Happy End

Dieser Artikel befasst sich mit dem Begriff Happy End beim Film. Für andere Bedeutungen, siehe Happy End (Begriffsklärung).

Der dem Englischen entlehnte, aber grammatisch falsche Begriff Happy End (von englisch: happy ending) heißt übersetzt Glückliches Ende, im Sinne von Guter Ausgang.

Im allgemeinen Sinn ist damit jedes positive Ende einer Ereignisfolge gemeint, die auch von Schwierigkeiten und Widrigkeiten geprägt ist oder sein kann. Sinngemäß verwandt wird auch das Sprichwort Ende gut, alles gut.

Der englische Begriff ist durch die Filmkunst in Gebrauch gekommen. Der Begriff Happy End bezieht sich somit ursprünglich auf einen Kinofilm, wird aber auch auf eine Serie, einen Roman oder eine Erzählung wie beispielsweise ein Märchen angewendet. Hier ist der (übliche!) positive Abschluss der jeweiligen Handlung der Erzählung gemeint, insbesondere der Erfolg der Hauptfiguren. Typische Beispiele für Happy Ends sind z. B. Filmschlüsse, bei denen das Paar zusammenkommt, die Bombe rechtzeitig entschärft wird, der scheue Professor seine Ängste überwindet, die Welt gerettet wird, etc.

In der Filmindustrie wird ein Happy End gern als Stilmittel eingesetzt, um beim Kinobesucher einen positiven Gesamteindruck des Films zu hinterlassen. Ein Kinofilm mit Happy End bringt im statistischen Mittel höhere Einnahmen als Filme ohne glücklichen Ausgang. So ergibt sich, dass manch nachdenklicher Ausgang einer literarischen Vorlage für die Adaption als Spielfilm verändert wird, und insbesondere in Hollywood aus rein wirtschaftlichem Grund mit einem Happy End versehen wird.

Aus dieser Instrumentalisierung des Happy Ends folgt, dass der Begriff nicht rundum positiv besetzt ist. In der Eigenbedeutung ist hier der englische Begriff Happy End unterschieden vom allgemeineren Guten Ausgang einer Geschichte. Er kennzeichnet hier oft ein zu gutes Ende. Jeder weiß, wie komplex das Leben in Wirklichkeit ist, der Kinobesucher will mitleiden und sich mitfreuen, und auch wenn man sich vom Film eine letztlich lebensbejahende, richtungweisende Haltung wünscht, so kann ein zu aufgesetzt wirkendes Happy End nach einem ernsten und wirklichkeitsnahen Film unter Umständen genau die Enttäuschung herbeiführen, die es eigentlich verhindern sollte.

Siehe zu Letzterem übertriebenen Happy End auch Kurt Tucholskys bekanntes Gedicht Danach, das die Situation karikiert, und nach einer Menge wirklicher Probleme mit den Worten schließt:

„...Und darum wird beim Happy End im Film jewöhnlich abjeblendt.“

Siehe auch

Quelle:
Artikel Happy End aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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