Graf Heinrich Friedrich August von Itzenplitz (* 23. Februar 1799 in Groß Behnitz bei Rauen; † 15. Februar 1883 auf seinem Gut Kunersdorf bei Wriezen) war ein preußischer Staatsmann, Naturwissenschaftler und Jurist.
Graf Heinrich Friedrich stammt aus dem preußischen Adelsgeschlecht Itzenplitz und war mit Luise Freiin von Sierstorpff (Haus Driburg) verheiratet. Beider Tochter Marie (1833-1914) heiratete 1858 den Gutsbesitzer und Landrat Bernhard von der Marwitz (1824-1880), Mitglied des Preußischen Herrenhauses.
Itzenplitz studierte in Berlin und Göttingen Naturwissenschaft und die Rechte, bereiste mit Professor Lichtenstein einen großen Teil Europas, trat erst als Kammergerichtsassessor in den Justizdienst und ging darauf in den Verwaltungsdienst über, in dem er 1845 bis zum Präsidenten der Regierung in Arnsberg aufrückte; als solcher nahm er 1848 seinen Abschied.
Nachdem er dem Allgemeinen Landtag und der Ersten Kammer angehört, wurde er auf Präsentation des Grafenverbandes der Mark Brandenburg Mitglied des Herrenhauses, in welchem er der gemäßigten Partei angehörte und häufig als Berichterstatter tätig war.
Im März 1862 wurde er Minister des Ackerbaues, und im Dezember des Jahres übernahm er im Ministerium Bismarck das Departement des Handels. Seine Eisenbahnpolitik zeichnete sich durch eine große Prinziplosigkeit aus: er gestattete zuerst die Anwendung des Systems der Generalentreprise, welches Bethel Henry Strousberg nach Deutschland importiert, und welches in der Form, wie es betrieben wurde, große Unzuträglichkeiten hatte; eine widerspruchsvolle Praxis verwischte den Unterschied zwischen dem gesetzlich Erlaubten und dem Unzulässigen bis zur Unerkennbarkeit. Als ab 1870 das Spekulationssystem des "Eisenbahnkönigs" Strousberg europaweit zu kollabieren begann, war auch Deutschland finanziell schwer davon betroffen. Der durch Eduard Laskers Enthüllungen heraufbeschworne Sturm richtete sich daher vorzugsweise gegen Itzenplitz, welcher den hestigsten Angriffen nur die von niemandem bezweifelte Versicherung seiner persönlichen Redlichkeit gegenüberstellen konnte. Er trat am 15. Mai 1873 zurück, blieb seitdem dem öffentlichen Leben fern und starb am 15. Februar 1883 auf seinem Gut Kunersdorf bei Wriezen.