Das Fürstentum Oels war ein Herzogtum in Niederschlesien, das den Namen seiner Residenzstadt Oels trug. Das Herzogtum entstand durch eine Landesteilung unter den Piasten von Glogau. 1647 ging die Landeshoheit von Oels verloren. Das Herzogtum existierte aber als Mediatfürstentum noch bis 1884.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Tod Herzog Heinrichs des Treuen von Glogau wird das Herzogtum für dessen Sohn Konrad I. geschaffen. Im Jahr 1327 bindet sich Konrad intensiver an Böhmen, die Verbindungen zu Polen werden getrennt. Nach dem Tod von Konrad I. übernimmt sein Sohn Konrad II. die Herrschaft - zusätzlich erhält er als mütterliches Erbe das Fürstentum Cosel. Im Jahr 1492 stirbt mit Konrad X. der letzte Piastenherrscher auf dem Thron von Oels. Das Herzogtum fällt an Böhmen zurück.
1495 überlässt König Vladislav II. von Böhmen und Ungarn das Herzogtum Oels den Söhnen seines Vorgängers König Georg von Podiebrad, Heinrich I. und Wenzel von Münsterberg. 1647 stirbt mit Herzog Karl Friedrich der letzte Erbe des Hauses Podiebrad.
Das Herzogtum geht an seinen Schwiegersohn, den Herzog Silvius Nimrod von Württemberg-Weiltingen über. Dieser erhält allerdings nicht die volle Souveränität, sondern wird am 16. Januar 1649 mit Oels lediglich als Mediatfürstentum belehnt.
Fortan herrschen somit die Württemberger über Oels. 1742 fällt die Lehnsherrschaft über das Herzogtum an Preußen. Die Fürsten verlieren nun jede politische Bedeutung und sind fortan lediglich noch Grundbesitzer.
Im Jahr 1744 übergibt der Württemberger Karl Friedrich II. (Oels) Oels an seinen Neffen Karl Christian Erdmann. Nach dessen Tod 1792 wird sein Schwiegersohn, Friedrich August, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel mit Oels belehnt. Damit kam Oels an einen Zweig der Familie der Welfen.
Nachdem Friedrich August kinderlos gestorben ist, fällt Oels an seinen Neffen, den Fürsten Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, bekannt als „der schwarze Herzog“. Im Jahr 1807 wird in Preußen, zu dem Oels nun gehört, eine Verwaltungsreform durchgeführt. In deren Folge ist der Herzog nur noch Titularherzog. Im Jahr 1809 beteiligt sich der Herzog an einer Erhebung, die aber niedergeschlagen wird und ihn zur Flucht nach England zwingt. 1813 erhält der Fürst wieder die Herrschaft über Braunschweig, die ihm durch den Einfall Napoleons genommen war. Von nun an bleibt Oels 70 Jahre lang in Personalunion mit dem Herzogtum Braunschweig.
Als im Jahr 1884 der Herzog Wilhelm II. von Braunschweig erbenlos(nicht kinderlos) stirbt, wird das Herzogtum Oels aufgelöst. Der Privatbesitz wird von Wilhelm II. testamentarisch dem sächsischen Königshaus vermacht, das Lehen fällt an Preußen zurück und ist in Folge ein Thronlehen, dessen Besitzer der jeweilige preußische Kronprinz sein soll.
Das Haus der Piasten
Das Haus Podiebrad
Das Haus Württemberg-Oels
Das Haus der Welfen (Braunschweig-Lüneburg)
(Auflösung des Herzogtums).