| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Göttingen | |
| Koordinaten: | 51° 25′ N, 9° 39′ O | |
| Höhe: | 123 m ü. NN | |
| Fläche: | 121,11 km² | |
| Einwohner: | 25.173 (31. Dez. 2004) | |
| Bevölkerungsdichte: | 208 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 34346 (alt: 3510) | |
| Vorwahl: | 05541 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GÖ (bis 31.12.1972: HMÜ) | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 52 016 | |
| Stadtgliederung: | 11 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Lotzestraße 2 34346 Hann. Münden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Klaus Burhenne (CDU) | |
Hann. Münden (früher Hannoversch Münden oder Münden genannt) ist eine Mittelstadt im Landkreis Göttingen, südliches Niedersachsen, an der Grenze zu Hessen.
In Hann. Münden befindet sich der Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser. Aufgrund der drei Flussnamen reklamiert die Stadt gelegentlich den Beinamen Drei-Flüsse-Stadt für sich. Bekannt ist die Stadt außerdem durch die Grabstelle des Wanderarztes Doktor Eisenbarth, der verstarb, als er in Münden Station machte. Von der Lage der Stadt im Weserdurchbruchstal soll auch Alexander von Humboldt angetan gewesen sein. Über das oft verwendete Humboldt-Zitat, Münden sei „eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt“, gibt es aber keine schriftlichen Aufzeichnungen.
Inhaltsverzeichnis |
Der ursprüngliche Name der Stadt „Münden“ führte schon sehr früh zu mannigfaltigen Verwechslungen mit dem ähnlich klingenden Minden, das auch an der Weser liegt und früher von der Handelsschifffahrt in ähnlichen Zusammenhängen aufgesucht wurde. Um für auswärtige Beziehungen ein Unterscheidungsmerkmal zu finden, schuf man die Bezeichnungen „Hannoversch Münden“ oder „Hannöverisch Münden“ im Gegensatz zu „Preussisch Minden“ bzw. „Minden in Westfalen“ oder auch „Minden/Westfalen“. „Hannover“ wurde nicht wegen der Stadt, sondern wegen des Kurfürstentums und späteren Königreichs Hannover als Vorwort gewählt. Die spätere Eingliederung in die preußische Provinz Hannover blieb beim Stadtnamen unberücksichtigt, denn sonst hätte er in „Niedersächsisch Münden“ umbenannt werden müssen. So hieß die Stadt weiterhin „Hannoversch Münden“. Goethe und die Gebrüder Grimm schrieben meist „Minden“, manchmal mit dem Zusatz „Hannöverisch“ o. Ä. Nach Münden adressierte Post tauchte regelmäßig in Minden, Hannover und manchmal auch München auf.
Der Name „Hannoversch Münden“ ist aber ein wenig lang und passte zum Beispiel nicht auf die Fahrkarten der Hannöverschen Südbahn. Er führte akustisch aufgenommen zu so abstrusen Konstruktionen wie „Hannover-Schmünden“ oder auch „Hannover-Münden“, was einen 110 Kilometer entfernt liegenden Stadtteil von Hannover vorgaukelte. Auch „Hannover bei Münden“ oder „Hannover bei München“ wurden damals gesichtet. Die moderate Abkürzung „Hann. Münden“ (oft fälschlich „Hann.-Münden“, was wieder den Stadtteil vermuten ließe), lässt sich einigermaßen deutlich aussprechen und auch vom Ortsunkundigen soweit verstehen, dass er es wiedererkennbar niederschreiben kann. Bei der Gebietsreform 1971 ist der Versuch gescheitert, einfach nur „Münden“ durchzusetzen.
Seitdem heißt die Stadt offiziell „Hann. Münden“, verbrieft in der Hauptsatzung der Stadt, 2006 letztmalig festgeschrieben und so geführt beim Statistischen Bundesamt. Die Einwohner der Stadt nennen sich „Mündener“, obwohl rechtlich seit 1971 „Hann. Mündener“ korrekt wäre.
Die Kernstadt von Hann. Münden liegt etwa auf ein Drittel der Luftlinie von Kassel nach Göttingen zwischen dem Bramwald im Norden, dem Reinhardswald im Westen und dem nördlichsten Ausläufer des Kaufunger Walds im Süden. Die zuerst und zuletzt genannten Waldgebiete bzw. Mittelgebirge sind je ein Teil vom Naturpark Münden.
Die Stadt liegt in den Tälern der Flüsse Werra und Fulda, deren Zusammenfluss zur Weser in Hann. Münden am Tanzwerder durch den vielbesuchten Weserstein markiert ist. Westlich des nördlichen Ortsteils Volkmarshausen mündet die aus dem Bramwald kommende Schede in die Weser ein.
