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| Provinz | Limburg | ||||
| Bürgermeister | Toine Gresel (CDA) | ||||
| Sitz der Gemeinde | Heerlen | ||||
| Fläche - Land - Wasser |
45,72 km² 45,56 km² 0,16 km² |
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| Einwohner - Bevölkerungsdichte |
90.536 (1. Januar 2007) 2.056 Ew./km² |
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| Koordinaten | 50° 52' 48" N Breite 5° 58' 12" O Länge |
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| bedeutender Verkehrsweg | {{{Straße}}} | ||||
| Vorwahl | 045 | ||||
| Postleitzahlen | 6417 | ||||
| Offizielle Website | www.heerlen.nl | ||||
Heerlen ['he?rl?] ( anhören ?/i) ist eine Stadt in der südostniederländischen Provinz Limburg. Auf einer Fläche von etwa 45 km² leben 92.542 (Stand 1. Januar 2005) Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
Heerlen ist in seiner heutigen Form aus zwei ehemaligen Bergbaustädten entstanden: Heerlen und Hoensbroek, das 1982 eingemeindet wurde. Heerlen liegt im Südosten von Limburg an der Autobahn A 76 am Nordrand des südlimburgischen Kreide-Mergel-Hügelland (Mergelland, Heuvelland). Die Böden im Stadtbereich sind in der Regel von mittlerer bis guter Qualtität (z.B. Löß) und selten unfruchtbar (Sandböden). Nach Norden und an Bruchlinien (tektonische Verwerfungen) werden vielerorts Lößschichten nachgewiesen, die nach Verwitterung zu Lößböden eine gute Grundlage für Ackerbau bieten. Darüber hinaus ist in den Tälern seit jeher Grünlandwirtschaft etabliert.
Heerlen liegt im Bereich dreier Bäche: Caumerbeek, Schandelerbeek und Geleenbeek. In der Erde Heerlens befinden sich unter einem wenige bis über hundert Meter dicken Deckgebirge flözführende Karbonschichten, die in nördlicher Richtung in größere Tiefen abtauchen. Von tertiären Sedimenten bedeckt, befinden sich im Norden Heerlens auch dünne, kaum förderwürdige Braunkohlenflöze. Die tertiären Sedimente enthalten auch sehr reine Quarzsandlager, die im Bereich der früheren Zeche Oranje Nassau III bei Heerlerbaan abgebaut werden. Im Norden grenzt Heerlen an das Naturschutz- und Naherhloungsgebiet Brunsumer Heide, einem Gebiet mit typischer atlantischer Heidevegetation. Nach Süden und Osten wird das Relieff Heerlens zunehmend hügeliger, nach Nordenwesten hin dann zunehmend ebener. Nachbarorte Heerlens sind im Norden Brunssum, im Westen Landgraaf und Kerkrade, im Südwesten (beim grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Avantis) die deutsche Stadt Aachen, im Süden die Gemeinden Simpelveld und Voerendal.
Heerlen hat eine Eisenbahnverbindung nach Maastricht und auch nordwärts über Sittard-Geleen und Roermond nach Eindhoven und Venlo. Über die Millioenelijn besteht ferner eine Bahnverbindung via Landgraf mit Kerkrade und Simpelveld, allerdings ist der Personenverkehr zwischen Kerkrade und Simpelveld eingestellt. Mit dem östlich gelegenen Herzogenrath und dem südöstlich gelegenen Aachen ist die Stadt durch die euregiobahn (RB 20) sowie durch eine Buslinie (44) verbunden. Über die Autobahn von Aachen-Laurensberg fährt man bis Heerlen-Centrum in nur zehn Minuten.
Die heutige Stadt Heerlen gliedert sich in drei Stadtteile, die sich wiederum in untergeordnete Ortsteile (wijken) und Siedlungen (buurten) gliedern, die meist aus älteren Dörfern bzw. aus Bergarbeiterkolonien hervorgehen. Im einzelnen sind dies:
Heerlen-Stad:
Heerlen-Noord:
Heerlen-Zuid:
Heerlen ist Mitglied eines kommunalen Zweckverbandes der Gemeinden des ehemaligen östlichen Bergbaureviers (oostelijke Mijnstreek), der sogenannten Regio Parkstad Limburg, an der auch die nachbarorte Kerkrade, Brunssum und Landgraaf beteiligt sind. Ziel ist die Zusammenlegung und Rationalisierung der Kommunalverwaltung, der Raum- und Regionalplanung und anderer Bereiche. Dabei sollen Kosten eingespart und der Service für die Bürger verbessert werden. Die Parkstad kann ferner auch als eine Art Markenname für die zunehmend auf Kultur und Tourismus setzende Region.
