Harbi

Der arabisch-islamische Rechtsbegriff Harbī, حربي‎ harbī, DMG ḥarbī, heißt wörtlich übersetzt „zum Kriege gehörend" und bezeichnet alle Nicht-Muslime, die nicht unter islamischer Herrschaft, sondern in der Dar al-Harb („Haus des Krieges“) leben. Nichtmuslimische Untertanen des islamischen Staates nennt man im Gegensatz dazu Dhimmi („Schutzbefohlene“). Weil das islamische Recht (Scharia) von muslimischer Seite als unabänderliches, göttliches Recht aufgefasst wird, wurde die Lehre von den Harbis nie widerrufen und wird auch heute noch gelehrt.

Harbīs haben das Recht auf Schutz des Lebens und des Eigentums verwirkt, da sie grundsätzlich als dem Islam feindlich gelten. Wollen sie in das Gebiet des Islams (Dar al-Islam) reisen, muss das Recht auf Schutz des Lebens und des Eigentums durch einen Amān, einen zeitweiligen Schutzvertrag, gewährleistet werden, den jeder Muslim mit dem Harbī abschließen kann. Durch den Schutzvertrag wird der Harbī zum Musta'min.

Nach muslimischer Eroberung der Dār al-Harb durch Dschihad kann mit den harbī auf viererlei Weise verfahren werden:

  1. Sie können getötet werden (Siehe dazu auch Banu Quraiza und Koran 47:4, 2:191, 4:89).
  2. Sie können versklavt werden (Siehe dazu auch Banu Quraiza).
  3. Sie können vertrieben werden (Siehe dazu auch Banu Nadir und Koran Sure 59).
  4. Sie können Dhimmi werden. (gilt nur für Christen, Juden und Zoroastrier)

Das Eigentum der Harbīs fällt als Beute, Fai' oder Ghanima, an die Muslime.

Nach islamischem Recht kann natürlich jeder Mensch jederzeit zum Islam übertreteten.

Versklavte Harbi-Frauen können von Muslimen zu ihren Konkubinen gemacht werden, da mit der Erbeutung eventuelle Ehen als automatisch aufgelöst gelten. Mohammed hat es mit Raihana bint Zaid ibn Amr von den Banu Quraiza so gehalten.

Inhaltsverzeichnis

Heutige Anwendung des Harbi-Konzepts

Dass Harbis weder ein Recht auf Schutz ihres Lebens noch Besitzes haben, wird auch heute noch von muslimischen Gelehrten vertreten. So erklärte beispielsweise laut Middle East Media Research Institute (MEMRI) der in der islamischen Welt einflussreiche Yusuf al-Qaradawi im Jahre 2003:

It has been determined by Islamic law that the blood and property of people of Dar Al-Harb [the Domain of Disbelief where the battle for the domination of Islam should be waged] is not protected. Because they fight against and are hostile towards the Muslims, they annulled the protection of his blood and his property. [1]
(Deutsch: Es ist durch islamisches Recht festgelegt, dass Blut und Gut der Menschen des Dar al-Harb nicht geschützt sind. Denn sie kämpfen gegen die Muslime und sind ihnen feindlich gesinnt, sie haben den Schutz ihres Blutes und Gutes verwirkt.")

MEMRI dokumentiert die Meinung des von der Regierung autorisierten Groß-Muftis von Ägypten, Dr. 'Ali Gum'a, dem zweithöchsten in der weltweiten sunnitischen Hierarchie, über Dschihad und die Tötung von Harbis:

Question: "Is it permitted to kill an Israeli traveling outside the borders of his land?"
Sheikh Gum'a: "Yes, it is permitted to kill him, because he is a Harbi and the Harbi spreads corruption throughout the face of the earth."[2]
(Deutsch:Frage: "Ist es erlaubt einen Israeli zu töten, der außerhalb der Grenzen seines Heimatlandes reist?
Scheich Gum'a: "Ja, es ist erlaubt ihn zu töten, weil er ein Harbi ist und Harbis verbreiten Verderbnis auf dem Angesicht der Erde.")

Der Autor Amir Taheri zitiert in seinem Buch "Morden für Allah" eine Rede von Ayatollah Chomeini vom 12. Dezember 1984:

Erlaubt man den Ungläubigen, ihre Rolle der Weltverderber weiter zu spielen, so wird letztlich ihre moralische Bestrafung um so härter ausfallen. Folglich erweisen wir ihnen, wenn wir sie töten um ihren korrupten Aktivitäten ein Ende zu setzen, im Grunde einen Dienst. Denn ihre endgültige Bestrafung fällt dadurch geringer aus. [...] unsere jungen Krieger [...] wissen, dass das Töten von Ungläubigen einer der edelsten Aufträge ist, die Allah für die Menschen bereithält. [3]

Der wichtige indonesische Moslemführer Abu Bakar Bashir äußerte in einem Interview folgendes:

