Heinrich Basilius Streithofen OP (* 20. Dezember 1925 in Anrath; † 5. Dezember 2006 in Bonn) war ein deutscher Dominikanerpater, Theologe, Soziologe und Publizist.
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Nach Abschluss einer Lehre als Textilkaufmann, Militärdienst und Abitur trat er 1950 dem Orden der Dominikaner (OP) bei. Er studierte Philosophie und Theologie. 1956 wurde er im Dominikanerkloster bei Bonn zum Priester geweiht. Von 1958 bis 1962 war er als Seelsorger in Düsseldorf tätig. Anschließend studierte er Nationalökonomie und Sozialethik an der Universität Freiburg (Schweiz) und wurde dort promoviert.
Er war seit 1993 Vorsitzender des von Eberhard Welty begründeten Instituts für Gesellschaftswissenschaften Walberberg in Bornheim (Rheinland) und Herausgeber der katholischen Zeitschrift Die Neue Ordnung. Außerdem war Streithofen als Berater und Vertrauter von Rainer Barzel und Helmut Kohl maßgeblich an der Erstellung des Parteiprogramms der CDU beteiligt. Wiewohl ein Verteidiger der katholischen Soziallehre, konnte er mit dem Begriff der sozialen Gerechtigkeit nicht viel anfangen.
In vielen gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen erhob er seine Stimme und hielt der Wohlstandsgesellschaft der Bundesrepublik des Öfteren seinen (sozialkonservativen) Spiegel vor. Seiner rheinischen Herkunft blieb er eng verbunden: Er war Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst, Zigarrenraucher und Liebhaber teurer Automobile.[1] Gerhard Schröder und Joschka Fischer waren für ihn reine Machtmenschen, verkrampfte Laienschauspieler ohne Verfassungsverständnis, von Claudia Roth sagte er, dass sie auf ihn "hochgradig zölibatverstärkend" wirke.[2] An der Berliner Politik vermisste er die rheinische Leichtigkeit, sie sei eine Mischung aus Geschwätzigkeit, Disziplinlosigkeit, Wichtigtuerei und Feigheit. Insgesamt konstatierte er in der Berliner Politik ein neuheidnisches Klima. In seiner eigenen Kirche beklagte er einen Riss zwischen den Gemeinden und der "Funktionärskirche". Seine letzten Jahre verbrachte er mit Bücher schreiben, für die Menschheit beten und Predigten in seiner Hauskapelle halten.[1]