Seit dem Verschmelzen mit Hoensbroek 1982 trägt Heerlen das aktuelle Stadtwappen:
Ein stehender, bewehrter, gekrönter Löwe im gespaltenen Schild. Links: roter, rot bewehrter Löwe auf silbernem (weißem) Grund (Der „Limburger Löwe“ symbolisiert die frühere Zugehörigkeit zum Herzogtum Limburg.) Rechts: schwarzer, goldbewehrter Löwe auf silbernem Grund mit roten waagerechten Balken. (Dies war das ehemalige Wappen der Grafen von Hoensbroek sowie der früheren Gemeinde Hoensbroek.
Im Jahre 1997 wurden auf dem heerlener Schelsberg Wöhnstätten der prähistorischen Michelsbergkultur entdeckt und archäologisch untersucht. Sie sind einer der ganz seltenen Funde aus dem Zeitraum 4400 - 3500 v.Chr., der in den Niederlanden belegt ist. Gleichzeit ist mit ihm eine menschliche Besiedlung des Stadtgebietes vor rund 6000 Jahren nachgewiesen. [1] Die eigentliche und im wesentlichen bekannte Geschichte Heerlens begann unter römischer Herrschaft. Coriovallum, wie Heerlen damals noch hies, wurde als römisches Heerlager am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Verkehrsachsen in der Provinz Germania gegründet. Hier kreuzten sich die wichtigen Militär-und Handelsstraßen in Ost-West-Richtung von Boulogne über Jülich nach Köln und in Nord-Süd-Richtung von Xanten über Aachen nach Trier und umgekehrt. Relikte aus jener Zeit sind in größer Zahl entdeckt und untersucht worden. Teilweise wurden römische Gebäudereste ausgegraben und konserviert, so eine Anzahl römischer Landhäuser (villae), aber auch ein beachtenswerter Thermenkomplex (thermae) in der Heerlener Innenstadt. Die antike Badeanstalt wurde bei Erdarbeiten im Jahre 1940 entdeckt. Dieser Fund ist bedeutend, weil nur wenige derartige Thermen für das Gebiet der heutigen Niederlande belegt sind und diese gleichzeitig ein Indiz für eine gewisse Bedeutung der Stadt zur Römerzeit spricht. Insbesondere dürften die Handelswege, die Garnison und die Funktion als regionales Zentrum für die Versorgung, Verwaltung, Handwerk und Handel Heerlen in jener Zeit geprägt haben. Aus den umliegenden Villen sind im Laufe des Mittelalters einige der heute bekannten Orte hervorgegangen. Damals wurde von den umligenden Villae Obst, Gemüse, Getreide und sogar Wein angebaut. Ein weiteres Gut, das über Heerlen hinaus Absatz gefunden haben dürfte, waren Töpferwaren aus mehr als 40 Töpfereien. Die wahre Bedeutung Heerlens kann am besten anhand der römischen Therme ermessen werden. Diese ist ohne Pendant im Gebiet der heutigen Niederlanden. Ein Museum wurde über der 1940 entdeckten Therme errichtet und eröffnete 1977. Im Thermenmuseum werden auch weitere römerzeitliche [[Exponat]e der Öffentlichkeit präsentiert.
Wie viele andere römische Siedlungen im Gebiet der heutigen Niederlande endet auch für Coriovallum nach dem Abzug der Römer und dem Zerfall des Imperium Romanum etwa ab dem vierten nachchristlichen Jahrhundert für einige Jahrhunderte ein Nachweis für eine Persistenz der Siedlung. Möglicherweise war das Gebiet zeitweilig unbewohnt. Bis zum 10. Jahrhundert gibst es kaum historische Erkenntnisse zur Entwicklung Heerlens in dieser Zeit. Eine Besiedlung durch die Franken, die das Gebiet bald nach den Römern kontrollierten darf angenommen werden. Erst gegen Ende des ersten Jahrtausends finden sich wieder vermehrt Indizien und Belege die auf eine bäuerliche Besiedlung von Teilen des heutigen Stadtgebietes im Mittelalter schließen lassen. Sowohl Güter und Bauernhöfe als auch Mühlen sind belegt für das Tal des Caumerbeek, des Schandelerbeek und des Geleenbeek. Die mittelalterliche Stadt Heerlen dürfte nach 1100 herum als kleine, mittelalterliche Bauern- und Handelsstadt eine gewisse regionale Bedeutung wiedererlangt haben, darauf lassen auch Erwähnungen Heerlens in den Annales Rodenses oder in anderen zeitgenössischen Schriftstücken schließen.
