Herbert Giersch (* 11. Mai 1921 in Reichenbach, Schlesien) ist ein deutscher Ökonom.
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Giersch studierte von 1939 bis 1942 Volkswirtschaftslehre in Breslau und Kiel, wurde 1948 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, an der er seit 1947 als Assistent tätig war, mit einer Arbeit über „den Ausgleich der Kriegslasten vom Standpunkt der sozialen Gerechtigkeit“ zum dr. rer. pol. promoviert. Ab 1948 war Giersch Fellow an der London School of Economics and Political Science und arbeitete als Referent für die OECD in Paris (1950 bis 1951, 1953 bis 1954). 1950 habilitatierte er sich, von 1951 bis 1953 war er als Privatdozent an der Westfälischen Wilhelms-Universität tätig. 1954 und 1955 war er Lehrstuhlvertreter an der Technischen Hochschule Braunschweig. 1955 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität Saarbrücken berufen. Er war Gastprofessor an der Yale University (1962, 1977 bis 1978).
Herbert Giersch wurde 1964 als Gründungsmitglied in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen und prägte bis 1970 maßgeblich die Arbeit dieses Gremiums und die jährlichen Gutachten. Der ehemalige Keynesianer - Erfinder der „Konzertierten Aktion“ und der „Globalsteuerung“ - wurde später zum Angebotstheoretiker.
1969 wechselte er als Ordinarius an die Christian-Albrechts-Universität Kiel und wurde als Nachfolger Erich Schneiders gleichzeitig Präsident des dortigen Instituts für Weltwirtschaft. Beide Positionen hatte er bis 1989 inne. Von 1986 bis 1988 war er Präsident der Mont Pèlerin Society.
Giersch ist in zahlreichen wissenschaftlichen Organisationen engagiert. Er ist langjähriges Mitglied im wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft u.a.. Er ist seit 1991 Mitglied im Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste. Nach ihm ist die Herbert-Giersch-Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main benannt.