Mit dem „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen“ wurden die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss der bisherigen Kreise Münden, Duderstadt und Göttingen zum heutigen Landkreis Göttingen geschaffen. Dieses Gesetz trat zum Stichtag 1. Januar 1973 in Kraft. Im Zuge dieser Verwaltungs- und Gebietsreform wurden gleichzeitig die Gemeinden neu geordnet und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt setzt sich die Stadt Hann. Münden aus der Kernstadt und insgesamt zehn Ortsteilen zusammen.
Nachbargemeinden in der Umgebung sind unter anderen Fuldatal, Reinhardshagen, Scheden, Staufenberg und Witzenhausen. Nicht weit entfernte größere Ortschaften sind Dransfeld und Jühnde und im Südwesten liegt die Großstadt Kassel.
Die Gründung der Stadt ist nicht genau belegt. Die erste urkundliche Erwähnung in einem Dokument von 1183 spricht schon von einer Stadt. Eine Siedlung „Gimundi“ an der Stelle des jetzigen Altmünden wurde schon ungefähr 802 an die Reichsabteien Fulda und Corvey verschenkt. Dort hat sich Kaiser Heinrich III. im Jahr 1049 aufgehalten.
1247 erhielt Münden das Privileg des Stapelrechts, das der Stadt zu einem großen Aufschwung verhalf. Erst 1823 wurde das Mündener Stapelrecht aufgehoben. Im 16. Jahrhundert war Münden durch den Weserhandel die wichtigste Handelsstadt bis Bremen für Waren vor allem aus Thüringen. Gehandelt und auf der Weser transportiert wurden vor allem Färberwaid, damals ein wichtiges blaues Färbemittel, Glas, Textilien, Flöße mit Holz und Getreide aus Thüringen. Von der Nordsee kamen weseraufwärts Heringe und andere Fische.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt nach mehrtägigem Beschuss durch die Soldaten Tillys eingenommen und ein Großteil der Bevölkerung umgebracht.
1776 wurden in Münden fast 20.000 hessische Soldaten eingeschifft, die der Landgraf von Hessen-Kassel Friedrich II. an den hannoverschen Kurfürsten und König von Großbritannien, Georg III., verkauft hatte. Sie wurden für den Kampf gegen die amerikanischen Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt. Kaum mehr als die Hälfte kamen zurück.
Am 8. Mai 1856 erhielt die Stadt erstmals durch die Hannöversche Südbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Strecke führte von Hannover, Göttingen und Dransfeld nach Hann. Münden; die heutige Verbindung über Eichenberg kam erst 20 Jahre später. Am 23. September 1856 wurde die Hannöversche Südbahn bis Kassel verlängert. Zur Vermeidung einer Linienführung über kurhessisches Gebiet wurde die Strecke ab Göttingen über Dransfeld geführt. Dafür nahm man Steigungen von bis zu 18 Promille in Kauf. Dieser Streckenabschnitt Göttingen-Dransfeld-Münden, der 1980 stillgelegt und noch bis 1995 als Güteranschlußgleis genutzt wurde, bekam so den Beinamen Dransfelder Rampe.
Diese Hauptstrecke, an der sich heute noch die Streckenkilometrierung bis Kassel orientiert, wurde von Anbeginn zweigleisig gebaut, während Hannover-Göttingen und Münden-Kassel zuerst eingleisig waren. Diese hatte als einzige Bahnstrecke im Königreich Hannover bei Hann. Münden einen Tunnel, was für den König der aussschlaggebende Grund für den Bau bis Hann. Münden gewesen sein soll. Wahrer Grund des Tunnelbaus waren jedoch Kostengründe und der Wunsch, die Strecke möglichst in Höhenlage bis Kassel zu führen. So befindet sich auch der Mündener Bahnhof in Hanglage, relativ weit vom historischen Stadtkern.
1868 wurde die Königlich Preußische Forstakademie Hannoversch Münden vom preußischen König Wilhelm I. gegründet. 1870 folgte die Eröffnung des Forstbotanischen Gartens. Die Akademie wurde 1922 umbenannt in Forstliche Hochschule und 1939 der Georg-August-Universität Göttingen in die Forstwissenschaftliche Fakultät angegliedert; der Umzug der Fakultät erfolgte 1970/1971.
1876 eröffnete die Halle-Kasseler Eisenbahn ihre Verbindung. Im Knotenbahnhof Eichenberg bestand ebenfalls Anschluss nach Göttingen.
Von 1885 - 1972 war das damalige Münden Kreisstadt des Landkreises Münden, der am 1. Januar 1973 im Landkreis Göttingen aufging.
