Hausvogt war der Titel des kurfürstlichen Beamten, der in Brandenburg – vor allem aber in Berlin – die Aufgaben eines Burgvogts wahrnahm. Er hatte für die bauliche Unterhaltung der Burg (bzw. des Residenzschlosses), ihren Wirtschaftsbetrieb und ihre allgemeine Sicherheit und Ordnung zu sorgen.
Weiterhin hatte er im Bereich der Burgfreiheit die täglichen Bau- und Organisationsaufgaben einer Stadtverwaltung auszuführen und die Polizeiaufgaben wahrzunehmen.
Auch der Hausverwalter eines Klosters erhielt gelegentlich diese Amtsbezeichnung.
In Berlin bestand bis zur Bildung der Königlichen Residenz Berlin 1709 die Burgfreiheit in folgenden zusammenhängenden Gebieten:
Die Dienststelle des Hausvogts und seiner Gehilfen befand sich auf dem Friedrichswerder; der Straßenname Hausvogteiplatz erinnert noch daran. Das Gebäude der Hausvogtei bzw. dessen Nachfolgebau wurde später als Polizeiwache und Polizeigefängnis genutzt.
Anfang des 16. Jahrhunderts hatte Ritter Hans von Krummensee diese Vertrauensstellung inne.
Im Jedermann von Hugo von Hofmannsthal hat der reiche Mann einen Angestellten mit diesem Titel.