Der älteste schriftliche Beleg für die mittelalterliche Stadt Heerlen ist ein Dokument des Bischofs Udo von Toul, aus dem Jahre 1065, in dem dieser sich zu Schenkungen äußert wobei auch Heerlen als Heerle als allodium im Bistum Lüttich erwähnt wird. Dieses Allod ging offenbar noch im 11. Jahrhundert in den Besitz des Grafen von Ahr-Hochstaden über. Außerdem wird ein weiteres allodium" mit Bezug zur Kirche im Ort Voerendaal bei Heerlen erwähnt.
Theoderich von Are (ein Cousin Udo von Touls) trennte Heerlen von Voerendal und machte den heiligen Pankraz zum Namens- und Schutzpatron des heute noch als St.Pancraciuskerk bezeichneten Gotteshauses. Die Grafen von Ahr waren wahrscheinlich verantwortlich für den Bau des Schelmenturms und der St.Pancratius Kirche. Außerdem könnten sie auch den Bau einer Burganlage angestoßen haben. Der Bau von Befestigungen mag ein Symbol für den wachsenden Einfluss der Herren von Heerlen sein, der sich schon bald über die umliegenden Herrschaften und Dörfer Voerendal, Hoensbroek, Schaesberg und Nieuwenhagen erstreckte. Diese fielen alten Urkunden zufolge unter die Gerichtsbarkeit der Heerlener Schöffenbank und waren damit Teil des Land van Herle.
1244 fiel Heerlen mit den umliegenden Gebieten an das Herzogtum Brabant. Allerdings erhielt es 144 Jahre später (1388) gemeinsam mit Hoensbroek einen Sonderstatus innerhalb des Herrschaftsbereiches der Herzöge von Brabant.
Während des Achtzigjährigen Krieges (1568-1648) zwischen dem Königreich Spanien und den unabhängigen protestantischen Provinzen im Nordenwechselte Heerlen merhfach die Besitzer. Schließlich wurde Heerlen im Jahr 1661 Teil der Generalitätslande und kam damit in den Herrschaftsbereich der jungen Republik der Niederlande. Allerdings lag Heerlen weitgehend vom übrigen Territorium getrennt als Exklave zwischen habsburgisch-spanisch kontrollierten Territorien. Dies änderte sich erst nach der Eroberung durch das französische Revolutionsheer 1793. Die Franzosen führten wichtige Neuerungen ein, so ein neues Rechts- und Verwaltungssystem. Aber das Ende französischer Herrschaft in Heerlen wurde 1814 besiegelt. Heerlen wurde Teil der Provinz Limburg der Vereinigten Niederlande.
Im Zuge der belgischen Revolution 1830 schlug sich Heerlen wie weite Teile Limburgs, zunächst auf die belgische Seite und blieb bis 1839 belgisch. Dafür sprachen sowohl geographische als auch reliogiöse Gründe. Dennoch wurde Heerlen nach der Londoner Konferenz mit dem übrigen Limburg östlich der Maas sowie der Stadt Maastricht niederländsich. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich - anders als in angrenzenden belgischen und deutschen Gebieten - in und um Heerlen noch keinerlei Ansatz einer Industrialisierung. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen deutsche Industrielle und Geologen mit der Exploration von Kohleflözen, aus denen sich der Bergbau entwickelte, der für Heerlen die Entwicklung zur Großstadt ermöglichte. Erste Kohlenfunde auf heerlener Gebiet datieren aus dem Jahr 1874. Im März des Jahres wurde bei Grabungen am Valkenburgerweg Steinkohle entdeckt. Ein Bergwerk jedoch entstand erst ein Vierteljahrhundert später, da die Kosten für die Konzession und der Aufbau von Förder- und Transportanlagen immense Investitionen darstellten. Nur wenige Konzessionen wurden durch Investoren, meist aus Deutschland, erworben. Nachdem Heerlen 1896 erstmals einen Eisenbahnanschluss (von Sittard über Heerlen nach Herzogenrath) erhalten hatte, war der Kohletransport kaum mehr problematisch. 1894 begann daher das Abteufen der ersten Schächte in Heerlen durch die neugegründete Firma Maatschappij tot Exploitatie van Limburgsche Steenkolenmijnen oder auch kurz Oranje-Nassau-Mijnen, an der der niedeländische Eisenbahningeneur Henri Sarolea, der auch die Eisenbahnverbindungen von Sittard über Heerlen und Hoensbroek nach Herzogenrath baute, sowie die deutschen Industriellen Eduard und Carl Honigmann.[2] Um das Jahr1900 förderte man die erste Kohle.
Oranje-Nassau I sollte die erste und 1974 auch die letzte Heerlener Zeche sein. Benannt wurde sie nach dem niederländischen Königshaus.[3]
Die Entwicklung Heerlens bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges verlief allerdings noch moderat. Dies änderte sich ab August 1914. Mit Kriegsbeginn wurde schlagartig die Energieversorgung der Niederlande unsicher. Um die bisher aus den kriegführenden Ländern Großbritannien und Deutschland importierte Kohle bestmöglich zu ersetzen
wurden seit 1915 erhebliche Anstrengungen, insbesondere seitens des Staates, unternommen, um die Kohleproduktion in der Mijnstreek zu steigern. In diese Zeit fiel auch der Beginn der Förderung durch Zeche Oranje-Nassau II im Norden Heerlens bei Heerlerbaan 1917. Weitere wichtige Impulse gingen vom Staat aus, der die noch nicht verliehenen Konessionen aufkaufte und den staatlichen Bergbaukonzern DSM gründete, welcher seine Zentrale in Heerlen bezog, womit die Stadt zum Zentrum der östlichen Mijnstreek wurde. 1924 öffnete als letzte neue Zeche im Stadgebiet die Oranje Nassau IV ihre Pforten.[4]
Zwischen 1900 und 1910 hatte sich die Bevölkerung Heerlens annähernd verdoppelt und betrug nun 12.000. Um 1930 zählte die Stadt bereits 32.000 Einwohner.[5] Am 1.1.1995 lebten in Heerlen 96.274 Menschen. Bis zum 1.1.2005 nahm die zahl auf 92.542 ab. Aktuell (1.1.2007) beträgt die Einwohnerzahl noch 90.536.[6]
In der bis 1982 selbständigen Stadt Hoensbroek existierte ebenfalls ein Bergwerk, nämlich die Staatsmijn Emma, eines der produktivsten und bedeutendsten Bergwerke der Niederlande. 1912 begann dort die Förderung und bis zur Schließung im Jahr 1973 wurden 109.032.000 Tonnen Steinkohle gefördert. Anders als die Oranje-Nassau Zechen förderte man auf Emma überwiegend Fett- und Gaskohlen für die Koksproduktion anstelle von Magerkohlen und Anthrazit.[7] Zu Zeche Emma gehörte eine wenige Kilometer entfernt in Beek gelegene Kokerei, von wo Koks und Kohle über Maas und Julianakanal in den Norden und Westen des Landes transportiert wurden.Im Zuge des expandierenden Bergbaus entwickelte sich Heerlen zu einer stattlichen Stadt. Viele Bergarbeitersiedlungen entstanden und auch die Innenstadt wandelte sich. Viele ältere Gebäude mussten modernen Bauten weichen und so finden sich nur wenige Zeugnisse des vorindustriellen Heerlen in der Innenstadt.
Mit der Kohlekrise, die in Wellen seit den späten 1950er Jahren den Kohlebergbau in Westeuropa traf, begann der Niedergang des Bergbaus in Heerlen und Umgegend. Man litt unter dem Siegeszug des Erdöls und der Konkurrenz durch billigere Importkohle aus Polen und den USA. Außerdem setzte die niederländische Regierung auf Erdgas als Rückgrad der nationalen Energieversorgung. In den Provinzen Groningen und Friesland und offshore in der Nordsee. Damit lag für die Regierung den Uyll der Entschluss der Schließung aller niederländischen Bergwerke und der Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen in Ersatzindustrien und im Dienstleistungssektor.[8];[9]
Für Heerlen bedeutete der Niedergang des Bergbaus zunächst den Verlust von etwa einem Drittel aller Arbeitsplätze. Insgesamt verlohren in der Mijnstreek etwa 60.000 Menschen ihre Arbeitsstelle. Zwar erhielt die Stadt im Rahmen der so genannten Herstruktureering diverse staatliche Verwaltungs- und Serviceeinrichtungen, so etwa das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS). [10] Ebenso entstanden Industrie- und Gewerbeflächen vor allem im Süden und Westen Heerlens. Im Norden entstand auf der ehemaligen Betriebsfläche von Oranje-Nassau IV eine Wohsiedlung inklusive Infrastruktur wie Schulen. Desgleichen geschieht in einem beachtenswerten städtebaulichen Projekt auch auf dem Terrein der ehemaligen Zeche Emma westlich der Akerstraat in Hoensbroek. Kleinere Gewerbeflächen und viele Dienstleistungseinrichtungen verleihen Heerlen heute das Antlitz einer Industrie- und Dienstleistungsstadt. Deren neuestes Aushängeschild ist die Hogeschool Zuyd - mit Niederlassungen in Maastricht, Sittard und Heerlen vergleichbar einer deutschen Fachhochschule. [11]
An den Bergbau erinnert heute nur noch wenig. Die Abraumhalden wurden abgetragen oder begrünt und das Haldenmaterial meist im Staraßenbau sowie im Deichbau verwertet. Fast alle Übertageanlagen der Zechen sind verschwunden. In Heerlen erinnert ein Malakow-Föderturm mit Strebengerüst als einer von nur zwei verbliebenen Exemplaren seiner Art an diese Epoche. Er beherbergt heute ein Bergwerskmuseum.
Während des Strukturwandels herrschte vielfach Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Heerlen wurde zu einem Brennpunkt der Kriminalität und ein bedeutender Drogenumschlagplatz. Einen Teil der Problematik gelang es zu lösen. Die Duldung von Softdrugs (Cannabis) wird als ein Teil des weitgehenden Erfolgs im Kampf gegen die Drogenkriminalität erachtet. Gleichwohl existieren diese Probleme weiterhin. Diese liberale Handhabe findet auch jenseits der Landesgrenze Interesse bei Drogenkonsumenten und führt zu Drogentourismus.
1935 wurde ein sehr bemerkenswertes Gebäude in der Stadt errichtet, das Glaspaleis von Bauherr Peter Schunck, einem örtlichen Händler. Das Gebäude liegt mitten im Zentrum Heerlens und ist denkmalgeschützt. Nach Jahren des Verfalls und anschließender aufwendiger Restaurierung wurde das Glaspaleis als Kulturzentrum einer neuen Bestimmung übergeben.
Das Gebäude befindet sich auf einer Liste der Union of International Architects, welche die eintausend weltweit bedeutendsten Bauten aus dem 20. Jahrhundert aufführt. Unter anderem aufgrund seiner Energie sparenden setzte es Maßstäbe. Die für die Beheizung im Winter im Gebaäude installierte Zentralheizung wurde selbst im Winter nie benötigt. Symbolisch liegt im Glaspaleis eine doppelte Bedeutung. Einst war es Symbol für den Einzug des Fortschritts und wirtschaftlichen Aufstieg Heerlens. Heute ist Symbol der Hoffnung auf eine Wiederkehr der für die Stadt „goldenen Zeiten“ des Bergbaus und der (späten) Industrialisierung.
Das Gesundheitswesen in Heerlen (und der übrigen Parkstad Limburg) wird getragen von einer Stiftung, der Stichting Gezondheidszorg Oostelijk Zuid-Limburg (G.O.Z.L.), einer öffentlich-rechtlichen Trägergemeinschaft. Das Atrium Medisch Centrum Parkstad (Atrium Medizinisches Zentrum Parkstad), ist der Name der unterschiedlichen Krankenhäuser in der Parkstad. Atrium ist Teil der G.O.Z.L. Das Atrium in Heerlen war früher unter der Bezeichnung de Wever ziekenhuis bekannt, benannt nach Frans de Wever, der 1904 gemeinsam mit Joseph Savelberg, das erste Krankenhaus in der Stadt begründete.
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