Hans Herbert Schweitzer (Pseudonym: Mjölnir, * 25. Juli 1901 in Berlin; † 15. September 1980 in Landstuhl) war ein deutscher Grafiker und im Dritten Reich Reichsbeauftragter für künstlerische Formgestaltung.
Schweitzer war der Sohn eines Mediziners, der jedoch bei der Großmutter mütterlicherseits aufwuchs. 1918 begann er sein Studium an der Kunsthochschule in Berlin.
Sowohl seine konservative Erziehung wie auch seine persönlichen Erlebnisse in der Hauptstadt machten ihn zum hasserfüllten Feind des Kommunismus und Sozialismus. Bereits 1926 trat er der NSDAP bei, und erhielt von der NS-Presse regelmäßig Aufträge für propagandistische Illustrationen. Mit dem künftigen Reichspropagandaminister Paul Joseph Goebbels verband ihn seit 1927 eine tiefe Freundschaft.
Sein bereits 1926 gewähltes Pseudonym Mjölnir (Bezeichnung des Hammers der germanischen Gottheit Thor) stand für seinen Einsatz für die "arische" Rassenideologie.
1935 wurde Schweitzer zum Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung ernannt, 1937 erhielt er den Titel eines Professors.
Bis Kriegsende war Schweitzer, der auch Vorsitzender des Reichausschusses der Pressezeichner war, einer der populärsten politischen Karikaturisten Deutschlands. Als Mitglied der Reichskammer der Bildenden Künste war Schweitzer mitverantwortlich für Beschlagnahmungen und die Verhöhnung von Werken der „Entarteten Kunst“.
Im Entnazifizierungsverfahren vor dem Spruchgerichtshof in Bergedorf wurde Schweitzer am 1. April 1948 aufgrund seiner Ehrenmitgliedschaft in der SS zu einer Geldstrafe von 500 DM verurteilt.
Als Illustrator wurde er in der Nachkriegszeit weitgehend boykottiert.