Die nach ihrem Tod heilig gesprochene Hedwig von Andechs (auch: Hedwig von Schlesien; * 1174 in Andechs; † 15. Oktober 1243 in Trebnitz) war Herzogin von Schlesien. Im Römischen Generalkalender liegt ihr Gedenktag auf dem 16. Oktober.
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Hedwigs Eltern waren der Andechser Graf Berthold IV., Graf von Tirol, Kärnten und Istrien, und dessen Frau Agnes, geb. von Rochlitz aus dem Geschlecht der Wettiner. Hedwigs Bruder Eckbert war Bischof von Bamberg und ihre Schwester Gertrud war mit König Andreas von Ungarn verheiratet. Deren Tochter war die später heilig gesprochene Elisabeth von Ungarn.
Hedwig wurde im Benediktinerinnen-Kloster in Kitzingen erzogen und mit 12 Jahren mit dem Herzog von Schlesien Heinrich I. verheiratet, der 1233 auch Herzog von Polen wurde. Aus ihrer Ehe entstammten sieben Kinder. Der älteste Sohn war Heinrich II. Nach 22jähriger Ehe soll sie nach der Überlieferung mit ihrem Mann enthaltsam gelebt haben.
Hedwig und Heinrich förderten die Vertiefung des christlichen Glaubens und die kulturelle Entwicklung Schlesiens. 1202 gründeten sie das Zisterzienserinnen-Kloster in Trebnitz. Als Vorbild christlicher Nächstenliebe unterstützte Hedwig die Kirche, half den Armen und soll selbst im Winter barfuss gegangen sein. Deshalb wird sie häufig mit Schuhen in den Händen und einer Kirche dargestellt.
Nachdem ihr Mann 1238 im Kampf gegen die Mongolen gefallen war, trat Hedwig in das von ihr gegründete Kloster Trebnitz ein und musste erleben, dass 1241 auch ihr Sohn Heinrich II. in der Schlacht bei Wahlstatt getötet wurde. Deshalb gründete Hedwig zusammen mit Heinrichs Witwe Anna von Böhmen, Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl, in Wahlstatt ein Benediktinerkloster, für das sie Mönche aus dem Kloster Opatowitz bei Königgrätz beriefen.
Nach ihrem Tod im Oktober 1243 wurde Hedwig in der Trebnitzer Klosterkirche bestattet und 1267 heilig gesprochen. Ihre Reliquien werden u. a. im Kloster Andechs und in der St.-Gangolphus-Stiftskirche ("Selfkant-Dom") in Heinsberg aufbewahrt.
Die Heilige Hedwig ist Schutzpatronin von Schlesien und von Andechs. Sie wird auch in Berlin verehrt, wo Friedrich der Große für die zugewanderten Katholiken aus Schlesien die Hedwigskirche errichteten ließ.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die vertriebenen katholischen Schlesier die Hedwigs-Verehrung mit in ihre neuen Pfarrgemeinden, wo sie zur Symbolgestalt für die verlorene Heimat wurde. Heute gilt sie auch als Patronin der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen.
Die Heilige Hedwig von Andechs ist nicht zu verwechseln mit der 1997 heilig gesprochenen Hedwig von Polen.
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