Hamburg-Bergedorf

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Hamburger Bezirk Bergedorf, für den Stadtteil siehe Hamburg-Bergedorf (Stadtteil)
Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Hamburg
Geografische Lage: 53° 33' N, 9° 56' O
Fläche: 154,8 km²
Einwohner: 119.270 (2006)
Bevölkerungsdichte: 771 Einwohner je km²
Vorwahl: 040
Kfz-Kennzeichen: HH (und 1 Buchstabe)
Gliederung des Stadtgebiets: 13 Stadtteile
Schloss Bergedorf
Schloss Bergedorf

Bergedorf (hochdeutsche Übersetzung von plattdeutsch Bardörp) ist der südöstlichste Bezirk der Freien und Hansestadt Hamburg. Neben der ehemaligen Stadt (dem heutigen Stadtteil) Bergedorf gehören auch Lohbrügge sowie die Vierlande und die Marschlande zum Bezirk Bergedorf. Der gleichnamige zentrale Stadtteil des Bezirks Bergedorf liegt an der Bille. Auf einer Insel im Schlosspark befindet sich das Schloss Bergedorf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erste Spuren menschlicher Besiedlung fanden sich am Boberger Geesthang und auf dem Gojenberg: hier lagerten vor 15.000 Jahren steinzeitliche Sammler und Jäger. Ackergeräte, die ebenfalls im Bergedorfer Raum gefunden wurden, stammen von 3.000 v.Chr.

Die Siedlung lag im Billedelta an der wichtigen Handels- und Heerstraße zwischen Hamburg und Artlenburg am etwas erhöhten südöstlichen Ufer der Bille. Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Ortes stammt von 1162; damals wurde Bergedorf noch als Kirchspiel Bergerdorp geführt. Während der Zeit dänischer Zugehörigkeit, von 1202 bis 1227, entwickelte sich der Ort, begünstigt durch seine Lage, zu einem Marktflecken. Unterstützt wurde das durch den Bau des Mühlendamms (1208), der heutigen "Alten Holstenstraße", der zum Einen die Bille aufstaute und dadurch die Errichtung einer Kornwassermühle ermöglichte, sondern zugleich auch als fester und trockener Fahrweg durch das Delta diente.

1275 erhielt Bergedorf die Stadtrechte. Nach der Eroberung der beiden Burgen im Jahre 1420 durch Hamburg und Lübeck war Bergedorf beiderstädtischer Besitz der Erorberer. Die staatliche Doppelzugehörigkeit bedingte als Kuriosum den Umstand, dass die Bergedorfer Post weder von Hamburg noch von Lübeck verwaltet werden durfte. Daher bildete Bergedorf postalisch gesehen ein winziges selbständiges Territorium, das von 1861 bis 1867 sogar eigene Briefmarken ausgab (vergleiche Bergedorfer Postgeschichte).

Die beiderstädtische Zeit endete am 31. Dezember 1866. Seitdem ist Bergedorf ein Teil des Hamburgischen Staates, blieb aber zunächst noch eine selbstständige Stadt. Erst durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937, als alle noch beim Hamburgischen Staat verbliebenen Teile mit einigen benachbarten Gemeinden zu einer einheitlichen Stadt vereinigt wurden, wurde auch Bergedorf am 1. Januar 1938 Teil der Stadt Hamburg. In den Vierlanden wurde das Konzentrationslager Neuengamme betrieben.

Verkehr

Der Bergedorfer Hafen an der Bille ist Anlaufpunkt der Hamburger "Weißen Flotte".
Der Bergedorfer Hafen an der Bille ist Anlaufpunkt der Hamburger "Weißen Flotte".

Entwicklung des Stadtgebiets

Ende 2007 soll der gesamte Bahnhofvorplatz neugestaltet und bebaut werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Naturdenkmäler

Das Bergedorfer Gehölz ist ein ca. zwei Quadratkilometer großer Wald zwischen dem Hamburger Stadtteil Bergedorf und der holsteinischen Gemeinde Wentorf.

Bauwerke

Kriegsmahnmal an der Erlöserkirche in Bergedorf-Lohbrügge
Kriegsmahnmal an der Erlöserkirche in Bergedorf-Lohbrügge

Friedhöfe in Bergedorf

  • Alter Friedhof Bergedorf
  • Neuer Friedhof Bergedorf (seit 2004 mit Muslimischer Friedhof Bergedorf)
  • Alter Friedhof Kirchwerder
  • Neuer Friedhof Kirchwerder
  • Friedhof Moorfleet
  • Friedhof Neuengamme
  • Friedhof Ochsenwerder

Ehemalige Friedhöfe in Bergedorf

  • Friedhof St. Michael Bergedorf
  • Kirchhof an der Petri und Pauli Kirche Bergedorf
  • Friedhof der Erlöserkirche Lohbrügge

Museumsbahn

Die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. unterhält an mehreren Betriebstagen im Jahr einen Museumsbahn-Betrieb auf der Strecke der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn.

Sternwarte

  • Die 1909 auf dem Gojenberg errichtete und 1912 eingeweihte Hamburger Sternwarte ist eine bedeutende historische astronomische Forschungseinrichtung. Die Sternwarte bietet regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen, Vorträge und Kurse an.

Sport

  • In Bergedorf befindet sich sich mit dem Billtalstadion das zweitgrößte Stadion Hamburgs.
  • In unmittelbarer Nähe des Bergedorfer Bahnhofs befindet sich das 2005 komplett neu errichtete Billebad .
  • An den Sander Tannen ist der ASV Bergedorf 85 beheimatet, dessen Fußball-Mannschaft in der Fußball-Oberliga Nord spielt.
  • In Hamburg-Ochsenwerder (Bezirk Hamburg-Bergedorf), unmittelbar hinter dem Elbdeich, liegt der Hohendeicher See (auch Oortkatener See oder Oortkatensee genannt), der Reviere zum Windsurfen und Tauchen bietet.
  • Ein weiterer bekannter See ist der Eichbaumsee, an dem jährlich das umsonst und draußen Festival Wutzrock stattfindet.
  • Die Sportvereinigung Polizei Hamburg ist mit ihrer Abteilung Bergedorf/Lohbrügge seit 1970 traditionell in den Lohbrügger Sportanlagen tätig. Hervorgegangen aus dem Jugendwerk unfallgeschädigter Kinder in der Sportvereinigung Polizei Hamburg steht die Abteilung inzwischen allen Altersgruppen in diversen Sportarten offen.

Das Zentrum für Holzwirtschaft

Das Zentrum für Holzwirtschaft der Universität Hamburg befindet sich auf dem Gelände der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft.

In Hamburg-Bergedorf wirkten

  • Friedrich Chrysander, (*1826, †1901 in Bergedorf), Händel-Forscher, Händel-Gesamtausgabe
  • Ferdinand Pfohl, (*1862, †1949 in Bergedorf), Musikschriftsteller und Komponist


Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

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Commons: Bergedorf – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
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