Seit 1901 war Hann. Münden mit einigen Unterbrechungen Pioniergarnison. Am 1. Oktober d. J. zog das Hessische Pionier-Bataillon Nr. 11, bis dahin in Mainz-Kastel gelegen, in die neu erbaute Kaserne in Neumünden ein und verblieb, später in Kurhessisches Pionier-Bataillon Nr. 11 umbenannt, bis 1920. Für eine Übergangszeit von 1921 - 1934 war die ehemalige Pionierkaserne Sitz der Hessisch-Nassauischen Polizeischule. Von 1934 - 1945 lag in dem jetzt in Kurhessen-Kaserne umbenannten Areal zunächst das Pionierbataillon 9, aus dem später die Pionierbataillone 29 und 49 hervorgingen. Mit Aufstellung der Bundeswehr zogen wieder Pioniere in die Kurhessenkaserne ein, von 1956 - 1958 zunächst das Panzer-Pionierbataillon 5, das anschließend in Pionierbataillon 2 umbenannt wurde und bis zur Auflösung infolge der mit der deutschen Einheit verbundenen Truppenreduzierung 1993 Hausherr in der Kaserne blieb.
Über Jahrhunderte wurden im Kaufunger Wald nicht nur am Kleinen Steinberg Basalt und Braunkohle abgebaut, die auf der Kohlenstraße und von 1894 bis 1931 über die Steinberg-Drahtseilbahn nach Hann. Münden transportiert wurden.
Das Wappen der Stadt Hann. Münden zeigt in rotem Schild eine silberne Burg mit breitbedachtem, blaugedecktem und goldbekröntem Mittelturm zwischen jeweils zwei spitzbedachten, blaugedeckten Seitentürmen; im Torbogen ein roter Schild, darin ein blaubewehrter goldener Löwe; über dem Tor am Mittelturm ein gotisches schwarzes M.
Die Farben der Stadt sind gelb und rot. Die Flagge zeigt die Farben gelb und rot in zwei gleichbreiten Längsstreifen.
Die Stadt Hann. Münden unterhält mit folgenden ausländischen Kommunen eine Städtepartnerschaft:
Der Altkreis Münden unterhielt eine Partnerschaft zum Londoner Stadtteil Hackney, die nach der Kreisreform 1973 vom Landkreis Göttingen weitergeführt wird. Außerdem unterhält Münden freundschaftliche Beziehungen zu den folgenden deutschen Kommunen:
Hann. Münden ist reich an restaurierten Fachwerkhäusern (über 700 im historischen Stadtkern) und kann zum Teil mittelalterliche Kirchen (St. Blasius, St. Ägidien) vorweisen. Auch eindrucksvolle Bauten der sog. Weserrenaissance bereichern das Bild der Stadt, zu nennen sind insbesondere das Welfenschloss und das historische Rathaus. Einige Partien der mittelalterlichen Stadtmauer einschließlich der Wehrtürme sind erhalten.
Die auch als „Drei-Flüsse-Stadt“ bezeichnete Stadt Hann. Münden erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen für ihr Stadtbild, etwa die Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“. Innerhalb des Gesamtensembles der historischen Altstadt und in dessen Umgebung sind als besondere Bauwerke insbesondere hervorzuheben:
Hann. Münden liegt außerdem an verschiedenen touristischen Routen:
Die Stadt ist über die zwei Anschlussstellen Hann. Münden-Lutterberg und Hann. Münden-Hedemünden an die A 7 angebunden und verfügt somit über eine gute Lage am übergeordneten Verkehrsnetz. Außerdem liegt Hann. Münden im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 3 und B 80. Des Weiteren ist Hann. Münden auch an die B 496 angebunden, die von Hann. Münden zur A 7 zur Anschlussstelle Lutterberg führt.
Darüber hinaus sind vom Bahnhof des Mittelzentrums Hann. Münden an der Halle-Kasseler Eisenbahn aus mit Regionalzügen die Städte Göttingen, Kassel, Halle und Erfurt zu erreichen, in denen Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn besteht.
In der Gemeinde Calden, rund 20 Kilometer von Hann. Münden entfernt, befindet sich der Regionalflughafen Kassel-Calden.
In der Sommersaison (1. Mai bis 15. September) bestehen Linien-Schiffsverbindungen über die Fulda täglich von und nach Kassel-Altmarkt.
Persönlichkeiten die in Hann. Münden geboren (* und Jahreszahl) oder verstorben († und Jahreszahl) sind oder einen wichtigen Teil ihrer Lebensleistung in Hann. Münden erbrachten:
| Wiktionary: Hann. Münden – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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