Eine Höhle ist ein natürlich entstandener unterirdischer Hohlraum, der groß genug ist, um von Menschen betreten zu werden und länger als fünf Meter ist. Diese Definition des Begriffs Höhle aus der Speläologie (Höhlenkunde) unterscheidet sich somit vom umgangssprachlichen Gebrauch.
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Höhlen, im Sinne dieses Artikels, sind ausschließlich natürlich entstandene Hohlräume. Demnach sind künstlich durch Eingriffe des Menschen entstandene Hohlräume wie z. B. Bergwerke, Luftschutzstollen, Wohnhöhlen etc. keine Höhlen. In letzter Zeit wird dafür immer häufiger der Begriff Subterranea benutzt, der eigentlich von dem lateinischen Wort für unterirdisch abgeleitet ist, aber in dieser Form bisher zumeist im Englischen verwendet wird.
Höhlen entstehen durch geologische Prozesse.
Man unterscheidet:
Sekundäre Höhlen finden sich in Gesteinen, die im weitesten Sinne wasserlöslich sind, also vor allem in den verschiedenen Arten von Kalksteinen. Regenwasser enthält Kohlendioxid, welches es abhängig von seiner Temperatur lösen kann. Kälteres Wasser kann mehr Kohlendioxid lösen. Abhängig von der Kohlendioxidkonzentration des Wassers kommt es zur Kohlensäureverwitterung des Kalks. Durch Kapillarwirkung dringt das Wasser in feine Ritzen des Gesteines ein und löst Kalk. Das alleine erklärt noch keine wesentliche Höhlenbildung. Da jedoch die Fähigkeit des Wassers Kalk zu lösen nicht linear mit der Kohlendioxidkonzentration verläuft kommt es zu folgendem Phänomen, welches auch Mischungskorrosion genannt wird: Treffen sich im Berg zwei verschiedene mit Kalk gesättigte Lösungen und vermischen sich diese, so entsteht eine neue Konzentration von Kohlendioxid die zusätzliches Kalk lösen kann. So kann an dieser Stelle ein größerer Hohlraum entstehen. Dies ist sozusagen der Schlüssel zur Höhlenbildung. Später treten die erosiven (mechanischen) Kräfte des Wassers in Erscheinung. Ist der Hohlraum groß genug, dass große Wassermengen durchfließen können, so ist es möglich, dass das Wasser von der Decke gebrochene Felsstücke forttransportiert und so den Höhlenraum wesentlich verändert. Im Laufe der Zeit dringt das Wasser in immer tiefere Gebiete des Berges vor und die früher durchflossenen werden mehr oder weniger wasserfrei.
Hierbei kann man unterscheiden:
In großen Höhlensystemen, solchen mit großen Höhenunterschieden, kann man alle drei dieser Erscheinungsbilder antreffen. Die tiefsten Teile sind oft komplett unter Wasser, die mittleren Etagen sind von Wasser durchflossen und die höchsten sind trocken. Hier setzt auch der langsame Verfall der Höhle ein: Teile der Decke können einstürzen. Geschieht dies knapp unter der Erdoberfläche, so kann man dies anhand von Dolinen (Einsturztrichter) erkennen.
Um Höhlen in Hinblick auf ihre Befahrbarkeit (und die notwendige Ausrüstung hierzu) zu klassifizieren kann man verschiedene Höhlenarten unterscheiden. In der Praxis sind viele Höhlen Mischungen aus diesen Arten.
Weitere Höhlenarten wären z. B. Brandungshöhlen, Winderosionshöhlen etc.
Sogenannte Halbhöhlen sind zumeist nur durch Erosion entstandene Ausbrüche in Felswänden, welche nur sehr geringe Länge aufweisen. Meist ist für den Besuch solcher „Höhlen“ nicht einmal eine künstliche Lichtquelle notwendig. Von großer Entfernung sehen solche Halbhöhlen oft aus wie Portale normaler Höhlen. Halbhöhlen wurden in früheren Zeiten auch gelegentlich als Wohnhöhlen benützt, bis in jüngere Zeiten auch von Jägern oder Wilderern.
Von einem Höhlensystem spricht man im Zusammenhang mit längeren Höhlen, bei denen man einen „Hauptgang“ und einige „Nebengänge“ unterscheiden kann. Auch wenn es gelingt, zwei oder mehrere Höhlen zusammenzuhängen, kommt diese Bezeichnung zum Tragen. In letzterem Fall bleiben zumeist die Namen der einzelnen Höhlen erhalten und man spricht dann beispielsweise vom „Bergerhöhlen-Platteneckeishöhlen-Bierloch-System“, welches ursprünglich aus drei eigenständigen Höhlen im Tennengebirge in Salzburg bestand.
Die folgenden Daten sind möglicherweise nicht aktuell. Das liegt unter anderem daran, dass es oft länger dauert, bis Forschungsergebnisse publiziert werden. Da Höhlenforschung fast ausschließlich von Menschen betrieben wird, die dies in ihrer Freizeit als Hobby tun, dauert auch die Auswertung und Dokumentation der gewonnenen Daten oft länger. Es ist üblich, Daten erst dann zu publizieren, wenn eine gewissenhafte Vermessung der entdeckten Höhlen bzw. Höhlenteile erfolgt ist. Nicht immer werden die erforschten Räume sofort vermessen.
Auch sollten die genannten Rekorde nicht im sportlichen Sinn verstanden werden. Die Erforschung einer sehr langen Höhle kann sich, sofern sie eine größere Anzahl von Eingängen aufweist, wesentlich einfacher gestalten als die einer Höhle die wesentlich kürzer ist, aber nur eine einzige Zugangsmöglichkeit hat. Auch hat das Erforschen tiefer Schächte seit Einführung der Einseiltechnik seinen Schrecken verloren, jedenfalls von oben her. Andererseits stellt das Aufsteigen in einer Höhle von unten her immer noch extrem große Anforderungen an die Leistung der Forscher und die Menge des benötigten Materials.
Zur Zeit (November 2006) gilt als:
Höhlen dienten, zumindest in Europa, nie dem dauerhaften Aufenthalt von Menschen etwa als Wohnstätte. Dazu sind die klassischen Höhlen zu kalt, zu feucht und möglicherweise auch zugig. Insofern sind Höhlenmenschen eine Fiktion. Gleichwohl wurden Höhlen von vorzeitlichen Menschen aufgesucht, weil sie sporadisch als Kultstätte genutzt, ggf. sogar dazu hergerichtet wurden. (Höhlenmalerei)
Häufig tauchen Höhlen als Motiv in Mythen, Träumen oder Märchen auf. Nach der analytischen Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs handelt es sich hierbei um eine besondere Ausprägung des sog. Mutterarchetyps.
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Brockhaus-1837: Aggtelekker Höhle
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