Q. You say that it is fardh ‘ain [an individual obligation] for Muslims to wage jihad against Infidels.
A. There are two types of infidels. The infidel who is against Islam and declares war on Islam is called kafir harbi [enemy infidel]. The second type is kafir dhimmi [protected infidel]. These are people who don’t fight against Islam, but don’t embrace it either and basically remain neutral. [...]
Q. In regard to the global condition, what kind of things can the West, especially America, do to make this world more peaceful. What kind of attitudes must be changed?
A. They have to stop fighting Islam, but that’s impossible because it is “sunnatullah” [destiny, a law of nature], as Allah has said in the Qur’an. They will constantly be enemies. But they’ll lose. I say this not because I am able to predict the future but they will lose and Islam will win. That was what the Prophet Muhammad has said. Islam must win and Westerners will be destroyed. But we don’t have to make them enemies if they allow Islam to continue to grow so that in the end they will probably agree to be under Islam. If they refuse to be under Islam, it will be chaos. Full stop. If they want to have peace, they have to accept to be governed by Islam.[4]
(Deutsch: Frage: Sie sagen, dass es fard 'ain (individuelle Plicht) für Muslime sei, Dschihad gegen Ungläubige zu führen?
Antwort: Es gibt zwei Arten von Ungläubigen. Der Ungläubigen, der gegen den Islam ist und dem Islam den Krieg erklärt, wird kafir harbi [dem Krieg zuzurechnender Ungläubiger] genannt. Der Zweite Typ ist der kafir dhimmi [geschützter Ungläubiger]. Dies sind die Ungläubigen, die nicht gegen den Islam kämpfen, ihn aber auch nicht annehmen und grundsätzlich neutral bleiben. [...]
Frage: In Bezug auf die weltweite Lage, welche Dinge kann der Westen, besonders Amerika, tun, um die Welt friedlicher zu machen? Welche Einstellungen müssen geändert werden?
Antwort: Sie müssen aufhören den Islam zu bekämpfen, aber das ist unmöglich, weil es “sunnatullah” (Vorbestimmung) ist, wie Allah es im Koran gesagt hat. Sie werden immer Feinde sein. Aber sie werden verlieren. Ich sage dies nicht, weil ich fähig wäre, die Zukunft vorherzusagen, aber sie werden verlieren und der Islam wird siegen. Das war es, was der Prophet Mohammed gesagt hat. Der Islam muss gewinnen und der Westen wird zerstört werden. Wir müssen sie nicht zu Feinden machen, wenn sie dem Islam erlauben weiter zu wachsen, so dass sie vielleicht einwilligen unter [der Herrschaft] des Islams zu sein. Wenn sie es ablehnen unter [der Herrschaft] des Islams zu sein, wird es das Chaos geben. Punkt. Wenn sie Frieden wollen, mussen sie einwilligen unter der Herrschaft des Islam zu leben.)

Die Internetseite www.islamonline.net schreibt folgendes über Einteilung aller Nichtmuslime in Harbis und Dhimmis:

Question: "What is the real purpose to divide non-Muslims to dhimmi and harbi? is it the divine order? In a multiracial and multi-religion community, is that term can be applied? Shall the term be eliminated one day according to the changing of time?" [...]
Answer: "All nations in the world, past and present, distinguish between those who choose to live in peace with their fellow citizens and those who are hostile and engage fighting and aggression against the community. The Qur’an does make such a distinction; for example, in chapter 60, verses 8 and 9: verse 8 establishes principles of kind and just treatment of persons of other faith communities so long as they coexist peacefully with Muslims; verse 9, on the other hand, speaks of the opposite situation concerning those who fight unjustly against Muslims, drive them out of their homes or help others to do so. The latter group are to be treated according to the Qur’an, chapter 2, verses 190-195, that provides the only grounds for using forces if other means fail to stop aggression or oppression against Muslims.
So the issue then is not eliminating a term or changing it. What is more important are the humane, accommodative attitudes and acceptance of others in a multiracial and multi-religious community on the basis of peace and justice to all." [5]

Literatur

Siehe auch

Fußnoten

  1. http://memri.org/bin/articles.cgi?Page=archives&Area=sd&ID=SP54203
  2. http://www.memri.org/bin/articles.cgi?Area=sd&ID=SP58003]
  3. Amir Taheri, Morden für Allah. Terrorismus im Auftrag der Mullahs, Droemer Knaur, 1993, S.173 ISBN 3426770202
  4. http://jamestown.org/terrorism/news/article.php?articleid=2369782
  5. http://www.islamonline.net/livedialogue/english/Browse.asp?hGuestID=fiKTq9
Quelle:
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Übersetzt, gelesen u. kommentiert v. Raoul Schrott. Musik u. Regie: Klaus Buhlert
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Eingeleitet u. übersetzt v. Alexander Kristianpoller, Vorwort v. Michael Tilly
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Herausgeber: Zenger, Erich, Übersetzt u. ausgelegt v. Willem A. M. Beuken
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