadurch eine Gelbsucht entstehen kann.
Mit der Zerstörung der Erythrozyten wird Hämoglobin freigesetzt. Der wesentliche Parameter für die Hämolysediagnostik ist somit die Bestimmung des freien Hämoglobins. Daneben können auch Haptoglobin und Bilirubin gemessen werden. Bei ausgeprägter und/oder lang anhaltender Hämolyse kann es zu einer Schädigung des Nierengewebes kommen, weshalb auch immer eine Kreatinin-Clearance zur Funktionsprüfung der Nieren bestimmt werden sollte.
In akuten Fällen können Blut- oder Erythrozyten-Transfusionen notwendig sein. Ansonsten sollten soweit möglich die Ursachen behandelt werden.
Normalwerte der Erythrozytenanzahl und des Bilirubins im Abschnitt Labormedizin.
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