Adolph Hermann Friedmann (* 4. November 1873 in Białystok, † 25. Mai 1957 in Heidelberg) war ein polnisch-deutscher Philosoph und Jurist.
Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte in Heidelberg und einem Studium der Naturwissenschaften und der Philosophie in Berlin promovierte Hermann Friedmann im Jahr 1897 an der Universität Heidelberg.
In seiner Berliner Zeit war Hermann Friedmann zusammen mit Rudolf Steiner Mitglied im Giordano-Bruno-Bund und im Friedrichshagener Kreis, wo er besonders mit Bruno Wille und Wilhelm Bölsche befreundet war.
Von 1898 bis 1902 war er als Rechtsanwalt in Basel tätig. Von 1906 bis 1934 hielt er sich in Finnland auf, wo er an der Universität von Helsinki die Lehrberechtigung für Philosophiegeschichte erhielt. Er war auch Rechtsberater des Generalgouverneurs der UdSSR in Finnland.
Wegen der Veränderung der politischen Situation in Europa übersiedelte Hermann Friedmann 1934 nach London, wo er sich bis in die Nachkriegszeit aufhielt. Er beteiligte sich an der Gründung der deutschen PEN-Gruppe in London und war ab 1946 deren Präsident.
1950 wurde Herrmann Friedmann als Honorarprofessor an die Universität Heidelberg berufen, wo er Völkerrecht und Naturrecht lehrte. 1951 wurde er Ehrenpräsident des deutschen PEN-Zentrums. Hermann Friedmann gab zahlreiche Werke zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts heraus.