HanseNet

HanseNet-Zentrale in Hamburg (City Nord)
HanseNet-Zentrale in Hamburg (City Nord)

HanseNet ist ein Telekommunikationsdienstleister und Internet Service Provider mit Sitz in Hamburg, der sich auf breitbandige Angebote spezialisiert hat und über eine eigene Infrastruktur verfügt.

Er operiert mit eigener Technik in den Vermittlungsstellen in den Großräumen Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Lübeck, Lüdenscheid, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Essen, Bochum, Dortmund, Wuppertal, Rostock, Solingen, Karlsruhe, Hannover, Trier und Offenbach am Main.

Seit Mitte 2006 sind in über 60 Städten Alice-DSL- und HanseNet-Produkte verfügbar. In Hamburg nimmt HanseNet bei der Festnetztelefonie den zweiten Platz nach der Deutschen Telekom ein; der Marktanteil bei DSL-Anschlüssen in Hamburg liegt nach eigenen Angaben bei 60 %.

Das Unternehmen wurde 1995 als Tochtergesellschaft des damals lokalen Stromversorgers HEW (heute: Vattenfall Europe AG) als Anbieter von Telefon-, Daten- und Multimediadienstleistungen gegründet. Im Jahr 2000 wurden 80 Prozent des Unternehmens an die mailändische e.Biscom SpA verkauft und schließlich 2003 von Telecom Italia für einen Kaufpreis von 250 Millionen Euro komplett übernommen. Heute gehört HanseNet zu den erfolgreichen und profitablen Telekommunikationsunternehmen.

HanseNet ist mit 25 % an der WEMACOM Telekommunikation GmbH beteiligt.

Die Gesellschaft konnte in den ersten drei Quartalen 2005 Umsätze von etwa 198,4 Millionen Euro verzeichnen, was einer Steigerung von 79 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (111 Millionen Euro Umsatz) entspricht. Gegenüber dem Umsatz der ersten drei Quartale 2005 stieg der Umsatz desselben Zeitraums im Geschäftsjahr 2006 um sogar um weitere 89 % von ca. 198,4 auf 375 Millionen Euro. Der Gewinn (EBITDA) kletterte von 20,5 (2004) über 23 (2005) auf 99 (2006) (jeweils die ersten 3 Quartale des Geschäftsjahres) Millionen und verzeichnete somit ein Wachstum von nahezu 400 % innerhalb von nicht einmal 2 Jahren. Die Anzahl der Kunden konnte HanseNet, nicht zuletzt durch den sukzessiven Netzausbau, binnen eines Jahres von 460.000 auf 840.000 nahezu verdoppeln. 97 Prozent aller HanseNet-Kunden bezogen Ende des dritten Quartals 2006 das Breitband/DSL-Angebot von Alice. HanseNet verfügt über ein Netz von etwa 1.100 Kilometer Glasfaserkabel und ermöglicht damit den Anschluss von Verteilern, die mehr als 90 Prozent der Haushalte in der Metropolregion Hamburg erreichen. HanseNet beschäftigt (nach der Fusion mit AOL) etwa 3000 Mitarbeiter.

Das operative Modell von HanseNet basiert auf der vollständig entbündelten Teilnehmeranschlussleitung und damit auf der Möglichkeit, den Endverbraucher direkt mit dem eigenen Netz der HanseNet zu verbinden. Die letzte Meile wird von der Deutschen Telekom gemietet. Bis heute sind mehr als 100 Hauptverteiler im Großraum Hamburg für die Entbündelung erschlossen. In den anderen Städten werden insgesamt etwa 950 Hauptverteiler an das Netz von HanseNet angeschlossen.

Logo der Marke Alice
Logo der Marke Alice

Die Produkte für Privatanwender und kleinere Unternehmen werden von HanseNet seit Juni 2004 unter dem Namen Alice vermarktet; bekannt wurde die Marke insbesondere durch eine großangelegte Werbekampagne mit dem italienischen Modell Vanessa Hessler.

Als erster Anbieter führte HanseNet deutschland- wie europaweite Telefon-Flatrates zu Festnetzanschlüssen ein. Seit Oktober 2005 steht Alice-Kunden erstmals ADSL2+ (ebenfalls als Flatrate) mit 16 Mbit Downstream zur Verfügung, neuerdings sind DSL-Anschlüsse ohne Telefonie erhältlich (Alice light).

Außerhalb der eigenen Kollokationsgebiete werden in weiteren Vermarktungsgebieten die Kundenanschlüsse über die HanseNet-Partner QSC und Telefónica realisiert. Hier kommt eine VoIP-basierte NGN-Lösung mit einem Integrated Access Device der Firma Sphairon zum Einsatz, um ISDN- und analoge Telefonanschlüsse auf Endkundenseite auch außerhalb des eigenen Netzes anbieten zu können. Der Betrieb einiger ISDN-Dienste (ISDN-Videotelefonie, Datex-P, G4-ISDN-Fax) ist dabei nicht möglich und der Betrieb notspeisefähiger Endgeräte wie beispielsweise Hausnotrufe wird nicht sichergestellt, da es sich um keinen DSS1-ISDN-Basisanschluss handelt, was von HanseNet beim Produktvertrieb nicht deutlich kommuniziert wird. In Einzelfällen erweist sich die eingesetzte noch junge NGN-Technik als weniger zuverlässig als herkömmliche leitungsvermittelte PSTN-Technik.

Seit Februar 2007 ist Alice bundesweit verfügbar. Überall dort wo HanseNet keine eigene Infrastruktur betreibt oder auf die Partner QSC und Telefónica zurückgreifen kann, wird T-DSL-Resale der Deutschen Telekom vertrieben, solange noch kein Bitstromzugang des Ex-Monopolisten zur Verfügung steht. Auch hier wird die Telefonie über die VoIP-basierte NGN-Lösung mit einem Integrated Access Device der Firma Sphairon bereitgestellt. Im Unterschied zur NGN-Lösung in QSC- und Telefonica-Ausbaugebieten werden Notrufe und eingehende Telefonate auf die Telekom-Rufnummer weiter über das Festnetz der Telekom (PSTN) geroutet; auch für ausgehende Telefonate steht das Telekom-Festnetz als Backup-Lösung und für Call-by-Call-Nutzung zur Verfügung. Die Grundgebühr für den bei der T-DSL-Resale-Variante noch notwendigen günstigsten Telekom-Telefonanschluss (Call Plus/T-Net) wird von HanseNet erstattet.

Am 1. März 2007 hat HanseNet die Access-Sparte von AOL-Deutschland übernommen. Der Kaufpreis betrug ca. 675 Millionen €.

Am 27. April 2007 verkündete Hansenet den Einstieg in den Mobilfunkbereich.

Damit ist Alice hier der erste Anbieter, der keinen Unterschied zwischen den Netzen macht und so eine komplette Konvergenz bietet. Gespräche von Festnetz und Mobile zwischen Alice Kunden sind kostenlos, wie auch bisher. SMS und Telefonieren in andere Netze kosten jeweils 15 Cent.

HanseNet ist Mitglied im Bundesverband Breitbandkommunikation e. V., der die Interessen der alternativen Netzbetreiber vertritt.

Geschäftsführer der HanseNet ist seit November 2003 Harald Rösch, Aufsichtsratsvorsitzender Luigi Osmetti.

Siehe auch

Weblinks

Quelle:
Artikel HanseNet aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Empfehlungen
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren