Heilig stammt wortgeschichtlich von "Heil" ab, was etwas Besonderes bezeichnet und sich abgeschwächt noch in heil = ganz wieder findet (vgl.: im englischen: heilig = holy von whole).
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Heilig ein religiöser Begriff mit der zugedachten Bedeutung zur göttlichen Sphäre zugehörig, einer Gottheit geweiht.
Gleichbedeutend wird das Fremdwort sakral gebraucht, auch als Gegensatz zu profan (weltlich).
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Manche Stätten, Gebäude, Bäume, oder Berge werden als heilige Orte bezeichnet, besonders im Animismus; aber auch im Christentum, etwa, wenn ein Heiliger (Vollkommener) dort gewirkt hat. Häufig wurden auch christliche Kirchen an ehemals heidnischen Heiligtümern errichtet.
Die Bezeichnung heiliger Gegenstand wie Altar, Gefäße oder Geräte für kultischen Gebrauch wird von Menschen erstellt.
In Religionen, in denen schriftliche Überlieferungen eine wichtige Rolle spielen, werden die heiligen Schriften – im Islam der Koran, im Christentum die Bibel, im Judentum die Torah – als heilig angesehen.
Während die Abkürzung in der Einzahl hl. (z. B. der hl. Antonius) bzw. Hl. (z. B. die Hl. Schrift) geläufig ist, findet man die Mehrzahl-Abkürzung hll. eher schon selten (z. B. die hll. Peter und Paul).
Im Judentum ist die Entsprechung für Heilig ein Wort, das vor allem die einfache Bedeutung von besonders oder das Besondere hat.
"Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich, der Ewige, euer Gott." (3. Buch Moses 19:2)
Die jüdische Tradition versteht 'heilig' auf verschiedene Weisen. Am prominentesten jedoch in Bezug auf die Tora und die Gebote, die am Sinai von Gott geoffenbart wurden. Es enthält im Grunde die Trennung zwischen dem weltlichen, dem physikalischen, dem menschlichen einerseits, dem das ewige Wesen, Gott, andererseits gegenübersteht und es transzendiert. Das Wort, das in Leviticus für diese Trennung Verwendung findet, hivdil, ist das Wort, das in Genesis für den Prozess der Erschaffung benutzt wird. Die Erschaffung ist ein Vorgang der ordentlichen Trennung, die Land und Wasser, Licht und Dunkelheit aber auch Heiligkeit und Profanheit, Gerechtigkeit und Willkür betrifft. Es ist die Aufgabe der Priesterschaft und Israels, als ein Volk von Priestern, diese Ordnung, die am Sinai geoffenbart wurde, zu erhalten. Davon ist das Wohl jedes Juden bzw. Israeliten, des Volkes Israel ja sogar das Wohl der Menschheit und der Erde abhängig. (Beachte, das Wohl der Menschheit zu hegen bedeutet hier nicht, alle Menschen der Welt, sanft oder durch blutigen Kampf oder durch Zwangstaufe zu Juden zu machen, zu missionieren! Es bedeutet für die Juden, sich um sich selbst und ihre heiligen Gebote und ihre heilige Lehre (=Tora) zu kümmern!)
Diese Trennung, diese Ordnung scheint nach der Mischna eine graduelle zu sein, zwischen dem Allerheiligsten und dem Heiligen. Die Mischna listet darum "Kreise der Heiligkeit" aus: Allerheiligstes, Vorraum zum Allerheiligsten, Halle der Priester, Halle der Israeliten, Halle der Frauen, Tempelberg, Mauern von Jerusalem, alle ummauerten Städte Israels und die Grenzen des Heiligen Landes, Eretz Israel. Es gibt Unterscheidungen was für wen jeweils in welchem Bereich erlaubt ist. Ebenso ist der Kalender unterteilt, so dass der Schabbat sehr heilig ist, wie auch der Tag der Reue Jom Kippur, andere Feste sind heilig, wie die Pilgerfeste. In Genesis ist die Ordnung von Raum und Zeit ebenso angelegt, mit dem Schabbat, dem Ruhetag Gottes als zeitlichem Höhepunkt und dem Garten in Eden als räumlicher Entsprechung zum Tempel.
In der Heiligkeit zeigt sich die Verbindung zu Gott, die es den Geboten gemäß zu Ordnen gilt, und die sich in Macht auswirkt, wenn sie nachlässig oder mangelhaft vom Volk der Priester, Israel, unterhalten wird. Es gibt verschiedene Berichte in der Bibel, die von Krankheit und Zerstörung berichten, hervorgerufen durch unsachgemäße Handhabung oder unreiner Behandlung von heiligen Dingen, wie z.B. dem Allerheiligsten. Diese Beziehung von göttlicher Ordnung und göttlicher Macht ist heilig, daher ist das Heilige in besonderer Weise mit der göttlichen Nähe verbunden. Die genaue Art der Beziehung der Göttlichen Macht, Nähe zu den heiligen Dingen ist nicht klar oder einfach ersichtlich, jedoch ist Heiligkeit nicht eine Entsprechung für das ewige Wesen, G'tt. In einfacher Näherung durchwirkt das Ewige Wesen, G'tt, in und durch das Heilige die Welt. Israel existiert und daher ist Gott der Erde nahe. Israel hält einen Bund, Vertrag mit G'tt und dadurch zeigt sich die Gerechtigkeit und Liebe G'ttes auf Erden. Die Juden beten, bemühen sich die heiligen Gebote zu erfüllen und halten daher nahe Beziehung zum lebendigen Gott und ermöglichen es, dass sich Gottes Plan für die Welt erfüllt.
Das Kaddisch, aramäisch für heilig, ist ein Gebet auf Aramäisch, das Gott preist und üblicherweise mit dem morgendlichen Dienst in Verbindung steht.
Weitere Bedeutungen von heilig/unheilig können parallel verstanden werden mit: rein/unrein (3. Mose 10,10); frei/unfrei (3. Mose 11,45); heilsam/schadend (2. Mose 20,10.11; Psalm 119,66; Sprüche 4,22; 2. Timotheus 1,13); wahrhaft/falsch (Psalm 93,5; OffJoh 3,7; 6,10).
Im Neuen Testament gibt es drei griechische Wörter, die mit heilig übersetzt werden:
Im Neuen Testament ist das Wort heilig weniger im Zusammenhang mit Kultus wichtig, sondern in den von Gott gewirkten Lebensäußerungen. Die Grenze zwischen heilig und profan wird relativiert, im Gegensatz zur strengen Trennung der beiden im Judentum: Gott ist Geist, damit erübrigt sich die Frage nach dem rechten Ort für die Anbetung, rein und unrein ist weniger wichtig, als die Liebe zum Nächsten (Gleichnis vom Samariter), das Prädikat heilig gilt nicht nur den Priestern, sondern allen Christen.
In der Askese der katholischen Tradition versteht man unter dem Attribut heilig, wenn er auf eine Person bezogen wird, die Vereinigung mit Gott, die Angleichung des eigenen Tuns an den Willen Gottes. Erst mit dem Tod ist die "Unificatio" (lat. für Vereinigung) ganz möglich. Von einem, der sich bemüht hat, diese Vereinigung schon auf Erden zu verwirklichen, sagt man, er habe ein heiligmäßiges Leben geführt. Der Nachweis eines heiligmäßigen Lebens ist übliche Voraussetzung für eine Heiligsprechung.
Heilige wurden in der frühchristlichen Zeit mit der Hilfe von Heiligenscheinen dargestellt.