Hamid Skif

Hamid Skif (* 21. März 1951 in Oran) ist ein französisch schreibender algerischer Schriftsteller und Journalist im deutschen Exil.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als 20-jähriger veröffentlichte er 1971 sein erstes Buch, einen Lyrik-Band, in Algerien in einer Auflage von 25.000 Exemplaren. Ein Band mit Erzählungen, "Das Haus des Schweigens", konnte wegen Problemen mit der Zensur erst 1986 publiziert werden. 1997 ging er, kurz nachdem ein Cousin gleichen Namens ermordet worden war, als 46-jähriger ins Exil nach Hamburg.[1]

Aufschlussreiche Zitate, Rolle des Schriftstellers

  • Ich habe Algerien zwar verlassen, aber Algerien hat mich nie verlassen. Algerien bewohnt mich, wo auch immer ich wohne. Ich bin schließlich erst mit 46 Jahren hierher gekommen.
  • Ich stehe zu meiner Rolle als Zeuge, nicht nur gegenüber meiner Gesellschaft, sondern ganz allgemein allen Menschen gegenüber. Ich bin doch nicht nur Zeuge für Algerisches. Mir geht es um Menschliches. Ernsthafte Schriftstellerei bedeutet, glaubhaft dem Eigenen auf den Grund zu gehen und dort nach dem Besten zu suchen oder auch nach dem Schlechtesten. Will man wirklich Zeuge sein, dann doch nur, indem man der eigenen Wahrheit nachspürt, nicht der Wahrheit der anderen. Das interessiert niemanden.
  • Für den politischen Diskurs sind die Politiker da, die Plakate, die Parteien. Die Rolle des Schriftstellers besteht darin, tief in sich hinab zu steigen und so den anderen entgegen zu gehen.[1]

Werke (Auswahl)

  • La géographie du danger. (Roman) Naïve, Paris 2006 ISBN 2-35021-033-2
  • Exile der Frühe : Gedichte ; französisch/deutsch. Manutius-Verl., Heidelberg 2005
  • Hure mit Krawatte : Erzählungen aus Algerien Edition Köln, 2004
  • Sehr geehrter Herr Präsident! (Brief-Roman) Monsieur le président (dt.) Edition Köln, 2003 155 S. ISBN 3-936791-00-7
  • La princesse et le clown Éds. 00h00, Zéro Heure Paris 2003
  • Trommeln gegen die Traumdiebe In: Internationales Autorencolloquium Kunst + Freiheit - Literatur + Diktatur Jena 1997

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2005 Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg für seinen Briefroman "Sehr geehrter Herr Präsident".

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. a b Deutschland Radio Kultur 22.11.2005
Quelle:
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